US-Casting-Star zeigt in Zürich Ecken und Kanten
Aktualisiert am 02.03.2010 1 Kommentar
Acht Jahre ist es her, seit die damals 20jährige Kelly Clarkson als Gewinnerin der ersten Staffel von «American Idol» hervorging. Wie man es von anderen Retortenbands und -musikern kennt, ist eine durch ein Fernsehformat erlangte Berühmtheit meist von absehbarer Dauer. Und so sind einige Popsternchen, kaum aufgegangen, rasch wieder von der Bildfläche verschwunden.
Kelly Clarkson hingegen ist ein entscheidender Schritt gelungen. Am restlos ausverkauften Konzert im Zürcher Volkshaus wurde deutlich, dass die 27jährige Texanerin eben nicht nur Marionette der Musikindustrie ist, sondern hie und da Ecken und Kanten zeigt.
Dies schon durch ihre Erscheinung, denn Clarkson ist kein gertenschlanker Popstar, sondern wirkt optisch mehr wie das talentierte Mädchen von nebenan. In dieses Bild passten ihre unbeschwerten Ansagen zwischen den Liedern. So erzählte sie beispielsweise von ihrem sonntäglichen Bummel durch Zürich oder lachte immer wieder verlegen ins Mikrofon.
Rockige Attitüde
Obwohl einige Songs in belanglosen Radiopop einzuordnen waren, überraschte Clarksons rockige Attitüde, mit der sie an diese heranging. So fügte sich auch ihre kraftvolle Stimme in gitarrenlastigen Pop-Rock ein, und holte doch hier und da einen Funken Leidenschaft und Glaubwürdigkeit hervor.
Etwas, das sich auch daran zeigte, wie sich Clarkson an Coverversionen versuchte und Lieder der kanadischen Sängerin Alanis Morissette oder der Bluesrock-Band «The Black Keys» neuinterpretierte.
Coversongs und Herzblut
Sie wolle damit die Frage beantworten, was denn ihre Lieblingslieder seien, erklärte Clarkson, und obwohl ihre Coversongs nicht an die Originale herankamen, nahm man der Popsängerin eine ehrliche Musikbegeisterung ab. Möglicherweise ist dies auch einer der Unterschiede zu anderen musikalischen Emporkömmlingen der Popwelt. Denn im Gegensatz zu diesen scheint Clarkson nicht ausschliesslich pure Berühmtheit anzustreben.
Das verrieten an einzelnen Stellen ein paar Tropfen musikalisches Herzblut. Und nicht zuletzt die Art und Weise, wie die Sängerin ihre Lieder einleitete und manchmal gar eine kurze Anekdote dazu zum Besten gab. Kelly Clarkson, der nahbare Popstar, das Mädchen von nebenan, das man zumindest gerne als Nachbarin hätte. (rb/sda)
Erstellt: 02.03.2010, 14:57 Uhr
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1 Kommentar
Ohne eine richtige Ahnung zu haben, wer Kelly Clarkson ist bzw. was für Musik sie spielt, ging ich ans gestrige Konzert mit. Dass sie von einer Castingshow herkommt, merkt man ihr nicht an, offen, freundlich und gesprächsfreudig. Neben den Radioohrwürmern brachte sie mit rockigen Songs auch Stimmung in den Saal. Konzerte im kleineren Rahmen können manchmal ein musikalischer Leckerbissen sein. Antworten
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