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Von Janine Hosp. Aktualisiert am 03.08.2010 2 Kommentare

Janine Hosp.

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Die Zürcherinnen und Zürcher erobern sich ein Stück Stadt zurück: Wenn die Westtangente zwischen Hardbrücke und Sihlhochstrasse als Quartierstrasse wiedereröffnet wird, werden Bäume stehen, wo sich bis gestern Mittag Autokolonnen hindurchwälzten. Plätze mit Bänken und Brunnen werden eingeweiht, wo bisher niemand auf die Idee gekommen wäre zu verweilen.

Die heutige Generation flickt die Stadt, die vor über 40 Jahren durch eine falsche Verkehrsplanung beschädigt wurde: Statt den Durchgangsverkehr um Zürich herumzuführen, zwang man ihn nach amerikanischem Vorbild mitten durch die Stadt. Mit der Westumfahrung versucht man nun, den Fehler auszubügeln. Die Reparatur erweist sich allerdings als schwierig, denn jetzt, wo die Schneisen in die Stadt geschlagen sind, will der Verkehr sie nicht mehr hergeben. Seit Jahren wird heftig um den Stadtraum gerungen: Der Verkehr will mitten in die Stadt, die Anwohner möchten Ruhe; der Verkehr fordert Parkplätze, die Anwohner wollen an deren Stelle lieber Strassencafés.

Nun ist der Verkehr keine bösartige, anonyme Masse, welche die Stadt unwirtlich machen will. Auch Anwohner sind zuweilen Autofahrer und haben es in der Hand, die Nachfrage nach Strassenraum zu senken. Immer mehr Pendlerinnen und Pendler tun dies auch – weil ihnen mit der S-Bahn eine gute Alternative zur Verfügung steht. Diese transportiert heute um 150 Prozent mehr Fahrgäste über die Stadtgrenze als 1990 bei ihrem Start. Dagegen zählt die Polizei weniger Autos auf den Einfallachsen.

Zu flicken gibt es in Zürich noch viel: Das Strassenstück, das gestern gesperrt worden ist, ist nur ein Teil der Westtangente; Richtung Norden führt diese über Hardbrücke und Rosengartenstrasse weiter, Richtung Süden über die Sihlhochstrasse. Vor allem um die Zukunft der Rosengartenstrasse wird heute gestritten. Wenn die Autofahrer mit dem geplanten Tram aber auch hier eine gute Alternative erhalten, braucht es am Ende gar keinen teuren Waidhaldentunnel – die Zürcher müssen die Zukunft der Rosengartenstrasse einfach auch mit ihrem VBZ-Abo bestimmen statt alleine mit ihrem Abstimmungszettel. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.08.2010, 23:40 Uhr

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2 Kommentare

Martin Holzherr

03.08.2010, 12:33 Uhr
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Eine Stadtplanung, die vor allem an die Bewohner denkt, gibt es in Zürich tatsächlich noch nicht so lange. Aber auch Entscheidungen des Stimmvolks haben dazu beigetragen, das Zürich immer noch vom Auto dominiert wird. Mit einer U-Bahn - in mehreren Abstimmungen abgelehnt - wären Teile Zürichs auch ohne Strasse besser und schneller verbunden . Antworten


Rolf Bleiker

03.08.2010, 22:32 Uhr
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Es gab in Zürich nie eine konsequente Verkehrspolitik. Vorschlag: Von Aussen in die Stadt mit dem Auto kommen erschweren (sehr hohes Roadpricing). Mit ÖV kommen radikal erleichtern (Park and Ride, noch bequemerer ÖV). Velo radikal fördern (Velowege, Mietvelos). StadtbürgerInnen aber wird das Abstellen des Autos in der Stadt nicht erschwert. Für eine einwohnerfreundliche, ruhige Welt-Pilot-Stadt! Antworten



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