Schlingensief muss passen
Hoffnung auf Heilung: Der einfallsreiche Regisseur will sich auf seine Behandlung konzentrieren. (Bild: Keystone )
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Nach der Diagnose einer neuen, schweren Krebserkrankung sieht sich der 49-Jährige nicht in der Lage, im geplanten Zeitrahmen sein Werk zur Aufführung zu bringen. Dies teilte das Kulturfestival am Freitag in Gelsenkirchen mit. In einem Schreiben an sein Team und die Leitung der Ruhrtriennale bedauerte Schlingensief die Absage. Das Festival veröffentlichte den Brief in voller Länge.
In dem Schreiben heisst es: «Es gibt jetzt leider ein paar harte Neuigkeiten, denen sofort nachgegangen werden muss! (...) Es ist für uns alle sehr bitter ... aber ich sehe nach sehr gründlichen und traurigen Überlegungen: diese Arbeit zu diesem Zeitpunkt würde keine Kraftspende, sondern nur ein höchstriskantes 'Spielchen' werden, das nur den einen Zweck hätte, nämlich so zu tun, als wäre die beste Therapie: Augen zu und durch. Und das darf jetzt auf keinen Fall passieren. (...) Aber nun heisst es, schnell auf die neuen Befunde reagieren, und dann erst sehen wir weiter.»
Schlingensief, der im Jahr 2008 bei der Ruhrtriennale mit seiner Inszenierung «Eine Kirche der Angst» Erfolge gefeiert hatte, wollte in dem neuen Stück sein reales Operndorf-Projekt in Burkina Faso aufgreifen. In seinem fiktiven Szenario wird Afrika plötzlich von Entwicklungshilfe überschwemmt. Schlingensiefs Operndorf, für das er im Februar den echten Grundstein gelegt hatte, wird in der Bühnenfiktion von UNO-Truppen besetzt. (raa/sda)
Erstellt: 03.07.2010, 07:37 Uhr
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