Kultur
Diskussion
Wer hat, dem wird gegeben
Der Kanton Zürich vergibt seinen mit 40'000 Franken dotierten Förderpreis an Sophie Hunger – eine in den letzten Jahren ausnehmend erfolgreiche Künstlerin. Hat sie das überhaupt noch nötig? Mehr...
Von Michèle Binswanger.
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23 Kommentare
Die Zürcher machen sich gerne über den Thurgau lustig, aber unserer Kulturkommision ist es gelungen, sich auf ein weitgehend unbekanntes, kaum dem Gymnasialalter entwachsenenes Supertalent, das erst zwei Flaschen Whisky gewonnen hat, zu einigen und mit dem Kulturpreis auszuzeichnen. Beides Beispiele einer hilflosen, absurden Kulturpolitik, wie sie halt herrscht. Antworten
Wenn man den Preis für Sophie Hunger kritisiert, müsste man denjenigen für Bice Curiger fast noch mehr. Sie hat x gut dotierte Jobs und Mandate (Biennale Venedig, Kunsthaus Zürich, zahlreiche Kommissionen, Mitbesitzerin Parkett, usw.) und bräuchte das Geld ganz bestimmt nicht.
Sie leistet tatsächlich sehr gute Arbeit, aber man könnte sie auch auf andere Art ehren.
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Es ist nicht einzusehen, weshalb der Staat einer spätpubertäres, Gesäusel erzeugenden Halberwachsenen, die nicht einmal einen halbwegs vernünftigen Text zustande bringt, geschweige denn eine denselben auch noch nur ansatzweise in einer musikalisch relevanten Umsetzung vorzulegen in der Lage ist, irgendwelche Steuerknete in den bereitwillig aufgerissenen Schlund stopfen sollte. Antworten
Typisch Schweiz! Schweiz: Das ist zuweilen die Verbindung zwischen Neid und krankhaftem Runterzerren ins Mittelmass. Nun zerrt man mit dünnem Zeigefinger eine Debatte her über die Fördergelder für eine Künstlerin, die wohl weniger als eine Primarlehrerin verdient. Ich mag ihr jeden Rappen gönnen (bin kein Fan). Sie ist couragiert und talentiert. Frau Hunger hat Erfolg, weil sie härter arbeitet. Antworten
Und andere Künstler, die noch härter arbeiten als Frau Hunger und eventl. sogar talentierter sind?!
Fast alle Schweizer Künstler verdienen übrigens weniger als Primarlehrer, auch die erfolgreichen, ist leider so.Das ist nicht die Frage, es geht darum dass auch andere eine Chance erhalten sollen, nicht immer nur die ewig Gleichen, die nicht eigentlich Geld zum weiterkommen brauchen,sondern Kontakte
Populärkultur ist nichts, was man mit Steuergeldern fördern sollte. Pop ist per definitionem das Anliegen der breiten Massen, daher kann es sich von selber finanzieren über die sozialdarwinistische Erfolgsquote. Will man nicht die Urheberrechte abschaffen, reicht es gut zum Überleben. Antworten
Hochkultur ist nichts, dass man mit Steuergeldern fördern sollte. Die Oper etc sind Anliegen einer kleinen Elite (5-10%), die über genug Geld verfügt, sich dieses Pläsierchen und Sozialstelldichein auch zu leisten. Wir könnten ja die "sozialdarwinistische Erfolgsquote" gerne hier einführen, damit der Steuerzahler sieht, was mit seinem Geld passiert. Für den Pop, den Folk zahlt das tumbe Volk!
Offenbar ist es vielen nicht bewusst, dass trotz internationalen Erfolgen Frau Hunger nicht auf goldenen Rosen gebetet wird. Gründe (welche ich im Artikel vermisse): Mitmusiker, Equipement, Reise- und Unterkunftspesen, Management, Studioproduktionen, Werbung, Steuern, persönlicher Unterhalt, etc. Natürlich sollten diese Posten selbsttragend sein, dürften es aber nicht immer sein. Antworten
Stimmt, die anderen Schweizermusiker haben diese Ausgaben nicht, gell? Nur Frau Hunger....
Ich halte es für eine falsche Entscheidung. Ich selbst mag Sophie Hunger sehr aber was das Entwicklungspotential angeht sehe ich die Sache anders. Hunger macht nun mal keine "Hitparaden Musik" somit ist der Radius an Leuten die sie erreicht eher beschränkt. Egal ob im Ausland oder hier. Antworten
Auch Celtic Frost hatte für ihre letzte Veröffentlichung "Monotheist" im Jahr 2005 einen Unterstützungsbeitrag der Stadt Zürich erhalten.
z.B. Celtic Frost haben früher sämtliche grossen Hallen in den USA gefüllt und in London im Hammersmith Odeon abgespielt.
C.F. hatten einen immensen kulturellen Einfluss auf aktuelle Bands wie Metallica usw.
Ich bin mir sicher, C.F. hat noch nie einen finanziellen Support in der Schweiz gesehen. Peter Bänziger, ex-Jamarico
das mag stimmen. aber fördergelder sind, wie der name schon sagt: zur förderung da und ganz sicher nicht für künstler zu verwenden, die «es» schon geschafft haben.
...und würde die Stadt ihnen das Geld nachwerfen, würden Sie's nehmen. Das Raubkopiegedöhns ist übrigens ausgelutscht, weder cool noch intelligent, wer stolz daruf ist, sollte sich seine gesellschaftlichen Werte mal überdenken.
Ihre Fans wird's freuen, ich weiss aber nicht, ob sie sich ganz wohl fühlt dabei. Eine Musikerin von ihrem Format sollte sich ohne solche Förderbeträge über Wasser halten können. Ich hoffe, nächstes Jahr überlegt sich der Kanton Zürich besser, wen er fördert. Die einen haben Glück, kriegen Geld und können machen, was sie wollen, die andern, die vielleicht genau so gut wären, gehen leer aus. Antworten
Leider in den wenigsten Fällen, lieber Herr Brechbühl. Und gut ist schlussendlich auch wieder Geschmacksache.
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