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Die Familien einbeziehen

Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 03.09.2010 4 Kommentare

Daniel Schneebeli.

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Die Stadtzürcher Lehrerinnen und Lehrer bekommen immer häufiger Kinder zugeteilt, die kaum Deutsch sprechen. Mit solchen Schülern wird es natürlich schwierig. Wie soll eine Lehrerin unterrichten, wenn die Kinder einfachste Anweisungen nicht verstehen? Das Problem ist in Zürich bekannt, und die Sozialdemokraten reagieren mit einer naheliegenden Lösung: Die Kinder sollen Deutsch lernen, bevor sie in die Schule kommen, also mit drei. Mit drei hat ein Kind eben gelernt, selber aufs Töpfchen zu steigen oder die Hände zu waschen.

Ist es nicht ein bisschen viel verlangt, wenn es dazu noch eine Fremdsprache lernen muss? Sprachforscher plädieren zwar für den frühen Beginn des Sprachenlernens. Dennoch sind selbst sie uneins, ob Kleinkinder nicht erst in der Muttersprache sattelfest werden sollten.

Ausländerkinder müssen Deutsch lernen, das schon. Aber ihre Nachteile gegenüber Schweizer Kindern würden damit nicht behoben, wenn sie es schon mit drei tun würden. Denn meist liegen die Wurzeln ihrer Probleme in den Familien. Viele Eltern fremdsprachiger Kinder verstehen kein Deutsch und wollen es auch nicht lernen. Sie leben am Rand der Gesellschaft, haben kaum Kontakte über ihre Landsleute hinaus. Sie kennen die Schweizer Lebensgewohnheiten und die Mentalität nicht, und sie betrachten die Schule als notwendiges Übel. Kinder, die so aufwachsen, haben schlechte Karten.

Die Integration von fremdsprachigen Kindern muss deren Familien einschliessen. Darum ist der Vorschlag des Ausländerbeirats für «aufsuchende Elternarbeit» vernünftig. Es braucht Vermittler zwischen Schule und Familien – am besten integrierte Ausländer, die beide Seiten kennen und beide Sprachen sprechen. Sie können bei den Ausländerfamilien Vertrauen schaffen und ihnen Mut machen, aus der Isolation zu treten.

Freiwillige Deutschkurse für dreijährige Ausländerkinder richten kaum Schaden an – aber sie sind auch teuer, und es ist fraglich, ob die richtigen Kinder davon Gebrauch machten. Deshalb wäre das Geld besser eingesetzt, wenn man damit Mentoren finanzierte, die nicht einzelne Kinder begleiten,sondern ganze Familien – auch zumWohl der Zürcher Lehrerschaft. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.09.2010, 22:07 Uhr

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4 Kommentare

Rudolf Burgener

12.09.2010, 15:57 Uhr
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Diese Problem ist schon ein ur altes Problem. Schon als Kind erlebte ich, wie junge ausländische Menschen ihre eigene Sprache sprachen und sprechen, aber kein Wort Deutsch, geschweige unser Dialekt verstanden. Mit der Zeit sprechen sie etwas gebrochen Deutsch, während bei ihren Kinder weiterhin in ihrer Landessprache gesprochen wird. Darum bleibt dieses Problem, Versuche hin oder her. Antworten


Kerzenmacher Boris

12.09.2010, 15:57 Uhr
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Sind ja alles gutgemeinte Vorschläge.Hat nur einen Haken.Wer darf das denn wieder finanzieren.Es ist nicht einzusehen warum immer der Steuerzahler für Leute aufzukommen hat die schlicht zu faul sind sich hier anzupassen.Aufenthaltsbewilligungen sollten nur noch erteilt werden wenn eine Landessprache in Wort und Schrift beherrscht wird. Antworten


miriam berchtold

12.09.2010, 10:44 Uhr
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Die kulturellen Unterschiede sind teils so gross, da ausländische Eltern von den Lehrern erwarten, dass ihr Kind in der Schule erzogen wird. Ist es aber eine Lehrerin, dann wird es schwieriger. Denn in den für uns problematischen ausländischen Kulturen, sind Frauen unselbständige Wesen, die von den Männern befohlen werden können. Das bereitet auch mit Uebersetzern eine Schwierigkeit Antworten


Roberto Binswanger

03.09.2010, 10:55 Uhr
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Wenn Eltern sich nicht integrieren und nicht eine unserer Landessprachen lernen wollen, sollen sie sich nicht in der Schweiz aufhalten oder gar niederlassen dürfen. Sondern sie sollen in ihr Ursprungsland zurück. Ohne wenn und aber. Antworten



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