Waffenlobby in Nöten
Von Daniel Friedli. Aktualisiert am 29.07.2010 85 Kommentare
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Für Michael Moore wäre die Studie ein Geschenk gewesen – genauso wie sie für Jo Lang ein Geschenk ist. Der Filmemacher, berühmt geworden durch seine Satire auf die waffenverrückten Amerikaner, könnte freudig ausschlachten, dass nicht nur in den USA geschätzte 45 Prozent aller Haushalte eine Schusswaffe besitzen, sondern auch in Schwyz oder Glarus. Und für den Zuger Grünen Lang beweist die Studie, wovor er und seine Mitstreiter schon lange warnen: Wo viele Waffen sind, wird eher geschossen, auch auf sich selber. Darum ist die Zahl der Suizide in der Schweiz so hoch.
In dieser Absolutheit können die Forscher der Uni Zürich diese Kausalität zwar nicht belegen. Der letzte Beweis, dass sich ein Selbstmörder ohne Zugang zur Waffe nicht auf andere Art das Leben genommen hätte, ist – aus naheliegendem Grund – schwer zu erbringen. Aber sie liefern starke Indizien: Menschen,die sich erschiessen, handeln vielfach im Affekt. Es sind selten jene, die sich bereits jahrelang mit Selbstmord-gedanken gequält haben. Auch die Gelegenheit macht also Selbstmörder, und die Waffe im eigenen Haus bietet diese Gelegenheit.
Damit gerät die Waffenlobby in Erklärungsnot. In ihrem Sperrfeuer gegen strengere Gesetze hat sie bisher konsequent jeden Zusammenhang zwischen der Zahl der Schusswaffen und jener der Morde oder Selbstmorde verneint. Wer es anders sieht, ist Populist, Armeeabschaffer oder gar Demokratiefeind. Nun müsste auch sie endlich einsehen, worum es in dieser Debatte wirklich geht: Soll der Staat zum Schutz der Menschen den Waffenbesitz strenger regulieren? Oder gibt es triftige Gründe, dies nicht zu tun?
Solche fallen einem nur wenige ein. Dass etwa jeder Soldat die Waffe im Haus zur Hand haben muss, ist in einer Zeit,da die Armee selber Jahre zur Kriegsbereitschaft braucht, überholt. Und Jäger, Schützen und Sammler können ihrem Hobby auch frönen, wenn sie dafür einen Bedarfsnachweis abliefern müssen. Es bleibt der Mythos der freiheitlichen Schweiz, in der die persönliche Waffe als Symbol für den mündigen Bürger steht. Für ein Land, in dem sich die Bürger an der Urne ausdrücken, ist dies ein eigenartiger Vertrauensbeweis. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.07.2010, 23:14 Uhr
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Nein, Nein Herr Lapin - so einfach und schnell geht das nicht. Mit Mittelalter und Wildwest hat das überhaupt gar nichts zu tun. Mit allem Respekt, dass Ihre Interessen wo anders zu finden sind - es geht hier auch um die Vereine, welche Teil eines Dorfes sind und bei jeder Obligatorisch-Durchführung grosse Verantwortung übernehmen. Wir Schützen sind keine Cowboys sondern Sportschützen. Antworten
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