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Wie die C99 Albertslundsruten in die Schweiz kommen soll
Von Olivia Raths. Aktualisiert am 07.05.2012 40 Kommentare
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Unbedrängt von Autos auf einer Velo-Schnellstrasse ins Stadtzentrum radeln: Seit April ist dies in Kopenhagen Wirklichkeit. Die 17,5 Kilometer lange C99 Albertslundsruten ist die erste von insgesamt 26 Velo-«Autobahnen» in und um die dänische Hauptstadt. Dies berichtet das Schweizer Reisebranchen-Fachmagazin «Travel Inside» auf seiner Website.
Die dänischen Velo-Schnellstrassen sind unter anderem mit Ampeln und Geschwindigkeitsanzeigern ausgerüstet sowie alle 1,6 Kilometer mit Velopumpen, sollte es mal einen platten Reifen geben. Bei den Ampelkreuzungen sind zudem Gitter aufgestellt. An denen können sich Velofahrer aufstützen, damit sie beim Halt keinen Fuss auf den Boden setzen müssen.
Winterthur macht Nägel mit Köpfen
Sind Velo-Schnellstrassen nach dem Muster von Dänemark auch ein Thema in der Schweiz? Pläne gibt es etwa im Kanton Zürich: «In Winterthur sind Velo-Schnellrouten bereits im Agglomerationsprogramm als Massnahmen vorgesehen», wie Anselm Schwyn, Mediensprecher des Amts für Verkehr des Kantons Zürich, auf Anfrage sagt. «Die Routen sollen einst die Stadtzentren mit den Quartierzentren sowie den Agglomerationsgemeinden verbinden.» Realisiert werden könnten die Routen bereits ab 2015.
In der Stadt Zürich soll an der Josefstrasse im Kreis 5 zwischen Hauptbahnhof und Hardbrücke eine Velo-Hauptachse entstehen, auf der kein Autoverkehr mehr erlaubt sein soll. Dies verlangt ein momentan hängiges Postulat von Grünen, SP und GLP. Wenn es an Kreuzungen mit Querstrassen zum Kontakt mit Autos kommt, sollen Velos den Vortritt haben. «Von einer Velo-Schnellstrasse kann hier nicht die Rede sein», sagt Matthias Probst, Gemeinderat der Jungen Grünen, der mit vier Mitunterzeichnern das Postulat beim Stadtrat eingereicht hat. Dieser wurde aufgefordert, ein entsprechendes Konzept für die Umsetzung zu erarbeiten.
«Ein Leuchtturm in der Velowelt»
Auch bei Pro Velo Kanton Zürich befürwortet man die Idee der Velo-Hauptachse Josefstrasse, wie Geschäftsführer Dave Durner auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet ausführt. Für eine Schnellroute wäre allerdings das Sihlquai besser geeignet, meint er. Dort gebe es weniger Strassenquerungen, und die Strecke wäre ideal für den Anschluss ans Limmattal. Die durchgehende Streckenführung und die Überholspuren sind zwei Aspekte, die Durner an den Velo-Autobahnen von Kopenhagen besonders lobt. Als «Leuchtturm in der Velowelt» bezeichnet er das dänische Konzept, das Veloverbindungen zwischen den Agglomerationen und der dänischen Hauptstadt vorsieht.
Gibt es im Kanton Zürich überhaupt Potenzial für solche Strecken? «Ja, etwa im Limmattal, Sihltal oder Glatttal», ist Durner überzeugt. «In diesen Regionen wächst die Bevölkerung rasant, die Distanzen zur Stadt sind relativ klein, und die flache Topografie wäre gut geeignet für Velos.» Eher problematisch sei es entlang den Ufern des Zürichsees, weil die Platzmöglichkeiten zu beschränkt seien zwischen Wasser, Strassen und Hügeln. Derzeit arbeitet Pro Velo an einem Streckenplan für die Zürcher Agglomerationsgemeinden. Laut Durner soll er diesen Sommer präsentiert werden.
Routen im Limmattal sollen geprüft werden
Velo-Schnellrouten im Limmattal sind immerhin bereits ins Agglomerationsprogramm des Kantons Zürich aufgenommen worden. Laut Anselm Schwyn vom Amt für Verkehr sind sie also erst ein strategisches Ziel. Eine konkrete Linienführung für eine Ost-West-Route wird noch geprüft.
Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen (Astra), befürwortet den Ausbau der Velostrecken ebenfalls: «Es ist sicher wichtig, dass die klassischen Verkehrswege entlastet werden.» Ob dafür Velo-Schnellstrassen nötig sind, kann er nicht beurteilen. «Ich möchte jedoch nicht ausschliessen, dass hier etwas in dieser Art einst Realität werden könnte. Wichtig ist der Mix der Verkehrsmittel», so Rohrbach. Die schlussendliche Planung und Umsetzung sei jedoch nicht Aufgabe des Bundes, sondern der Kantone und Regionen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.05.2012, 14:57 Uhr
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40 Kommentare
Dänemark, Holland und zunehmend auch Deutschland entwickeln eine Velokultur mit entsprechenden Radwegen, Parkplätzen und Bahnanschlüssen. In den ersteren Ländern dürfte so die Volksgesundheit gestiegen sein. So etwas könnte auch in Zürich möglich sein. Idee eines Vorbildes könnte der Seefeldquai sein mit dem Veloweg ins Stadtzentrum. Dort müsste es aber weiter gehen bis Oerlikon und Schlieren. Antworten
Auf der Strasse ist der Velofahrer dann der verwundbarste Teilnehmer, dort fräsen dann diese Auto-Idioten voll Garacho an ihnen vorbei. Vielleicht sollte man es mal mit Toleranz und Rücksicht probieren als sich auf allen möglichen Fortbewegungsmitteln und Strassen zu bekriegen? Vollidioten gibts leider überall. Antworten
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