Leben
Überleben – nur mit einem Messer
Erklärt, wie man in der Wildnis überlebt: «Outdoor Survival mit dem Messer» von Johannes Vogel. (Bild: PD)
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Stellen Sie sich vor: Sie stranden nach einem Schiffsunglück auf einer einsamen Insel. Sie überleben einen Flugzeugabsturz mitten im Dschungel. Oder Sie verirren sich auf einem Trekking. Weit abseits der Zivilisation geht es nun ums nackte Überleben.
Seien Sie beruhigt: Ihre Überlebenschancen stehen gar nicht so schlecht. Vorausgesetzt, Sie verlieren weder ihren Kopf noch ihr Messer. Und vorausgesetzt, Sie haben vor dem Unglück jene Tipps verinnerlicht, die der Biologe Johannes Vogel in seinem Buch «Outdoor Survival mit dem Messer» zusammengetragen hat. Oder noch besser: Tragen Sie dieses auf Expeditionen stets auf sich. So holprig der Text teils formuliert sein mag – das Bändchen kann Ihnen das Leben retten.
Damit Sie gerüstet sind, falls Ihnen noch vor dem Abstecher in die Buchhandlung etwas zustossen sollte, listen wir hier schon mal einige der Tipps aus diesem Buch auf. Prägen Sie sich diese ein. Man kann nie wissen!
Wunden verbinden, essen, trinken
Dann also los: Analysieren Sie nach dem Unglück zuerst möglichst ruhig die Situation. Sollten Sie verletzt sein, verarzten Sie Ihre Blessuren notdürftig: Die filzige Schicht, die junge Baumpilze unter der Borke bilden, kann dabei als Wundverband eingesetzt werden. Bei einem Knochenbruch helfen Sie sich mit einer improvisierten Schiene aus flexiblen Hölzern und Halmen über die Runden. Versuchen Sie nun erstmals, die zum Überleben nötige Infrastruktur zu schaffen.
Bald schon wird Sie Durst und Hunger plagen. Nein, Brunnen zu graben beziehungsweise aufwendige Fallen zu stellen und Wildtiere zu jagen, all das liegt noch nicht drin. Suchen Sie stattdessen erstmals Grassamen und Pflanzen, von denen Sie wissen, dass sie nicht giftig sind. Essen Sie zudem Tiere, die einfach zu fangen sind: Insekten etwa, Spinnen, Schnecken, Würmer oder Krebse. Grübeln Sie etwa in morschem Holz – dort werden Sie garantiert fündig.
Aber Achtung: Diese Tierchen tragen oft Parasiten in sich. Deshalb müssen sie stets gut gekocht oder geröstet werden. Würmer werden am besten erhitzt und unzerkaut geschluckt. Radnetz- und Riesenkrabbenspinnen erschlägt man, röstet sie in heisser Asche oder kocht sie in Wasser. Asseln wiederum wickelt man aufgrund ihres mässigen Geschmacks geröstet in ein Blatt ein und schluckt das Päckli. Bei Käfern drückt man auf den Hinterleib. Stinkts nicht, ist der Käfer wohl nicht giftig.
Noch viel wichtiger ist natürlich die Flüssigkeit. Falls keine Quelle zu finden ist: Regenwasser in hohlen Baumstämmen oder in Felsdellen ist oft ohne Reinigung trinkbar. Ansonsten: Kochen Sie Wasser möglichst ab. Apropos: Ein Feuer zu entfachen, ist aufwendig und nicht ganz einfach. Es ist aber überlebenswichtig. Versuchen Sie es am besten mit einem Druckholz aus Holunder und einer Haselspindel.
Nie ohne Messer nach draussen
Dies alles und noch viel mehr liest man im Buch des von vielen Expeditionen gestählten Survival-Experten Johannes Vogel. Bei der Lektüre wird bald klar: Ohne Messer wirds schwierig. Sollten Sie also wieder einmal gefragt werden, was Sie am liebsten auf eine einsame Insel mitnehmen würden: Vergessen Sie das Messer nicht! (Berner Zeitung)
Erstellt: 15.04.2011, 12:59 Uhr
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