Leben

Jugend 2009: Ein Haufen Komplexe

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 13.05.2009 8 Kommentare

Teenager heute: Mit Sexualität und Porno haben sie kein Problem – dafür umso mehr mit ihrem Körper. Fast die Hälfte aller Jugendlichen findet sich zu dick.

Unzufrieden: Vor allem Mädchen fühlen sich in ihrem Körper nicht wohl.

Unzufrieden: Vor allem Mädchen fühlen sich in ihrem Körper nicht wohl.
Bild: Keystone

Es wird wohl nie eine Generation geben, die sich nicht kopfschüttelnd über die «Jugend von heute» auslässt. Bei den heutigen Teenagern scheint das gar nicht nötig. Die sind nämlich mehr als nur selbstkritisch, wie die neuste Studie der Jugendzeitschrift «Bravo» zeigt.

Freude an einer Schönheits-OP

So hat die Befragung von über Tausend Teenagern ergeben, dass die Mehrheit (78 Prozent) absolut normalgewichtig ist. Die Jugendlichen selbst gehen dafür umso härter mit sich ins Gericht: 56 Prozent der Mädchen sind mit ihrem Körper unzufrieden, bei den Knaben sind es knapp ein Drittel. Noch in der letzten Studie im Jahre 2006 waren die Jugendlichen deutlich zufriedener gewesen mit ihrem Körper und auch mit ihrem Gewicht.

Dabei sehen vor allem weibliche Teenager bei sich schnell Problemzonen: Bauch, Beine, Po und Brüste wurden dabei häufig genannt. Die kritische Haltung kommt nicht von ungefähr: Über 70 Prozent der Befragten glauben, dass wer schlank ist, automatisch beliebter ist. Viele wären deshalb gerne dünner, jedes dritte Mädchen und jeder zehnte Knabe zwischen 13 und 17 Jahren hat schon mal eine Diät gemacht. Jeder sechste befragte Jugendliche würde sich sogar über eine geschenkte Schönheitsoperation freuen.

«Generation Sehnsucht»

Doch es gibt auch Positives zu berichten – zumindest ansatzweise: Gemäss den Autoren der Studie, kann man bei der heutigen Jugend trotz vieler Bedenken und kolportierten Vorfällen nicht von einer «Generation Porno» sprechen. Gerade mal ein Prozent der Mädchen und acht Prozent der Knaben konsumieren regelmässig Pornografie. 35 Prozent der männlichen Teenager tun es «hin und wieder». Diese Neugier sei jedoch für Jugendliche ganz normal, so die Autoren.

Angebrachter wäre «Generation Sehnsucht», so die Autoren. Die Befragten hätten ein starkes Bedürfnis nach Geborgenheit in einer Partnerschaft geäussert und sehen sich nach Bindung und Nähe sowie Liebe und Romantik.

Weitere Eckdaten der Jugend:

  • Ihren ersten Freund oder ihre erste Freundin haben die Jugendlichen heutzutage im Alter von 13 bis 15 Jahren. Ihr «erstes Mal» erleben sie zwischen 16 und 17.
  • 28 Prozent der 11- und 12-Jährigen haben bereits alkoholische Getränke probiert, sieben Prozent waren schon einmal betrunken. Bereits jeder zweite 14-Jährige hatte schon mal einen Alkohol-Rausch.
(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.05.2009, 20:51 Uhr

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8 Kommentare

Ronnie König

13.05.2009, 15:52 Uhr
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Also von Natur aus wäre dies nicht so! Aber dank gesellschaftlicher Stimmung und abverheite Medien braucht sich niemand zu wundern. Am Ende müssen die Jugendlichen zum psychischen Pfiffledokter oder psychoplastischen Busenchirurgen pilgern. Zum Glück gibt es noch Normale. Aber über die grosse unspektakuläre Masse lässt sich nicht viel schreiben. Und keiner will es lesen. Ja wir haben ein Knacks. Antworten


Markus Altdorfer

13.05.2009, 15:55 Uhr
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Ist ja nicht verwunderlich dass so viele Jugendliche Probleme haben mit Ihrem Körper. Die Werbung und und das soz. Umfeld suggerieren einem ja ständig dass man möglichst dünn sein muss. Diese Gesellschaft hat teilweise völlig verdrehte Werte. Heute wird man schief angeschaut im Kafi wenn man zur 15 Uhr Pause einen Schoggistengel isst und ein Wohlstandsbäuchlein hat. Man ist gleich ein Sünder. Antworten



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