Kultur

Den Nerv der Zeit getroffen

Aktualisiert am 04.09.2011

Bei frühherbstlichem Wetter ist das 32. Zürcher Theater Spektakel zu Ende gegangen. Die 110 Vorstellungen waren zu 77 Prozent ausgelastet. Der ZKB Förderpreis geht an die Produktion «El rumor del incendio».

Stimmungsvoll: Das Festival-Gelände am Zürichsee. (18. August 2011)

Stimmungsvoll: Das Festival-Gelände am Zürichsee. (18. August 2011)
Bild: Keystone

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Zur durchwegs positiven Bilanz, die Mediensprecherin Esther Schmid am Sonntag ziehen konnte, trug das traumhafte Wetter bei. Die Bars und Beizen auf der Landiwiese übertrafen ihre budgetierten Umsätze laut Schmid um rund zehn Prozent.

Nicht minder erfolgreich fällt die künstlerische Bilanz aus. Esther Schmid: «Mit dem Schwerpunkt 'Generationen' hat die Programmleitung offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen.» Das Interesse an den formal unterschiedlichen Produktionen sei ausgesprochen gross gewesen. Ein interessiertes und waches Publikum verfolgte auch die nicht immer einfachen Produktionen zum zweiten Festivalschwerpunkt, «Kunst und Revolte».

Die 110 kostenpflichtigen Vorstellungen waren durchschnittlich zu 77 Prozent und damit exakt gleich wie 2010 ausgelastet. 40 Vorstellungen waren ausverkauft. Insgesamt wurden 26'000 Billette (Vorjahr 27'500) verkauft. Die Open-Air- und Gratis-Produktionen auf der Landiwiese freilich stiessen auf ausnehmend grossen Publikumsaufmarsch. Rund 120'000 Menschen besuchten das 18-tägige Festival, wie Schmid sagte.

Preise nach Mexiko und Ägypten

Den mit 30'000 Franken dotierten 16. ZKB Förderpreis hat am Samstag das aus Mexiko stammende Trio Lagartijas tiradas al sol erhalten. Mit seiner Produktion «El rumor del incendio» arbeitet es die Geschichte der mexikanischen Guerilla-Bewegung in den 60er- und 70er-Jahren auf. Laut Jury gelang die szenische Umsetzung dieser Thematik auf spielerisch leichte Art und ist als mutig und sehr persönlich zu werten.

Mit dem ZKB-Anerkennungspreis in der Höhe von 5000 Franken zeichnete die Jury die ägyptischen Künstler Aly Sobhy und Omar Mostafa aus. Beide hätten in der viel beachteten Produktion «Lessons in Revolting» mitspielen sollen. Darin thematisiert das Dramaturgen- Paar Laila Soliman & Ruud Gielens die ägyptische Revolution des vergangenen Frühlings.

Weil Sobhy und Mostafa den Militärdienst verweigert hatten, erhielten sie jedoch keine Ausreisebewilligung. Dieser Mut war der Zürcher Jury nun den Anerkennungspreis wert. (pbe/sda)

Erstellt: 04.09.2011, 18:04 Uhr

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