Graues Mäuschen mit grossem Mundwerk

Von Von Sara Keller, SFD . Aktualisiert am 27.08.2010 4 Kommentare

Steff la Cheffe hat als Beatboxerin WM-Silber und als Rapperin den «M4Music»-Newcomerpreis gewonnen. Jetzt zeigt die Bernerin auf Clubbühnen, wieso ihr Debütalbum ein Überraschungs-Hit wurde.

1/6 Steff la Cheffe am diesjährigen Gurtenfestival.
Christian Pfander

   

Steff la Cheffe live

03.09. Lyss, Kufa
09.09. Zürich, Exil
17.09. Bern, Biennale
11.09. Schaffhausen, Tap
02.10. Bern, Mahogany Hall
12.11. Solothurn, Kofmehl
13.11. Kirchberg SG, Eintracht
19.11. Herisau, Zeughaus
27.11. Glarus, Holästei
03.12. Thun, Cafe Bar Mokka
04.12., Zofingen, OX.

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Als der Schweizer Grammy-Gewinner Andreas Vollenweider im Jahr 2008 das Internet nach einem Beatboxer durchsuchte, stiess der weltbekannte Harfenspieler auf das Video einer jungen Mundakrobatin namens Steff la Cheffe. Hinter dem Namen versteckte sich eine zierliche Bernerin, die mehr wie ein graues Mäuschen denn wie eine Chefin wirkte. Bis sie den Mund aufmachte.

Wie eine ganze Band

Steff la Cheffe, heute 23 Jahre alt, hat die Gabe, mit Lippen und Zunge jedes beliebige Schlaginstrument oder gleich eine ganze Band zu imitieren. Die Laute kommen knirschend, knacksend, aber immer mit viel Druck aus dem Mund und scheinen so gar nicht zum schmalen Körper zu passen, dem sie entspringen.

Andreas Vollenweider engagierte die Künstlerin als menschliches Schlagzeug für seine Welttournee: «Sie hat ein gestalterisches Gefühl für die Musik, wie ich es nur selten bei Musikern erlebt habe», so Vollenweider im Gespräch mit dem Feuilleton-Dienst.

Dabei stiess Steff la Cheffe eher zufällig auf ihr Talent. Vor zehn Jahren erhielt sie von ihrem Bruder eine CD des amerikanischen Künstlers Rahzel, Mitglied der Gruppe «The Roots», dessen Werk «Make The Music» fürs Beatboxen einen Meilenstein setzte.

Angefixt von Beatboxklängen

Die kleine Stefanie Peter, wie die Bernerin bürgerlich heisst, war angefixt: «Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste: Das will ich auch.» Drei Jahre lang hörte sie die CD rauf und runter, bis sie die Beatbox-Klänge nachmachen konnte. Zugleich fing sie aber auch an, ihre Gedanken und Gefühle in Texten niederzuschreiben. Tagelang arbeitete sie an einem Stück, bis sie mit der Geschichte und dem Textrhythmus zufrieden war.

Bald kam sie zu ersten Auftritten als Rapperin, als Beatboxerin schaffte sie es gar ins Ausland. Ihr Potenzial blieb bei Schweizer Musikschaffenden nicht lang verborgen, und so wird Steff la Cheffe von allen Seiten gefördert. Neben ihrem Produzenten Dodo und «Volli», wie sie Andreas Vollenweider nennt, unterstützen auch die Schweizer Rapurgesteine EKR und Sens Unik das Nachwuchstalent.

Provozieren ohne Flüche

Diesen Sommer trat Steff la Cheffe erstmals bei grossen Openairs auf und sorgte dabei für wahre Zuschaueraufläufe. Dabei – oder vielleicht gerade deshalb – verwendet Steff la Cheffe in ihren Songs genre-untypisch kaum ein Fluchwort. Das heisst aber nicht, dass die Studentin der soziokulturellen Animation nicht zu provozieren vermag. Doch sie tut es auf intelligente Art und Weise, verbindet scheinbar harmlose Wörter wie in ihrem Song «Chum i mini Chuchi» zu höchst zweideutigen und amüsanten Formulierungen.

Ein Mix, der das Ohr und den Geist nicht mehr verlassen will. Als Steff la Cheffe Ende April ihr Debüt-Album «Bittersüessi Pille» veröffentlichte, sorgte sie für eine kleine Sensation: Noch nie zuvor war das erste Werk eines Schweizer Rappers in der ersten Verkaufswoche in die Top Ten eingestiegen. «Bittersüessi Pille» fand sich gleich auf Rang 7 wieder. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.08.2010, 14:42 Uhr

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4 Kommentare

Sherlock Holmes

27.08.2010, 15:16 Uhr
Melden

Razhel ist Mitglied des Wu-Tang-Clans und nicht der Roots. Zudem hiess das Album "Make the Music 2000" und war ein Soloalbum von Rahzel. Nur falls es jemand aus Interesse suchen wollen sollte... Antworten


James Lehmann

27.08.2010, 18:22 Uhr
Melden

Ich finde Steffi super Antworten



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