Leben
Ein Barcelona-Führer, der alle Tricks der Strassendiebe kennt
Von Oliver Meiler, Barcelona. Aktualisiert am 30.08.2011 12 Kommentare
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Manchmal sollte man sich hüten, wenn einem auf der Rambla ein Ball entgegenrollt – so verlockend ein Ball in der amtierenden Welthauptstadt des Fussballs ja sein kann, so sehr er auch das schlummernde Talent im Mann kitzelt. Das Zuspiel könnte nämlich von einem halben «Ronaldinho» kommen, dem der Kopf nicht nach einem netten Spielchen steht, sondern nach der Brieftasche im Rucksack des Touristen. «Ronaldinho» ist auch nicht Brasilianer, sondern meistens Maghrebiner, und er hat Mitspieler, die den präzis inszenierten Spass vor Publikum für einen mittleren Hold-up nutzen.
So steht es in «Manguilandia», dem Taschendieb-Guide für Barcelona, Quartier um Quartier, der von Reisebegleitern erstellt wurde, in sozialen Netzwerken und Reiseblogs im Internet zirkuliert und mittlerweile offenbar auch von der Polizei genutzt wird.
Die linke Stadtzeitung «El Periódico» hat diesen etwas anderen Stadtführer gestern zu ihrer Hauptgeschichte gemacht und damit für einige Aufregung gesorgt. Nicht, dass das Phänomen neu wäre: Die Pickpockets von Barcelona gehören zu den dreisteren in Europa und trübten den Ruf der katalanischen Metropole immer schon.
«Moros» und «Moritos»
Nein, die Polemik ist entbrannt, weil die Zeitung auch die ethnischen Stigmatisierungen dieses informellen Informationsbulletins publizierte und sich nur halbherzig von der fragwürdigen Sprache distanzierte.
So werden die vermeintlichen Fussballer auf der Rambla als «Moros Ronaldinhos» beschrieben – als Mauren also. Von den «Bosnierinnen bei der Sagrada Família», Gaudis unvollendeter Kathedrale, heisst es, sie hätten «ihre Ästhetik verbessert», um weniger aufzufallen. Am Flughafen sollen Banden von «Moros» und «Moritos» (Südamerikaner) operieren.
Als «sehr aggressiv» gelten sodann die «Rumänen» an der Metrostation Paseo de Gracia, eine alte Bande, die zwar immer wieder mal ausgehoben wird, aber immer wiederkehrt. Sie arbeiten in Gruppen, stiften Gedränge an den Zugtüren oder betätigen den Notfallknopf, der die Rolltreppen stoppt, um dann vom Chaos zu profitieren. Das geht ganz schnell. Oft merken die Passanten nichts. Hüten soll man sich auch im alten Quartier Raval – zumal als Mann. Da kann es offenbar schon mal vorkommen, dass einem eine vermeintliche Prostituierte scheinbar spielerisch-provokativ in den Schritt greift, während eine zweite den delikaten Moment zum diebischen Griff in den Hosensack nutzt.
«Raffinierte» Spanier
Nur einmal tauchen auch «Spanier» auf in diesem Stadtrundgang der Kleinkriminalität – in der Kategorie der «raffinierten Banden» in Krawatte nämlich, die sich in Hotellobbys als Gäste ausgeben und fremde Koffer wegtragen.
«El Periódico» sorgt sich nun in einem Kommentar um die «touristische Wettbewerbsfähigkeit» von Barcelona, belastet vom Vorwurf: «Wenn man schon so genau weiss, wer wo was verbricht, und sich dennoch nichts bessert», klagt die Zeitung, «haben doch die Polizei und die Justiz versagt.» Das ist ein gutes Argument. Ach, übrigens: Es gibt offenbar auch Taschendiebe, die sich als Polizisten ausgeben, ja sie sollen gar die Bande sein, die am schnellsten wächst. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.08.2011, 21:27 Uhr
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12 Kommentare
Sobald es dann die Linken geschafft haben, dass auch die Schweiz für einen EU-Beitritt die letzten Hüllen fallen lässt, so schnell werden auch wir mit solchen Problemen konfrontiert sein! Ist dies wirklich so anstrebungswert? Und warum wollen uns diese Linken solche Zustände zumuten? Auch Berlin kämpft derzeit mit einem riesigen Roma Problem. Deshalb ist die EU schlicht zum Scheitern verurteilt! Antworten
Wer immer den Begriff "Gutmensch" anführt, disqualifiziert sich selbst, denn er stammt aus dem Nationalsozialismus abgeleitet aus dem Jiddischen "a gutt Mensch". Damit wurde Kardinal Graf von Galen bezeichnet, als er sich gegen die Vergasung Behinderter einsetzte. Und nun soll noch jemand diesen Begriff als Beleidigung gebrauchen. Unter diesem Aspekt bin ich gerne Gutmensch, ja und Ihr, Ihr seid.. Antworten
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