Die Mehrheit bevorzugt Schweizer Spargel

Rechtzeitig zu Ostern startet die hiesige Spargelsaison. Wie essen die DerBund.ch/Newsnet-Leser das Frühlingsgemüse am liebsten? Auch darauf gibt unsere Umfrage eine Antwort.

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«Dieses Essen macht Appetit auf Sex», ­titelte die deutsche Boulevardzeitung «Bild» vor einigen Jahren. Es ging um Spargel, dieses allseits beliebte Gemüse, das in erster Linie wegen seiner phallischen Form immer wieder zu den aphrodisierenden Lebensmitteln gezählt wird. Nicht umsonst heisst es ja auch im Schlager «Veronika, der Lenz ist da» von den Comedian Harmonists, dass die Welt verhext sei, wenn «der Spargel wächst». Ist es frivol, da eine gewollte Doppeldeutigkeit herauszulesen? Wo doch schon im 19. Jahrhundert Ehemännern in Frankreich vor der Hochzeitsnacht geraten wurde, ganz viel vom Stangengemüse zu verspeisen, damit sie gewappnet waren für das, was folgen würde? Nun, geschadet hat es den Herren wohl kaum – wenn sie sich zumindest bei der schweren Sauce hollandaise, die gern zu Spargel gegessen wird, ein wenig zurückgehalten haben.

Apropos: Gerade weissen Spargel geniesst die DerBund.ch/Newsnet-Leserschaft am liebsten mit dieser Sauce aus reduziertem Weisswein, Eigelb und Butter (oder allenfalls mit Mayonnaise). Bei grünem Spargel ist man flexibler; auch mit Butter und Salz, als Salat, Risotto oder Beilage ist er populär. Was Köche jedoch aus dem Angebot verbannen sollten, ist die Spargelsuppe. Übrigens sind bei sechs von zehn Lesern weisse Spargeln beliebter als grüne. Und ein Grossteil der Leser wartet jeweils bewusst, bis der Schweizer Spargel erhältlich ist.

Einst als Medizin eingesetzt

Egal, ob weiss oder grün, es handelt sich beim Spargel um ein äusserst gesundes Gemüse: Zu gut 95 Prozent besteht es aus Wasser. Hinzu kommen Kohlenhydrate, Nahrungsfasern, Fett – und in viel geringeren Dosen vorhandene Inhaltsstoffe wie Kalium, Phosphor, Kalzium, Natrium, verschiedenste Vitamine. Es gilt, die Ägypter, Griechen und Römer zu erwähnen, die von solchen Inhaltsstoffen zwar noch nichts wussten, den Spargel aber dennoch als taugliches Mittel gegen Husten, Blasenkrankheiten und bei Geschwüren empfahlen. Der berühmte Arzt Hippokrates von Kos verschrieb ihn sogar gegen Leberentzündung. Von den Griechen kommt auch der Name: «Asparagos», was in etwa «junger Trieb» heisst.

Grafik: Die Auswertung der Spargel-UmfrageZum Vergrössern der Grafik bitte hier klicken.
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Glücklicherweise darf man Spargel auch dann verspeisen, wenn die Leber sich bester Gesundheit erfreut. Und so gönnt sich manche Feinschmeckerin, mancher Feinschmecker noch ein Gläschen Wein nebenher. Bloss: Welcher Tropfen passt eigentlich zu den weissen Spargeln mit ihrer leichten Bitterkeit? Viele Sommeliers greifen auf weisse Sorten zurück. «Weissburgunder, trockener Furmint oder trockener Riesling können passen, aber es kommt auch auf die weiteren Zutaten auf dem Teller an», sagt Stefan Iseli vom Restaurant Café Boy in Zürich. Auch Grüner Veltliner sei ein passender Begleiter.

Rotwein dazu? Weisswein? Rosé?

Beim grünen Spargel, der weniger bitter und darum einfacher mit Wein zu kombinieren ist, hat man mehr Spielraum: Hier passen neben Weissweinen auch fruchtige Rosés dazu, «gerade wenn die Spargeln gegrillt sind», sagt Iseli. Oder sogar Rotweine wie Gamay funktionierten.

Bleibt nur noch, den Geruch beim Wasserlassen zu thematisieren, den ein Grossteil der Bevölkerung ziemlich bald nach dem Genuss von Spargel bei sich bemerkt: Das Gemüse enthält Schwefelverbindungen, die vom Körper umgewandelt und mit dem Urin ausgeschieden werden. Aufgrund der wasserlösenden Wirkung des Gemüses geschieht dies auffallend schnell. Diese Stoffe gelangen übrigens auch in die Muttermilch – weshalb stillende Mütter sich beim ­Genuss zurückhalten sollten.

Für alle anderen gilt: Greifen Sie ungeniert zu, denn erst jetzt hat die Schweizer Spargelsaison begonnen – auch wenn Ware aus dem Ausland schon wochenlang in den Regalen feilgeboten wurde. Sie dauert allerdings nur bis 24. Juni, damit die Pflanzen sich danach wieder erholen können. Oder wie es eine fränkische Bauernregel etwas gar verkürzt ausdrückt: «Kirschen rot, Spargel tot.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.04.2017, 20:20 Uhr

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