Wer handelt, gehört zu den Gewinnern
Von Martin Läubli. Aktualisiert am 21.12.2009 2 Kommentare
Martin Läubli.
Das Resultat der Klimakonferenz in Kopenhagen sei «ein tragischer Erfolg der Wissenschaft», sagt der angesehene deutsche Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber. Damit bringt er auf den Punkt, wo die internationale Klimapolitik heute steht.
Ein Erfolg war der Gipfel, weil die Weltgemeinschaft erstmals akzeptiert hat, dass die kritische Erderwärmung um 2 Grad Celsius das Ökosystem Erde aus dem Gleichgewicht bringen könnte.
Tragisch ist es, weil Industriestaaten und Schwellenländer nicht bereit sind, das Tempo zu erhöhen, um die klimaschädlichen Treibhausgase zu reduzieren. Kein einziges Reduktionsziel haben sie in der Absichtserklärung festgelegt. Das lassen sie sich von der Wissenschaft nicht diktieren. Man kann deshalb schon jetzt die Prognose stellen, dass die weltweiten Emissionen im Jahr 2015 noch nicht das Maximum erreicht haben werden. Aber genau das empfiehlt der Weltklimarat IPCC, denn die Emissionskurve verläuft derzeit in Richtung des schlechtesten Szenarios.
Ein Erfolg im Klimaschutz kann in den nächsten Jahrzehnten nur garantiert sein, wenn sich die einzelnen Staaten, die Industrie und letztlich jeder von uns nicht durch die magere Ausbeute an den Klimakonferenzen irritieren lassen. Denn Kopenhagen hat auch ein anderes Gesicht gezeigt. Es wurden konkrete Lösungen präsentiert, wie eine klimafreundliche Zukunft zu erreichen wäre und man dabei auch wirtschaftlich profitieren könnte. Zahlreiche Unternehmen zeigten sich wenig beeindruckt von der politischen Trägheit. Sie werden ihren Weg weitergehen.
Auch wenn die internationale Politik nicht erfüllt, was gemeinhin erwartet wird, so ist sie doch ein guter Gradmesser dafür, wohin es künftig im Klimaschutz gehen wird. Die nationalen Aktionsprogramme einzelner Industriestaaten und Schwellenländer geben immerhin einen Hinweis, dass sie in naher Zukunft auf Umwelttechnologie setzen werden und sich die Nachfrage danach erhöhen wird. Den grössten Effekt im Klimaschutz werden wohl jene Länder und Industrien spüren, die sich jetzt danach richten. Sie werden zu den Gewinnern gehören.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.12.2009, 04:00 Uhr
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2 Kommentare
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Im Falle einer langen Rechtfertigung eines gewissen Mauelhagen zu einem Artikel in der Weltwoche könnte man in seiner entsprechenden Schlussfolgerung einfach nur die Namen vertauschen und wäre damit wahrscheinlich nicht so weit von der Wahrheit entfernt: Die wissenschaftlichen Ansichten passen einer gewissen Entourage der Klimaänderungstheorie nicht in den Kram. Es gibt auch Klimahysterieleugner. Antworten
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