Auf grossem Fuss zum Matterhorn
Von Kornelia Stinn. Aktualisiert am 09.02.2009 1 Kommentar
Tipps & Infos
Panorama-Trail im Aletschgebiet. Verlauf: Bettmerhorn–Blausee–Bettmeralp/Riederalp, Länge 6 km, Höhendifferenz rund 700 m, Schwierigkeitsgrad mittel.
Gourmetangebot: abendliche Schneeschuhwanderung mit Edelbert Kummer zur Alphütte mit Fondueplausch. Kontakt: Bettmeralp Tourismus, Tel. 027 928 60 60, www.bettmeralp.ch.
Panorama-Trail auf der Gemmi. Verlauf: Gemmipass–Lämmernboden–Lämmernalpe–Lämmerngrad–Rote Kumme–Daubensee, Länge 8,5 km, Höhendifferenz rund 320 m, Schwierigkeitsgrad mittel. Kontakt: Leukerbad Tourismus, Tel. 027 472 71 71, www.leukerbad.ch.
Panorama-Trail Moosalp. Verlauf: Moosalp–Stand–Restaurant Panorama Bürchneralp–Moosalp, Länge 7 km, Höhendifferenz rund 120 m, Schwierigkeitsgrad mit-tel. Kontakt: Bürchen Tourismus, Tel. 027 934 17 16, www.buerchen.ch.
Panorama-Trail im Goms. Schneeschuh-Trail Snow Rabbit, Verlauf: Skizentrum Bellwald– Flesche, Länge 6 km, Höhendifferenz rund 450 m, Schwierigkeitsgrad mittel. Kontakt: Bellwald Tourismus, Tel. 027 971 16 84, www.goms.ch.
Panorama-Trail oberhalb Zermatts. Verlauf: Gornergrat–Rotenboden–Riffelberg, Länge etwa 4,2 km, Höhendifferenz rund 500m, Schwierigkeitsgrad mittel. Kontakt: Zermatt Tourismusbüro, Tel. 027 9668100, www.zermatt.ch.
Panorama-Trail in Visperterminen. Verlauf: Giw–Gebidumpass– Gebidum–Gebidumpass–Giw, Länge etwa 6 km, Höhendifferenz rund 300 m, Schwierigkeitsgrad mittel. Tipp: Gourmet-Vollmondwanderungen am 14.Februar und am 11.März 2009, Dauer 19.00–23.30 Uhr, mit 5 Gourmetstationen, Start bei der Talstation Giw, Anmeldung bei Visperterminen Tourismus. Kontakt: Visperterminen Tourismus, Tel. 027 948 00 48, www.visperterminen.ch. ks
Der Mann mit der grossen Sonnenbrille und dem Schweizer Kreuz auf der dunkelblauen Mütze steht hoch oben auf dem Felsen direkt vor schwindelerregendem Abgrund. Es ist Edelbert Kummer, patentierter Skilehrer und pensionierter Tourismusdirektor von Riederalp. Mindestens 20 Personen sind es, die heute mit ihm auf Schneeschuhtour gehen wollen. Gleich nebenan halten ein paar Pistenflitzer inne, bevor sie die rasante Abfahrt hinter der Bergstation der Bettmerhornbahn hinabbrettern. Ein ehrfürchtiger Blick zum grossen Gletscher in den eisigen Abgrund muss sein.
Entlang dem Eisstrom
Wer in schroffer Tuchfühlung zum ewigen Eis des grossen Aletschgletschers bleiben will, der ist gut beraten, sich Schneeschuhe unterzuschnallen. Denn damit kann man abseits des Abfahrtsrummels auf bestem Logenplatz stundenlang das weisse Meer der Berge entlang dem grossen Eisstrom erobern. Ganz alleine sollte man dies hier oben freilich nicht tun.
