Meinung

Die Wahrheit störte nur

Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 15.01.2011 1 Kommentar

Arthur Rutishauser

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Nun ist es also quasi amtlich: Die Verantwortlichen der UBS wussten viel früher als bisher bekannt vom Umfang der Krise, in der das Unternehmen steckte. Spätestens Anfang Juli 2007 war der Geschäftsleitung bekannt, dass wegen der faulen Hypothekarkredite in den USA Milliardenbeträge abgeschrieben werden müssten und dass ernsthafte Schwierigkeiten für die Bank drohten.

Persönlich handelten die involvierten Manager rational und verkauften schnellstmöglich ihre UBS-Aktien. Dem breiten Publikum wurde nachher die Wahrheit scheibchenweise präsentiert, und über ein Jahr lang wurden praktisch wöchentlich neue Hiobsbotschaften gesendet – aber nie kamen alle Fakten auf den Tisch. So konnten die Herren ihre Aktien zum Höchstpreis verkaufen, die Wahrheit hätte nur gestört. Auch auf Managementebene wurden erste Konsequenzen gezogen, CEO Peter Wuffli musste gehen. Allerdings wurde in Abrede gestellt, dass dies im Zusammenhang mit Milliardenabschreibern stehe, über die bereits gemunkelt wurde.

Nun weiss man aus der Lektüre des Sanktionsentscheids der Börse, dass dies nicht stimmt. Zum fraglichen Zeitpunkt wussten die Verantwortlichen von drohenden Milliardenverlusten und besprachen sich bereits untereinander, ob, wann und wie umfassend man das Publikum informieren wolle. Man beschloss, vorerst zu schweigen, und jeder, der zu diesem Zeitpunkt sein Geld in die Bank investierte, war der Dumme.

Gravierend ist auch, dass offenbar nicht nur das Publikum belogen wurde, sondern wahrscheinlich auch die Aufsichtsbehörde EBK. In einem im Herbst 2009 erschienenen Bericht der Finanzmarktaufsicht Finma steht wörtlich, die UBS-Manager hätten angegeben, sie hätten erst im August 2007 erfahren, dass die Bank ein Problem mit faulen Hypotheken habe. Auch das ist nun widerlegt.

Fragt sich, ob dies alles jemals Konsequenzen haben wird. Die UBS findet, es sei unnötig. Bei der Finma will sich auch keiner die Finger verbrennen, und man verweigert gar Antworten auf parlamentarische Anfragen von FDP-Nationalrat Philipp Müller. Bleibt die Politik. Immerhin sind es nicht mehr nur linke Parlamentarier, die klagen wollen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.01.2011, 00:07 Uhr

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1 Kommentar

daniel meewis

20.01.2011, 12:39 Uhr
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Die grosse Lüge ist leider schon länger im umlauf Schon ende des letzten Jahunderts war klar das die Zahlen gefälscht sind,Enron und Konsorten. Alles was bis Heute passierte ist , sind nur Ablenkungs und Vertuschungsmanöver. Am ende zahlt das irregeführte Volk die Zeche, ohne zu fragen. Bundesrat und Banken bringen die Moral ins wanken Nimms den Armen und gibs den Reichen und den Banken. Antworten



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