Kultur

Sturz der Schweizermacher

Von Rico Bandle. Aktualisiert am 11.01.2011 34 Kommentare

Die Voraussetzungen waren ausgezeichnet: Das Genre des Mundart-Musical boomte, die Presse war von «Die Schweizermacher» begeistert. Doch das Musical ist ein Flop. Über die Gründe wird gerätselt.

1/10 Der Chic der 70er-Jahre bis in die Badezimmerplättliblumen und dazu ein süsses Liebespaar: Milena Vakulic (Iréna Flury) und Moritz Fischer (Rolf Sommer).
Bild: Keystone

   

«Die Schweizermacher»

Noch bis 27. März 2011 in der Maag Music Hall. Infos und Tickets: www.dieschweizermacher.ch

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Die Aufmerksamkeit war riesig, als Darko Soolfrank, der Produzent des Erfolgsmusicals «Ewigi Liebi» ankündigte, den erfolgreichsten Schweizer Film aller Zeiten als Musical auf die Bühne zu bringen. Kaum ein Musical genoss im Vorfeld bereits eine derartige mediale Aufmerksamkeit: Alle wollten wissen, wie der Streifen von Rolf Lyssy wohl auf der Bühne daherkommen wird, wer in die Fusstapfen von Emil Steinberger und Walo Lüönd treten wird.

Auch nach der Premiere schien noch, als würde «Die Schweizermacher» den Filmerfolg auf der Bühne weiterführen können: An der Premiere gab es eine lange Standing Ovation, selbst jene Tageszeitungen, die dem Genre sonst mit Nasenrümpfen begegnen, waren des Lobes voll. Die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens war überzeugt: «Das Musical hat das Zeug zum Kassenschlager.»

Frühzeitiger Abbruch

Daraus ist nichts geworden. Im Gegenteil, das Musical konnte nie recht abheben. Am 27. März, ein halbes Jahr nach der Premiere, ist endgültig Schluss mit den «Schweizermachern». Die Verantwortlichen sprechen von einer Auslastung von 70 Prozent, geben aber zu, dass diese nur dank vielen Promotionen mit vergünstigten Eintritten zustande kam. Zwar versuchte man, mit teuren TV-Spots zur besten Sendezeit das Ruder herumzureissen, der Effekt war allerdings klein. Die beste Marketing-Aktion war die Einsetzung von Walter Andreas Müller als resolute Hauswartin Frau Galli, die Travestie-Rolle liess die Zuschauerzahlen um gut 10 Prozent ansteigen.

Ob und wie viel Geld die Produzenten mit dem Projekt verloren haben, ist noch nicht bekannt. «Aber ein kommerzieller Erfolg wird es vermutlich nicht», sagt Mediensprecher Christoph Rüdt.

Wo liegen die Gründe?

Die Frage bleibt: Weshalb floppte ausgerechnet diese Produktion während andere Mundart-Musicals wie «Ewigi Liebi», «Dällebach-Kari» oder die «Niederdorf-Oper» grosse Erfolge waren? Ist das Publikum dem Genre bereits wieder überdrüssig? Der Produzent Darko Soolfrank weilt zurzeit in den Ferien und ist für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Dominik Flaschka, «Ewigi Liebi»-Regisseur und einer der besten Kenner der Branche zeigt sich auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet ratlos: «Auch ich habe keine Ahnung, weshalb das Projekt nicht funktionierte.»

Vielleicht ging es vielen potenziellen Zuschauern wie Emil Steinberger, der sich im Vorfeld schlicht nicht vorstellen konnte, wie das funktionieren soll. Als erstmals über das Projekt gesprochen wurde, meinte er gegenüber DerBund.ch/Newsnet: «Wie soll man aber zu der ernsten Thematik singen und tanzen? Vielleicht gibts ja ein Polizeiballett.»

Was meinen Sie, weshalb konnte «Die Schweizermacher» so wenige Zuschauer anlocken? Meinungen und Kommentare bitte unten anbringen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.01.2011, 12:09 Uhr

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34 Kommentare

Antonio Mezzetti

11.01.2011, 12:21 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Der Film war perfekt und ist immer noch top aktuell - leider. Wozu braucht man ein Musical? Emil hat Recht, da gibt es nichts zum Lachen ... Antworten


Marianne Biedermann

11.01.2011, 12:22 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Der Fiim war bereits perfekt, mehr bedarfs nicht. Antworten



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