Wir wollen ihre ganz persönlichen O-Töne!

Wir suchen: garantiert authentische Eigengewächse unserer Leser.

Weise Worte: Sie können das auch.

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Glaubt man bösen Zungen, so ist der O-Ton auf der Finaleseite die bestgelesene Rubrik dieses Blattes. Das ist natürlich Unfug, obwohl die zwanzigköpfige O-Ton-Redaktion wirklich sehr hart arbeitet, um jeden Tag ein originelles, Geist und Seele anregendes Zitat präsentieren zu können.

Der O-Ton soll aber offen sein für alle. Im vergangenen Jahr haben wir bekanntlich das 1. O-Ton-Festival lanciert. Leserinnen und Leser konnten Vorschläge einschicken, die sechs besten Zitate wurden abgedruckt. Damals waren selbst verfasste Texte noch nicht zugelassen. In der zweiten Ausgabe dieses Festivals verlangt uns aber genau nach dem: garantiert authentischen Eigengewächsen unserer Leser.

Auf die Einführung von Plagiatssoftware haben wir bewusst verzichtet, weil wir unseren Lesern vertrauen – und weil uns die Ausgaben für eine solche Aufrüstung garantiert nicht bewilligt worden wären. Nein, wir setzen ganz altmodisch auf die Lauterkeit der O-Ton-Lieferanten. Abschreiben geht also gar nicht, die kreative Auseinandersetzung mit literarischen Zitaten hingegen schon.

Wir erhoffen uns von diesem zweiten O-Ton-Festival nicht wenig: Das Ziel muss sein, dass neue geflügelte Worte das Licht der Welt erblicken, sich strahlend in die Lüfte erheben und eines Tages in den Sprichwortschatz eingehen und unseren Vorrat an Redensarten erweitern. Oder nehmen wir den Aphorismus, der rhetorisch kunstvoll eine Lebensweisheit oder eine Einsicht formuliert. Liest man einen Aphorismus, steht da meist der Name einer bereits vor langer Zeit verstorbenen Person darunter. Wir behaupten hier aber, dass die evolutionären Nachfolger des Aphorismus – oder seiner eng verwandten Geschwister Maxime, Sinnspruch oder Bonmot – überall um uns herum schwirren: in Slogans, SMS-Textmeldungen und Twitter-Nachrichten. Die Kurzform boomt. Aber bitte verschonen sie uns mit gedanklichen Kurzschlüssen und sprachlichen Schnellschüssen.

Das sind die Teilnahmebedingungen: Die maximale Länge beträgt 250 Zeichen, darin eingeschlossen sind die Nennung von Namen und Wohnort des Verfassers. Die Redaktion des «Kleinen Bund» wird die sechs besten O-Töne auswählen und mit ihnen eine exklusive O-Ton-Woche bestreiten. Den sechs Gewinnerinnen und Gewinnern winkt je ein Gratiseintritt zum «Bund»-Essay-Slam am 8. Juni im Kulturlokal Ono in Bern. Einsendungen bis 15. Mai 2017 an das Ressortmail: derkleinebund@derbund.ch (Der Bund)

Erstellt: 21.04.2017, 07:29 Uhr

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