Kultur
Deutscher Kulturminister reagiert auf Knüsel-Buch: «Wir brauchen sie alle!»
Aktualisiert am 04.05.2012 5 Kommentare
Artikel zum Thema
- «Kulturpolitik ist keine Beschäftigungspolitik»
- Pro Helvetia geht auf Abstand zum «Kulturinfarkt»
- Grosse Kritik an Knüsels Kürzungsforderung
Teilen und kommentieren
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Keines der 145 öffentlich geförderten Theater und der 280 Privattheater sei verzichtbar und keine der freien Gruppen. «Wir brauchen sie alle!», sagte der CDU-Politiker vor dem Auftakt am Freitagabend gemäss Redetext. Die Vielfalt der deutschen Bühnenszene sei «weltweit einzigartig» und «eigentlich ein Fall für das immaterielle UNESCO-Welterbe».
Fussball-Bundesliga übertroffen
Neumanns Äusserungen sind als Replik auf die Thesen in der Streitschrift «Der Kulturinfarkt» zu verstehen. Darin hatte der Pro- Helvetia-Direktor Pius Knüsel zusammen mit drei deutschen Mitautoren vorschlagen, die Hälfte aller Kultureinrichtungen in Deutschland abzuschaffen.
Neumann unterstrich das Interesse der Bevölkerung am Theater im deutschsprachigen Raum. «Mit 19 Millionen Besucherinnen und Besucher von öffentlichen geförderten Theatern übertreffen diese bei weitem die der Fussball-Bundesliga mit 13 Millionen.»
Das Theatertreffen, das der Kulturstaatsminister am Abend eröffnen wollte, setzt seiner Ansicht nach auch international Massstäbe. «Und weil das so ist, wird das Festival mit der Unterstützung des Bundes auch weiter eine Zukunft haben», versicherte Neumann.
Inszenierung von Milo Rau
Eröffnet wird die 49. Ausgabe des Theatertreffens mit Sarah Kanes Trilogie «Gesäubert/Gier/4.48 Psychose» von den Münchner Kammerspielen. 13 Jahre nach Kanes Freitod inszenierte Regisseur Johan Simons ihre letzten drei Werke neu.
Neben Neumann wurden zum Auftakt im Haus der Berliner Festspiele beispielsweise die Schauspielerinnen Nina Hoss und Corinna Harfouch, deren Kollegen Ulrich Matthes und Otto Sander sowie der Autor Moritz Rinke erwartet. Angekündigt hatten sich auch die Regisseure Claus Peymann, Hans Neuenfels und Volker Schlöndorff.
Bis 21. Mai werden die von einer Jury ausgewählten zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der letzten Saison gezeigt, darunter «Hate Radio» des Schweizers Milo Rau. Das Festival bietet darüber hinaus ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Diskussionen, Konzerten und Partys.
(sda)
Erstellt: 04.05.2012, 16:31 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
5 Kommentare
Was der Kultusminister zu den Theatern in Deutschland sagt, ist richtig. Wir brauchen eine Vielfalt der Kultur mit einer Vielzahl von Bühnen. Was wir nicht brauchen, sind Pro-Helvetia-Direktoren, die den Kontakt zur Basis der Kulturszene und zu jungen Kräften verloren habe. Hr. Knüsel sollte sich ein nicht-kulturelles Betätigungsfeld suchen. Tobias Biancone, Generaldirektor Int. Theaterinstitut Antworten

Bitte warten







Die Welt in Bildern
