Bei Edelbert Kummer aber ist man auf dieser Tour wohl aufgehoben. In seinem Prospekt preist er sie an als «Grattour mit rassigem Abstieg auf dem breiten Rücken zum Aletschplateau». Nun denn
Nach kurzem Vorgeplänkel schwingt sich der flotte Siebziger locker zwischen kleinen Felsen hindurch abwärts. «Nehmt die Abwärtspassagen in der Falllinie», rät er. Da wird auch mal ein Skigebiet passiert und dann wieder der grosse Abdruck in weite, unberührte Schneeflächen gesetzt. So arbeitet man sich vor – von einem Aussichtsplateau zum nächsten. Stets glänzt dabei die eisige Gletscherzunge tief unten jenseits einer schroffen Kante im Abgrund. Auf dem Biel ist der Rundumblick am weitesten. Berge satt: jene des Berner Oberlandes, die «Italiener» und natürlich die des Wallis. Frei stehende Felsen locken zum Sonnenbad.
Ein schmaler Saumpfad führt schliesslich um die letzten Felswände bis zur Moosfluh-Seilbahn. Dort ist auch der Blausee, und dort beginnt der rassige Abstieg. Der wird nicht in der Falllinie genommen. Den terrassiert Kummer in vier Abschnitte. Wem auch das noch zu rassig ist, der lässt sich auf dem Hosenboden in die Tiefe gleiten. Unten trennen sich die Wege nach Bettmeralp und Riederalp.
Hunger und Durst
Hunger macht sie, so eine Schneeschuhtour. Hunger und Durst. In Visperterminen oberhalb von Visp, dort, wo sich die höchstgelegenen Weinreben Europas befinden, hatte man die Idee zu einer Gourmet-Schneeschuhwanderung. Dabei kann man dann, während man von der Giw-Bergstation Richtung Gibidumpass stapft, auf verschiedenen Etappen einheimische Leckereien kosten. Natürlich auch den Heidawein, der im Herbst in den höchsten Parzellen der Gemeinde gedeiht. Wo keiner der tief verschneiten Bäume sich mehr verbeugt, erinnern dann sanfte Schneehügel an eine Wüstenlandschaft oder an Sanddünen am Meeresufer, in die der Wind seine Muster gekämmt hat. Und in naher Ferne grüssen die weissen Gipfel.
Herrlicher Rundumblick
Das ist auch so am 2122 Meter hoch gelegenen Plateau des Stand auf der Moosalp. Einen herrlichen Rundumblick hat man von hier aus auf die weissen Kappen der Walliser und der Berner Alpen. Schnell findet man sich hier wie da abseits des Skigetümmels wieder und sackt auch schon mal metertief ein im glitzernden Schneeteppich.
Das geht einem auch in den Höhen von Leukerbad so. Gleich unterhalb des 2350 Meter hohen und einstmals nur unter grossen Gefahren zu begehenden Gemmipasses, der das Berner Oberland mit dem Wallis verbindet, schmiegt sich in eine Mulde der Daubensee. Man trifft hier auf Langläufer, die ihre Spuren ziehen, Spaziergänger, die von Kandersteg herkommen, und andere Schneeschuhwanderer, die auf ihren grossen Sohlen unterwegs sind. Eine liebliche Szenerie inmitten wüsten Felsgebirges. Des Abends kann man dann in Leukerbad abtauchen in entspannendes Thermalwasser. Hier empfiehlt sich die Alpentherme, wo der älteste Brunnen des kostbaren Wassers sprudelt oder das quirlige Burgerbad mit seinen Lichtsymphonien. Besonders aussichtsreiche und auch unberührte Hänge gerade gegenüber der Zipfelmütze des Matterhorns gibts am Gornergrat. Nur vereinzelt sind hier Wanderer auf den Quadratlatschen unterwegs. Und schliesslich lockt auch noch das wildromantische Goms zu Füssen des Grimsel-, des Nufenen- und des Furkapasses. Das schmale Tal mit seinen uralten Bauernhäusern ist zwar vor allem wegen seiner Langlaufloipen bekannt, hat aber auch verschiedene interessante Schneeschuh-Trails zu bieten. Auf aussichtsreiche Höhen oberhalb der Baumgrenze hoch über Bellwald führt zum Beispiel der Snow Rabbit Trail. Da streift der Schneeschuhwanderer über enge Pfade waldaufwärts und balanciert über eine schmale Holzbrücke, unter der in einer Schlucht wilde Eisskulpturen spriessen
Viel gibt es zu entdecken auf den Panorama-Schneeschuh-Trails des Oberwallis. Unschlagbar aber ist stets das Gipfelerlebnis mit dem weiten Blick in das weisse Meer der Berge.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 09.02.2009, 11:56 Uhr






