Kultur
Lena: «Mein Ziel ist Schokolade»
Von Fabian Sommer. Aktualisiert am 04.08.2010 9 Kommentare
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Zur Person
Eine Gesangsausbildung hatte sie nie, und bis vor etwa einem Jahr hat Lena Meyer-Landrut vor allem unter der Dusche gesungen. Dann schwänzte die heute 19-Jährige aus Hannover einen Tag die Schule, um bei der Castingshow «Unser Star für Oslo» von Prosieben-Superstar Stefan Raab vorzusingen.
Ein paar Wochen später war Lena ein Star. Sie stieg mit drei Songs gleichzeitig in die Top 10 der deutschen Charts ein. Sie gewann die Castingshow. Und vor allem verzauberte sie mit ihrer ungekünstelten Art im Mai ganz Europa: Sie gewann den Eurovision Song Contest mit
76 Punkten Vorsprung und holte den prestigeträchtigen Titel nach 28 Jahren wieder nach Deutschland.
Mittlerweile hat Lena ihren Schulabschluss geschafft. Derzeit ist sie auf Promotour durch Europa. Sie rührt für ihre neue Single «Touch a New Day» die Werbetrommel.
Im Frühling 2011 geht Lena dann auf Tour. «Ein Konzert in der Schweiz ist noch nicht geplant», sagt die Hannoveranerin. «Wenn es aber eines geben wird, lasse ich es euch wissen, versprochen.»
Stichworte
Hallo Lena, Sie müssen unbedingt einen Schweizer heiraten.
Lena Meyer-Landrut: Wieso das denn?
Damit Sie für uns am Eurovision Song Contest teilnehmen können und wir endlich mal mehr als zwei Punkte holen.
Hm. Also das mit dem Heiraten überleg ich mir noch mal.
Wir brauchen wirklich dringend Hilfe. Können Sie unseren Contest-Versagern wenigstens ein paar Tipps geben?
Na ja, ich hab ja kein Geheimnis oder so. Ich glaube einfach, dass es wichtig ist, das zu tun, worauf man Lust hat. Das ist eigentlich schon alles, was ich dazu sagen kann.
Sie sind ja derzeit viel unterwegs. Kürzlich waren Sie in Paris und wollten unbedingt Schuhe kaufen. Jetzt sind Sie in Zürich. Was ist hier Ihr Ziel?
Ich hab ja noch nicht viel gesehen hier in Zürich, aber die Schweiz ist toll, so viel steht mal fest! Und mein Ziel ist Schokolade, klar.
Vor und nach Ihrem Sieg beim Song Contest reihten Sie Grosserfolg an Grosserfolg. Jetzt scheint das Interesse an Ihrer Person ein wenig abzunehmen. Der Vorverkauf für Ihre Konzerte im nächsten Jahr läuft schlecht, deutsche Zeitungen sehen Lena schon scheitern.
Ach, das beschäftigt mich überhaupt nicht. Die neue Single erscheint ja erst am 6.August, und die Konzerte sind ja erst im nächsten Jahr. Das wird schon werden.
Sie haben nie Motivationsprobleme?
Nee, überhaupt nicht.
Haben Sie sich mal überlegt, wie es denn wäre, in einer riesigen Halle vor ein paar hundert Nasen zu singen?
Nee, da mach ich mir noch keine Gedanken darüber.
Nach Ihrem grossen Triumph beim Eurovision Song Contest wollten Hunderte Experten das Phänomen Lena erklären. Haben Sie sich eigentlich mal selbst zu erklären versucht, weshalb sich Europa in Sie verliebt hat?
Och Gott, nee. Wie gesagt, ich versuch einfach immer, das zu machen, worauf ich am meisten Lust habe. Ich habe Glück, dass ich das jetzt tun kann und dabei unterstützt und beschützt werde. Ich fühl mich wohl, ich bin fröhlich und glücklich, das spüren die Leute.
In Porträts werden Sie wahlweise als «drollig», «kess», «niedlich» oder «lustig» beschrieben. Wie beschreiben Sie sich selbst?
Das weiss ich gar nicht, das ist schwierig. Wie würden Sie sich denn beschreiben?
Sie sind hier der Star und geben ein Interview.
Och Gott, ich weiss nicht. Ich finde echt kein Wort, tut mir leid.
Gut, andere Frage: Was war das Verrückteste, das Sie seit dem Contest-Sieg erlebt haben?
Ich bin viel gereist, ich war in London, Paris, Amsterdam, Wien, Zürich und habe viele Auftritte gemacht, viele Interviews gegeben. Hat Spass gemacht. Das Beste war bis jetzt das Pride-Festival in Schweden, wo ich aufgetreten bin. Wie die Schwulen feiern können, Wahnsinn!
In einem neuen Animationsfilm sprechen Sie die Rolle einer kleinen Schildkröte. Wie steht es eigentlich mit Ihren Schauspielplänen?
Da gibts keine Pläne. Ich konzentriere mich jetzt erst mal auf die Musik. Nächstes Jahr die Tour und die Titelverteidigung am Song Contest. Erst dann werde ich mir überlegen, was ich als Nächstes machen könnte.
Und in 10 Jahren haben Sie einen Bauernhof, einen Hund und eine Harley. Wie Sie sich das immer gewünscht haben. Och, ich weiss jetzt nicht, ob das schon in 10 oder doch eher in 20 Jahren so weit sein wird. Ich hab da noch nicht so Pläne gemacht. (Berner Zeitung)
Erstellt: 04.08.2010, 18:22 Uhr
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