Leben

Das Leben als Flirt

Von Michaela Kozelka (Clack). Aktualisiert am 26.07.2011

Suchen Sie eine neue Beziehung? Oder eine neue Stelle? Egal, sagen Karriereberater: Denn: Im Prinzip müssen sie dasselbe tun, um in Beruf und Liebe den besten Partner zu finden.

Wer die Regeln des Anbandelns kennt, bekommt auch den begehrten Job: George Clooney und Catherine Zeta-Jones in «Intolerable Cruelty».

Wer die Regeln des Anbandelns kennt, bekommt auch den begehrten Job: George Clooney und Catherine Zeta-Jones in «Intolerable Cruelty».
Bild: AFP

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Den Mann, der gern möchte, auf die Folter spannen: Deutsche Ausgabe des Dating-Klassikers von Ellen Fein und Sherrie Schneider.

Den Chef, der neue Mitarbeiter sucht, warten lassen: Banker-Fibel von Bestseller Autor Roy Cohen.

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Es war 190 Seiten stark und löste 1995 bei Feministinnen einen Sturm der Entrüstung auf: Das Buch «The Rules» von Ellen Fein und Sherrie Schneider gab Ratschläge für die Suche nach dem richtigen Lover. Denn die Regeln dieser «Time Tested Secrets for Capturing the heart of Mr. Right», so der Untertitel, waren ebenso detailliert wie stockkonservativ.

Und genau dieses Buch empfiehlt nun, über 15 Jahre später, der New Yorker Karriereberater, Buchautor und ehemalige Goldman-Sachs-Banker Roy Cohen zur Lektüre. Allerdings nicht für die Suche nach dem richtigen Mann, sondern für die Suche nach dem richtigen Job.

Erstaunlich. Denn die umstrittenen Datingregeln der Autorinnen laufen vor allem darauf hinaus, dass sich die Suchende rar macht und tut, als ob sie gar nicht suche. Zum Beispiel lautete eine der wichtigsten Empfehlungen von Ellen Fein und Sherrie Schneider, nach Mittwoch keine Einladungen mehr für ein Samstag-Abend-Rendezvous anzunehmen. (Lesen Sie auch: Hä?! Wie Frauen heute flirten.)

Und genau dasselbe gelte auch für die Jobsuche, findet nun Roy Cohen. Nichts da mit kurzfristigem Einverständnis zu einem Last-Minute-Vorstellungsgespräch - einer oder zwei Tage später reicht auch. Was dem potentiellen neuen Arbeitgeber zeigt, dass man beschäftigt ist. Und damit begehrenswerter, weil nicht sofort verfügbar.

Und wenn der neue Möchte-gern-Chef auf die Annahme des Angebotes drängt, lohnt es sich, ihn zappeln lassen. Genau wie einen künftigen Liebhaber. Das macht einen interessanter (und in diesem Fall ist es auch eine gute Vorbereitung für die Lohnverhandlungen).

Verschwenden Sie nicht ihre besten Jahre – weder im Job noch in der Liebe

Nun hat es in Amerika schon fast so etwas wie Tradition, sich in der Arbeitswelt an Rendez-vous-Regeln zu orientieren. Bereits 2009 landete Karriereexpertin Nicole Williams mit «Girls von Top: Your Guide to Turning Dating Rules into Career Success» einen Bestseller. Auch für Williams ist klar: Für die Frau geht es bei Mann und Job eigentlich ums Gleiche: Wie bekommt sie, was sie will und verdient hat? Immerhin geht Williams von weniger konservativen Liebes-Regeln aus; sie warnt beispielsweise davor, die wichtigen Jahre zu verschwenden - im falschen Job genauso wie beim falschen Kerl. Das heisst: Im Notfall sollte man besser den Mann raus- und den Job hinschmeissen, um etwas Besseres zu suchen. Auch wenn es schwer fällt.

Ins selbe Horn bläst Karriereberater Shawn Graham: Er vergleicht das Vorstellungsgespräch gar mit einem ersten Date. In seinem Ratgeber «Courting your Career» greift er ebenfalls auf die Grundsätze des klassischen Rendezvous zurück - nämlich die berühmte entscheidende Frage: Will der potentielle neue Boss danach mehr?

So gesehen haben Dating und Karriere tatsächlich einige Gemeinsamkeiten. Und richtig angewendet, könnten Frauen demnach alles haben: Den perfekten Job und den richtigen Mann. Jedenfalls, wenn sie die elementaren Flirtkenntnisse besitzen.

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Link (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.08.2011, 21:38 Uhr

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