Leben
YSL kann aufatmen, Hedi Slimane kommt zurück
Von Olivia Müller. Aktualisiert am 08.03.2012 1 Kommentar
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Seine Zeit bei Dior Homme: Die neue Silhouette.Dossiers
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Soeben wurde offiziell publik, was schon lange hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde: Der 1968 in Paris geborene Hedi Slimane wird neu Chefdesigner bei Yves Saint Laurent. Er löst damit den Italiener Stefano Pilati ab, der zehn Jahre als Kreativchef amtete und dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Vor Pilati, war es Tom Ford, der es immerhin schaffte, den mit seiner Person verbunden Glamour auf das Unternehmen zu übertragen – als würdigen Nachfolger akzeptierten die anspruchsvollen Pariser aber weder Pilati noch Ford. Yves Saint Laurent selbst soll sich, so die Legende, immer nur Hedi Slimane als Nachfolger gewünscht haben.
Androgyn, bitte – selbst Lagerfeld beugte sich
Freude herrscht, denn Slimane galt als der verlorene Sohn der Fashionszene – fünf Jahre blieb er ihr fern. Eine lange Zeit in der schnelllebigen Modewelt. Wobei, richtig weg war er auch nicht. Zum einen, weil er die Mode so elementar prägte, dass sein Einfluss lange nachwirkte (er war es, der die männliche Silhouette zuletzt massgeblich veränderte), zum anderen, weil er noch immer künstlerisch wirkte. Er designte wohl keine Kleider, fotografierte aber umso mehr.
Sein Durchbruch gelang Slimane bei Yves Saint Laurent, wo er mit nur 28 Jahren und eher unbekannt, überraschenderweise vom Grossmeister Saint Laurent persönlich zum Chefdesigner der Herrenkollektion berufen wurde. Slimane etablierte die schmale Passform, die engen Anzüge, die taillierten Vestons – nach Giorgio Armani in den 70er-Jahren wurde endlich wieder eine neue maskuline Silhouette erschaffen. Selbst Karl Lagerfeld konnte sich ihm nicht entziehen und hielt so lange Diät, bis er schliesslich in die schnittigen Anzüge von Dior passte!
Was darf man von ihm erwarten?
Im Jahre 2000, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, verliess er Yves Saint Laurent und wechselte zum Modehaus Christian Dior, wo er bis 2008 Chefdesigner war. Bezeichnend und unvergessen bleibt seine Männerlinie Dior Homme. Vor fünf Jahren kündigte er zum grossen Bedauern der ganzen Modewelt bei Dior und zog sich aus dem Modezirkus zurück. Er fürchtete um seine künstlerische Integrität in dem zunehmend vom Marketing dominierten Business. «Ich wollte in kein System mehr eingebunden sein, sondern mich nur der Fotografie widmen», sagte Slimane noch vor ein paar Monaten anlässlich einer Ausstellung in Los Angeles.
Slimane fand seine Inspiration für seine düsteren Rockstar-Looks, getragen an anämisch wirkenden Models, in den Underground-Clubs Berlins und Londons. Die ultraengen Anzüge mit der schmalen Krawatte sehen wir unterdessen an unserer Nationalelf. Was dürfen wir nun erwarten?
Dass er nun wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt, mag die einen überraschen, die meisten jedoch sind vor allem sehr, sehr erfreut darüber.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.03.2012, 11:00 Uhr
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