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Sitzplatzwünsche von ultraorthodoxen Juden stellen Airline vor Probleme
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Es ist eine Szene, die sich in Flugzeugen der grössten israelischen Fluggesellschaft El Al offenbar öfters abspielt: Männer fordern Frauen dazu auf, ihre Plätze zu tauschen, um nicht neben ihnen sitzen zu müssen. Es handle sich dabei meist um ultraorthodoxe Juden, wie die israelische Nachrichtenplattform Haaretz.com berichtet. Oft würden Gruppen von alleinstehenden Männern auch ganze Sitzreihen für sich reservieren und auf ihren isolierten Plätzen beharren.
Diese Sonderwünsche sind nichts Neues und werden schon seit Jahren angebracht, wie Kunden und Reiseveranstalter berichten. Laut Aussagen von Passagieren häufen sie sich allerdings in letzter Zeit. Das Verhalten sorge nicht nur für Unstimmigkeiten, sondern stelle die Fluggesellschaft auch vor eine Reihe logistischer Herausforderungen, wie Haaretz.com weiter schreibt.
Verspätete Starts, verwirrtes Personal
«Ich sass auf meinem Lieblingsplatz am Fenster, als ein Mann mich aufforderte, meinen Sitz zu tauschen, damit Männer neben Männern und Frauen neben Frauen sitzen können», erzählt eine Passagierin. Ein anderer Passagier berichtet, er habe sich geweigert, auf die Aufforderung zum Platzwechsel einzugehen: «Das ist mein Sitz. Ich habe ihn reserviert und ich habe ihn bezahlt.» Manchmal würden in solchen Situationen Flugbegleiterinnen intervenieren und versuchen, eine Lösung für das Sitzproblem zu finden.
Passagiere berichten denn auch, dass es wegen solcher Szenen immer häufiger zu Verspätungen beim Start komme, da sich das Einnehmen der Sitze derart in die Länge ziehe. Ausserdem entstehe oft Chaos bei der Essensverteilung, da die Sitzordnung durcheinandergeraten sei. Viele Passagiere zeigen sich allerdings auch verständnisvoll: «Ich finde, die Fluggesellschaft soll auf die Wünsche dieser Bevölkerungsgruppe ebenso eingehen wie beispielsweise auf jene von Eltern mit Kindern», sagt beispielsweise eine New Yorkerin, die regelmässig mit El Al nach Israel fliegt.
Die Berichte über derartige Sonderwünsche häuften sich, kurz nachdem ultraorthodoxe Juden die Geschlechtertrennung in bestimmten israelischen Quartieren, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Supermärkten gefordert hatten. Zehn Prozent der israelischen Bevölkerung gehören laut Berichten der «Financial Times» zur ultraorthodoxen Gemeinschaft, die eine besonders strenge Auslegung des Judentums praktiziert. Mit Geburtsraten von durchschnittlich sechs Kindern pro Familie werde der Anteil in den nächsten Jahren wahrscheinlich weiter zunehmen. (fko)
Erstellt: 29.03.2012, 10:25 Uhr
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