Überteuerter Wohnraum schadet der Gesellschaft
Von David Schaffner. Aktualisiert am 22.12.2010 4 Kommentare
David Schaffner
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Grossstädte, Ferienorte und Steuerparadiese – sie alle schlagen sich seit Jahren mit einem immer schwerer wiegenden Problem herum: Obwohl die Wirtschaft brummt und es allen gut gehen sollte, können sich immer weniger Einheimische eine Wohnung leisten und müssen wegziehen. Der Grund: Während die Nachfrage die Immobilienpreise in die Höhe schnellen lässt, stagnieren in vielen Branchen die mittelständischen Löhne oder nehmen real gar ab.
In Zürich oder Genf hängt diese Entwicklung mit der Personenfreizügigkeit zusammen. In Steueroasen wie Zug oder Schwyz verdrängen internationale Konzerne und ausländische Superverdiener den Mittelstand. Hoch oben in den Ferienorten bauen lokale Baufürsten alte Häuser in luxuriöse Ferienwohnungen um. Manch ein Einheimischer sieht sich gezwungen, hinunter ins Tal zu ziehen.
Zug hat sich nun als erste Gemeinde dazu durchgerungen, diese Vertreibung der Einheimischen aus dem Paradies mit einem neuen Instrument zu bremsen. Die Stadt hat Spezialzonen geschaffen, in denen strenge Vorschriften gelten: Auf der Hälfte der Fläche muss preiswerter Wohnraum entstehen. Das ist ein sinnvoller Entscheid, an dem sich andere Gemeinden ein Vorbild nehmen sollten.
Denn die Verdrängung der Einheimischen trifft unsere Gesellschaft in ihrem Mark. Kein anderes Land setzt derart auf ziviles Engagement wie die Schweiz. Anstelle von Beamten verrichten hier die Bürger sehr viel Freiwilligenarbeit – in Schulpflegen und Vereinen. So bleibt die Steuerlast gering, und die Identifikation mit dem Staat ist gross. Wollen die Gemeinden diese Vorteile behalten, müssen sie dafür sorgen, dass die Bürger nicht verschwinden. Hinzugezogene Manager werden kaum einspringen.
Mit der Einrichtung von Spezialzonen ist das Wohnungsproblem allerdings noch nicht gelöst: Es braucht zusätzlich Geld, um darauf Wohnungen zu bauen. Woher solche Mittel stammen könnten, hat CVP-Nationalrat Norbert Hochreutener kürzlich in einem parlamentarischen Vorstoss skizziert: Wer bei der Einzonung von Bauland einen Gewinn erzielt, soll künftig eine Steuer entrichten, die den privaten Wohnungsbau in Zonen für Einheimische subventioniert. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.12.2010, 21:20 Uhr
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4 Kommentare
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Bei meinem Besuch diesen Herbst in der Schweiz musste ich feststellen, wie ungkuecklich die Schweizer ueber die Wohnungssituation sind. Wie soll das noch herauskommen... gebaut wird wie verrueckt, die Preise steigen enorm und ploetzlich gibt es einmal einen Wohnungspreis Zusammenbruch wie in der USA. Antworten
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