Lufthansa in billiger Gesellschaft

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 11.12.2009 8 Kommentare

Die deutsche Airline verkleinert die Abstände zwischen den Sitzen und damit auch zur günstigen Konkurrenz. Wie sieht es bei der Tochterfirma Swiss aus, und wo fliegt man am engsten?

1/8 Der Sitzabstand in den Flugzeugen der Swiss liegt mit 31 Zoll im Mittelfeld.
Bild: Keystone

   

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Das Geschäftsmodell der traditionsreichen Grossairlines ist unter Druck: Die Langstrecke wirft nicht mehr so viel Gewinn ab, dass damit die Kurzstreckenjets quersubventioniert werden können, die seit Jahren am Rand der Rentabilität fliegen. Das Hub-Konzept mit vielen Zubringerflügen, welche die grossen Maschinen füllen, funktioniert nur, wenn auch auf der Kurzstrecke Gewinne erzielt werden können.

Doch dazu fehlt es vielen traditionellen Fluggesellschaften an Konkurrenzfähigkeit. Die Krise zwingt die Airline-Manager, einschneidende Massnahmen gegen Unproduktivität und schlechte Kostenstrukturen zu unternehmen. In einem Interview mit der «Süddeutschen» erklärt Lufthansa-Vize Christoph Franz, welche Schritte sein Arbeitgeber machen muss, um mit der Konkurrenz mithalten zu können: Grössere Flugzeuge sollen mit mehr Plätzen täglich länger fliegen.

Lufthansa (LHA 8.479 0.09%) auf Ryanair-Niveau

Der Sitzabstand auf den Kurz- und Mittelstrecken wird bei der Lufthansa deshalb schrumpfen. Während eine Sitzreihe derzeit bis zu 32 Zoll, also 81,3 Zentimeter, beträgt, soll er nun auf 30 Zoll reduziert werden. Damit bleibt fast 4 Zentimeter weniger Platz bis zur Rücklehne des Vordermanns.

In einem Airbus A320 bringt Lufthansa dadurch zwei zusätzliche Sitzreihen unter und schafft damit Platz für 168 statt 156 Passagiere. Dadurch hofft der Konzern auf mehr Umsatz, hebt sich aber immer weniger von der Billigkonkurrenz ab. In Sachen Sitzabstand positioniert sich die Airline mit dem Kranich auf der Heckflosse in günstiger Gesellschaft: Ryanair bietet genau gleich viel Beinfreiheit, in den berüchtigt engen Easyjet-Flugzeugen bleibt nur ein Zoll weniger.

Swiss im Mittelfeld

Ein bisschen geräumiger geht es in den Flugzeugen der Swiss zu und her. Vor rund vier Jahren hat die Airline in ihrer Europaflotte die Sitze ausgewechselt und gleichzeitig die Abstände auf 31 Zoll verringert. «Obwohl es mehr Sitze im Flugzeug hat, reist man komfortabler», erklärt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. Die Rückenlehnen seien schmaler und die Sitztaschen nicht mehr in Kniehöhe, sondern weiter oben angebracht. Ausserdem spare das Mindergewicht Kerosin.

Eine neuerliche Umrüstung auf das Niveau der Konzernmutter plant Swiss gemäss Donzel nicht. «Uns ging es vor einigen Jahren schlecht und wir haben unsere Kosten deshalb schon damals reduziert.» Die Tochter hat die Diät bereits hinter sich – in der Krise folgen jetzt die Mutter und ihre Kolleginnen.

Lufthansa belässt es nicht bei neuen Sitzen. Auch das restliche Inventar kommt auf den Prüfstand. Eine Lufthansa-Sprecherin deutete an, dass Garderoben oder Küchen ausgebaut werden könnten, wenn die Flugzeuge nur auf sehr kurzen Strecken unterwegs seien. Essen und Trinken soll jedoch weiterhin im Flugpreis inbegriffen sein. Irgendwie muss man sich ja von der Billigkonkurrenz abheben. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.12.2009, 11:58 Uhr

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8 Kommentare

Ronnie König

10.12.2009, 12:42 Uhr
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Kein sehr weiser Entscheid, da tendenziell die Leute immer länger werden! Antworten


Thomas Meier

10.12.2009, 12:57 Uhr
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Danke Lufthansa. Damit fällt mir die Entscheidung noch leichter nicht mit Lufthansa zu fliegen. Mein Knie kommt jetzt bereits an der Rücklehne des Vordersitzes an, wenn ich Economy fliege. Auch in der Business Class gibt es massiv bessere. Denn nicht mal dort kann man komplett flach liegen und der deutsche Service ist eher ein Militärzirkus als ein Service. Antworten



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