Leben

«Get me out of this plane!»

Aktualisiert am 01.05.2010 8 Kommentare

Von brennenden Flugzeugen und fehlenden Bordtoiletten: Leser von DerBund.ch/Newsnet erzählen ihre kuriosesten Geschichten, die sie auf Flugreisen erlebt haben.

Runter kommen sie alle: Swiss-Maschine kurz nach dem Start in Kloten.

Runter kommen sie alle: Swiss-Maschine kurz nach dem Start in Kloten.
Bild: Keystone

Die Reiseredaktion von «Spiegel online» wurde nach einem Aufruf an die Leser, über die schlimmsten und skurrilsten Erfahrungen an Bord zu berichten, mit Einsendungen überflutet. Die Aktion war so erfolgreich, dass jetzt die amüsantesten davon im Buch «Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt» publiziert wurden.

Auch die Leserinnen und Leser von DerBund.ch/Newsnet haben über den Wolken Turbulenzen aller Art erlebt. Mal ist das witzig, mal einfach nur erschreckend. Hier folgt eine Auswahl von Anekdoten. Viel Spass.

Leser Pierre Schneider erzählt eine Geschichte, die eine gute Freundin von ihm als Co-Pilotin einer kleinen Fluggesellschaft in Griechenland kürzlich erlebte: Vor Abflug versuchte eine Flugbegleiterin eine der Flugzeugtüren zu verriegeln. Trotz aller Kraftaufwendungen des herbeigeeilten Kollegen gelang es nicht. Der Kapitän wurde gerufen und versuchte es ebenfalls erfolglos; worauf er genervt ausrief: «In diesem Scheissflugzeug funktioniert auch rein gar nichts!»

Keine Toiletten auf einem 12-Stunden-Flug

Die nächste Anekdote könnte eine Erklärung sein, warum die Swissair schliesslich unterging. Heidi Meier, die heute in Japan lebt, schildert eine Szene auf dem Flug von Zürich nach Osaka: Ein Japaner fragte die Flugbegleiterin: «Where are the toilets?». Die Antwort: «Sorry Sir, this flight has no toilets!» Der Flug dauerte 12 Stunden. Und nochmals die Swissair: Michael Schatzmann aus Schaffhausen flog von Frankfurt nach Zürich. Nach etwa 20 Minuten «Fahrt» zur damals neuen Startbahn West meldete sich der Pilot: «Sehr verehrte Damen und Herren, den Rest des Weges nach Zürich fliegen wir noch».

Sauerstoffmasken sind keine Partyhüte

Von einem skurrilen Erlebnis berichtet Hanspeter Bodenmann aus Adliswil: Auf einem Lufthansa-Flug von San Francisco nach Frankfurt kurz vor der Landung. Das Fahrwerk wurde ausgefahren und das Flugzeug war kurz vor der Landung. Dann gab der Pilot vollen Schub und die Maschine startete durch. Der Kapitän meldete sich: «Es befindet sich noch eine Person auf dem WC. Ein Aufsetzen auf der Piste ist nicht zulässig!» Kurz darauf wurde eine ältere Dame in Decken gehüllt von den Flugbegleitern an ihren Platz geführt.

Thomas Gilgen hatte auf einem Flug im letzten Jahr von Johannesburg nach Kapstadt viel Spass: Nach der Standarddurchsage der Flugbegleiterin folgte noch dieser Satz: «Falls wir an Höhe verlieren, fallen die Sauerstoffmasken von der Decke. Bitte benutzen sie diese nicht als Partyhüte. Nachdem sie die Sauerstoffmasken übergezogen haben, beugen Sie sich nach vorne und küssen Sie Ihren Arsch. Goodbye!» Der Leser gibt den Hinweis, dass solche aufheiternden Momente bei der Fluglinie Kulula Air an der Tagesordnung seien.

Herr Lechner lebt noch

Hanspeter Lechner, wohnhaft in China, berichtet von einem eher erschreckenden Erlebnis einer Geschäftsreise von Zürich nach Birmingham im Oktober 1995: Beim Anflug auf Birmingham durfte die Maschine nicht landen und flog deshalb einige Warteschlaufen. Dabei konnte man den Flughafen sehen und eine riesige Rauchsäule. Die Feuerwehr war damit beschäftigt, ein brennendes Flugzeug zu löschen. Die Landung erfolgte dann aber problemlos.

Auf dem Rückflug: Alle Passagiere waren im Flugzeug und warteten darauf, dass die Maschine vom Gate wegrollt. Doch nichts geschah. Von meinem Fensterplatz aus konnte ich einige Techniker sehen, die aufgeregt diskutierten. Dann kletterte ein Mann auf die Tragfläche und hantierte mit einem Schweissbrenner.

Die Erinnerung an das brennende Flugzeug vor der Landung und das Wissen um einige Tausend Liter Kerosin im Flügel veranlassten Hanspeter Lechner den Sicherheitsgurt zu lösen, aufzuspringen und zur vorderen Tür zu rennen. Er schrie: «Get me out of this plane, get me out of this plane!». Nach einigen Minuten bequemte sich dann eine Flugbegleiterin zu ihm und fauchte: «Would you please go back to your seat, Sir.»

Herr Lechner lebt noch. British Airways ist er aber seither nie mehr geflogen.

Plötzlich auf der schwarzen Liste

Omar Ateya aus Basel kann ebenfalls von eine einschüchternde Anekdote erzählen. Es geschah vor neun Jahren auf einem Flug von Zürich nach Sharm el-Sheikh mit der Chartermaschine von Flash Airlines. Omar Ateya sass zusammen mit einem Freund in der Maschine und wartete zwei Stunden am Gate. Nach einer kurzen Busfahrt wurden die beiden wieder zurück ans Gate gefahren. Irgendetwas stimmte mit den Papieren des Flugzeugs nicht. Dann konnten sie endlich im Flugzeug Platz nehmen.

Es wurde von schlechten Sicherheitszuständen gemunkelt, weshalb die Abflugpapiere nicht beglaubigt wurden. Auf dem Weg zur Startbahn teilte der Pilot mit: «Aufgrund mangelnder Sicherheitsverhältnisse ist die Airline auf die schwarze Liste gesetzt worden.» Nur eine Sonderbewilligung machte den Start möglich. Der Flug verlief ereignislos.

Trauriger Schlusspunkt: Kaum ein Jahr später stürzte genau diese Maschine mit 196 Personen über Ägypten ab. (bru)

Erstellt: 01.05.2010, 14:20 Uhr

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8 Kommentare

Reto Berger

31.03.2010, 12:20 Uhr
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1997: Warten am Flughafen von Edinburgh auf die Maschine nach London. Die Durchsage meldet über 2 Stunden Verspätung und dass zur Überbrückung der Wartezeit ein Film an den Bildschirmen gezeigt wird. Der Film war AIRPORT. Ein Flugzeugkatastrophen Film mit Dean Martin und Burt Lancaster. Antworten


peter vogel

31.03.2010, 11:41 Uhr
Melden

Klar, haupsächlich billig fliegen. Qualität ist ja sowieso Nebensache. (Nein, es geht nicht um die Qualität des Essens) Kompetentes Personal ist ja auch zu teuer, oder? Antworten



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