Vom Oberdeck aus die Pharaonen bestaunen
Von Rita Flubacher. Aktualisiert am 12.01.2012 3 Kommentare
(Bild: TA-Grafik mt)
Nil-Kreuzfahrt
Eine Fahrt auf dem luxuriösen Mövenpick-Schiff Royal Lily kann bei FTI Touristik AG gebucht werden. Die Kombination 1 Woche Nil-Kreuzfahrt auf der MS Royal Lily inklusive Flug nach Hurghada und Vollpension sowie 1 Woche Badeferien im Mövenpick Golf Resort (5 Sterne) in al-Gouna im Doppelzimmer mit Halbpension sind im Sommer ab 1862 Franken pro Person buchbar.Im Preis enthalten sind das Ausflugspaket, die deutschsprachige Reiseleitung sowie alle Transfers.
Für FTI fahren die 5-Stern-Schiffe MS Emely und MS Magic II ebenfalls auf dem Nil. Die Royal Lily legt während des ganzen Jahrs jeden Montag von Luxor ab und jeden Freitag von Assuan. Informationen und Buchungen im Reisebüro, telefonisch unter 0848 110 210 sowie unter www.fti.ch
Tagesausflug nach Abu Simbel mit Bus ab Assuan ab 110 Franken pro Person oder mit dem Flugzeug ab 246 Franken.
Die Nil-Kreuzfahrt und der Ausflug nach Abu Simbel fanden auf Einladung von FTI Touristik statt.
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Die Vergangenheit von Luxor ist Weltkulturerbe von höchster Bedeutung. Wohin das Auge blickt: Säulen, Obelisken, Statuen. Und das, obwohl sich das moderne, nicht sehr ansehnliche Luxor rasant ausbreitet. Hier, am Ostufer des Nils, liegen die grössten und überwältigendsten Tempelanlagen Ägyptens, verbunden durch eine mit Statuen gesäumte Allee. An Karnak, das als grösste Tempelanlage der Welt gilt, wurde über 2000 Jahre lang gebaut.
Schweift der Blick nach Westen, wo sich kahle Bergzüge am Horizont abzeichnen, blickt man ins Reich der Toten. Dort liegt der Eingang zum Tal der Könige. Am liebsten würden wir uns gleich für mehrere Tage abmelden und in die faszinierende Geschichte Ägyptens eintauchen. Doch Ahmed, unser Reiseleiter, bremst unseren Entdeckerdrang und geleitet uns freundlich, aber bestimmt zu unserem schwimmenden Hotel.
Aussicht – auch vom Bad aus
Die zur Mövenpick-Gruppe gehörende MS Royal Lily bietet 56 Kabinen sowie vier Suiten auf fünf Decks. Die Kabinen sind rund 22 Quadratmeter gross und komfortabel eingerichtet. Die grossen Kabinenfenster erlauben eine ungehinderte Sicht – selbst vom Bad aus. Restaurant und Lounge sind ebenfalls grosszügig ausgelegt, sodass sich die Gäste kaum einmal auf den Füssen stehen. In einem kleinen Fitnessraum mit Sauna kann man sich mit Blick auf den Nil ertüchtigen. Auch ein Masseur steht zur Verfügung. In der Internetecke kann gegen Gebühr gemailt und gesurft werden. (Während unserer Reise allerdings streikte der Computer samt Internetverbindung immer mal wieder.)
Der schönste Ort ist jedoch das Sonnendeck, das praktisch die ganze Länge des Schiffs einnimmt. Auf der Frontseite liegt das Schwimmbecken, in der Mitte trennt eine Freiluftbar den tagsüber fleissig genutzten Poolbereich vom Sitzbereich ab, von dem man mit Musse das Leben entlang des Nilufers verfolgen kann. Und von keinem anderen Ort aus lassen sich die zauberhaften Sonnenauf- und -untergänge besser geniessen als von hier.
Im Restaurant serviert das einheimische Personal eine internationale Küche, wie man sie aus Mövenpick-Hotels kennt. Das Frühstücksbuffet ist auf eine Kundschaft ausgelegt, die es gerne süss mag, die Auswahl an Gebäck ist erstaunlich und umfangreicher als das Früchteangebot. Das Mittagsbuffet ist ebenfalls reichhaltig, und man findet da und dort sogar ein Gericht nahöstlicher Provenienz. Am Abend sind A-la-carte-Gerichte angesagt. Die Weinkarte ist, wie es sich für Mövenpick ziemt, gut assortiert. Abendbekleidung wird nicht erwartet, die Gäste sollen sich entspannt in Freizeitkleidung bewegen können.
Kahler Talkessel des Todes
Um sechs Uhr früh überqueren wir die Nilbrücke Richtung Theben-West. Unser Ziel: das Tal der Könige. Auf dem Weg erblicken wir das Dorf Gurna. Dessen Einwohner gelten als die gewieftesten Grabräuber im ganzen Land, was nicht verwundert, befinden sich um und unter dem Dorf doch zahlreiche Gräber von Noblen aus der Königszeit. Am Eingang zum Tal der Könige werden die Touristen einer Eingangskontrolle unterzogen. Als Schock für die meisten Gäste entpuppt sich das absolute Fotografierverbot. Keine schlechte Sache, denkt man sich. Denn nun gilt es, sich den Ort ohne Digitalhilfe ins Gedächtnis einzuprägen.
