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Erpressung mit Happy End

Von Res Strehle. Aktualisiert am 05.03.2011

Res Strehle

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Die Verhandlungen zwischen der Stadt und den Zürcher Fussballclubs haben zu einem glücklichen Ende für alle Beteiligten geführt. Die Stadt senkt mindestens für ein Jahr ihre Miet- und Sicherheitskosten auf ein vernünftiges Niveau, Zürich bleiben nach wie vor zwei Fussballclubs erhalten, und der Steuerzahler trägt zur neuen Vereinbarung nicht mehr als ein Fünfzigstel der öffentlichen Beiträge an das Zürcher Opernhaus bei.

Dass dabei auch jene mitzahlen, die mit Fussball nichts am Hut haben, ist nicht weiter stossend. Schliesslich finanzieren auch jene die Zürcher Oper mit, die noch nie einen Fuss ins renommierte Haus gesetzt haben. So weit sind Fussball und Oper schliesslich gar nicht voneinander entfernt, beide kombinieren grosses Theater und Leidenschaft mit solidem Handwerk. An der strikten Trennung zwischen Hochkultur und Populärkultur halten nur noch Ewiggestrige fest.

Eine Erpressung mit glücklichem Ausgang für alle Beteiligten also? Nicht ganz, denn in den vergangenen Wochen ist auch einiges Geschirr zerschlagen worden. In erster Linie vom nun vordergründig erfolgreichen GC-Präsidenten Urs Linsi, der für seine an sich verdienstvollen Sparanstrengungen meinte, eine Drohkulisse aufbauen zu müssen. Seine schlecht rekognoszierten Auszugspläne nach Aarau und Emmenbrücke haben dem Image des Vereins, seinen Anhängern und der mitsamt ihrem Coach tapfer kämpfenden ersten Mannschaft nicht gut getan. Sie waren wenig dazu geeignet, dem legendären Traditionsclub den alten Glanz zurückzubringen.

Gute Sanierer zeichnen sich dadurch aus, dass sie für die Zukunft ihres Objekts noch eine andere Vision haben als Sparen. Für GC und den FCZ hiesse das: zwei Fussballclubs mit unterschiedlicher Tradition und je eigenem – in der Grösse vergleichbarem – Anhang, die auf Augenhöhe rivalisieren und sich viermal jährlich in einem vollen Stadion packende Duelle liefern. Fussball auf dem Niveau von Pereiras Opernhaus. Basel und Bern haben das hingekriegt, viele andere europäische Städte auch. Mit ihrer Vereinbarung haben Stadt und Clubpräsidenten den Weg für Zürich geebnet – der Stadionbau darf nun nicht lange auf sich warten lassen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.03.2011, 22:39 Uhr

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