Man kann sich keinen würdigeren Begräbnisort vorstellen. Der kahle Talkessel wird von der «Herrin des Schweigens», so der Name eines Berges, überragt und scheint für die Gewaltigkeit und Ewigkeit des Todes wie geschaffen. 64 Gräber von Königen und Prinzen finden sich hier. Mit Ausnahme jenes von Tutanchamun wurden praktisch alle ausgeraubt. Für die Touristen sind derzeit nur vier Gräber zur Besichtigung freigegeben. Der tägliche Ansturm von 10 000 bis 15 000 Gästen bis zum Ausbruch der Unruhen in Ägypten war eine Bedrohung für die in vielen Gräbern noch gut erhaltenen, über 3000 Jahre alten, teilweise farbigen, magisch-rituellen Wandmalereien. Sie sollten dem Toten helfen, sich im Jenseits zurechtzufinden und ewiges Leben zu erlangen.
Keine Gedenktafel für die Opfer
Südlich vom Tal des Todes liegt der Tempel von Hatschepsut, ein Meisterwerk der ägyptischen Baukunst. 1997 wurde hier ein Attentat auf Touristen verübt, die unter anderem aus der Schweiz hierher gereist waren; 58 Menschen starben. Als sollte das Schreckliche mit allen Mitteln getilgt werden, erinnert keine Gedenktafel an das Massaker. Im Tempel finden sich Reliefs von Schifffahrten nach Puntland (dem heutigen Somalia). Sie dokumentieren, welche vielfältigen Handelsaktivitäten die Ägypter unter Königin Hatschepsut unterhielten.
Am Nachmittag legt die MS Royal Lily ab und nimmt Kurs auf Assuan. Zwischen diesen beiden Orten treffen die arabische und die afrikanische Welt aufeinander. Die Hautfarbe der Einwohner wird immer dunkler, das Niltal verengt sich. Zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Weg in den Süden gehören Tempel aus ptolemäischer und römischer Zeit.
Spektakel an der Schleuse
Ein Spektakel bietet die Schleuse in Esna, einem Nadelöhr. Nur zwei Schiffe können jeweils in die Schleusenkammer einfahren, wo sie sieben Meter angehoben werden. In kleinen Booten umkreisen fliegende Händler die wartenden Hotelschiffe und bieten ihre Ware feil. In Plastik eingeschweisste Decken und Kleidungsstücke werden auf das Sonnendeck hinaufgeworfen – und meist sogleich wieder hinunter, weil die Touristen nichts kaufen mögen.
Der nächste Stopp findet beim Horus-Tempel von Edfu statt, dem besterhaltenen Tempel Ägyptens. Sogar die frühen Christen, die sonst überall gegen das «Heidentum» vorgingen, liessen die Reliefs des von den Ptolemäern errichteten imposanten Bauwerks unberührt. Malerisch, direkt über einem weit ausladenden Nilbogen, liegt der ptolemäische Doppeltempel Kom Ombo, in dem der krokodilköpfige Sobek und der falkenköpfige Haroëris verehrt wurden. In der Ferne sind Dörfer mit schmucklosen Betonhäusern auszumachen. Hier wurden Ende der 60er-Jahre Nubier angesiedelt, die durch den Bau des Assuan-Staudamms Häuser und Heimat verloren hatten.
Am späten Abend des dritten Tages fährt unser Schiff in den Hafen des nächtlich beleuchteten Assuan ein. Es ist das Tor zu Nubien, der Ort des «ersten Katarakts». Hier lag einst die Südgrenze des Pharaonenreichs. Wegen des angenehmen Klimas – trocken bei gleichbleibender Temperatur – galt Assuan lange als Winterkurort.
Das legendäre Old Cataract Hotel in Assuan ist nach dreijährigem Umbau inzwischen wieder offen. Hier stiegen einst VIPs aus Politik, Wirtschaft und Kultur ab, etwa Agatha Christie, die hier 1933 erste Skizzen zu ihrem Roman «Tod auf dem Nil» machte. Die französische Accor-Sofitel-Gruppe, der das Hotel gehört, hat so viel wie möglich vom Originalinterieur belassen.
Zersägte Tempelanlage
Abu Simbel erreicht man von Assuan aus per Flugzeug oder auch per Bus. Die Tempelanlage, die Ramses II. einst in der nubischen Wüste errichten liess, musste nach dem Bau des Assuan-Staudamms vor den steigenden Wassermassen gerettet werden. Die gewaltige Anlage wurde im Rahmen eines Rettungsprogramms der Unesco sorgfältig zersägt, durchnummeriert und 180 Meter entfernt vom aufgestauten Nilufer wieder zusammengesetzt.
Die Trennfugen sind heute kaum mehr erkennbar. Anstelle des Felsens, in den die monumentalen Figuren einst getrieben worden waren, wurde eine riesige Stahlbetonkuppel über den Tempel gestülpt. Obwohl der für Touristen errichtete Ort durch den künstlichen Aufbau etwas von seiner ursprünglichen Faszination verloren hat, sind die drei noch existierenden Ebenbilder von Ramses II. eindrücklich: Gebieterisch und doch unendlich friedlich lächelnd blickt er auf den Nil. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.01.2012, 08:48 Uhr
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3 Kommentare
Vom Oberdeck Abu Simbel bestaunen!
Es gibt auch einige wenige Kreuzfahrtschiffe die von Assuan auf dem Nassersee, dem Nubischen Meer, bis nach Abu Simbel fahren. Unterwegs gibt es viele interessante kleinere Tempel zu besichtigen. Der Höhepunkt ist aber eindeutig, wenn man sich langsam Abu Simbel nähert und vom Oberdeck dieses monumentale Bauwerk bestaunen kann!
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