Kultur

Dissen im Mundartrock-Milieu

Von Ane Hebeisen. Aktualisiert am 03.02.2012 2 Kommentare

Züri West veröffentlichen das erste Stück ihrer kommenden CD und zetteln in der heilen Berner Mundartrockwelt ein kleines Scharmützel an.

Führen die Kunst des Dissens in den Mundartrock ein: Züri West.

Führen die Kunst des Dissens in den Mundartrock ein: Züri West.
Bild: Annette Boutellier

«Göteborg»

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Der Anfang klingt wie ein Beitrag zum Anyone-Can-Play-Guitar-Festival: Ein Pfadfindergitarrenriff, zwei Akkorde, dann setzen Bass, Schlagzeug und Kuno Laueners Sprechgesang ein. Die neue Single unserer Berner Mundart-Institution Züri West ist musikalisch zunächst ein einfaches Gemüt, das Lied schraubt sich dann aber im Refrain mit Bläsern und Zimbeln zu einer nonchalanten Feierlichkeit hinauf, und punktgenau nach drei Minuten macht es schon wieder Feierabend.

Es heisst «Göteborg», und seine Geschichte ist schnell nacherzählt: Kuno fährt auf der Autobahn Richtung Zürich Flughafen, da klopft ein neuer Song bei ihm an. Ein Prachtstück mit Strophe, Refrain und dem Zeug zum Hit, doch Lauener ist auf der A-1-Überholspur nicht so richtig aufnahmefähig. Und so sagt er zu seinem Liedchen: «Gang doch zum Huber, dä isch viellech froh für nä Idee. Oder gang doch zum Hofer, däm isch es längwilig am Thunersee. Oder gang doch zum Heiniger, dä brucht vilech mau ä Hit. Nume zu mir muesch nid cho - i ha ke Zyt.»

Polemik um die kleinen Zeilen

Und schon geht sie los, die grosse Polemik um die kleinen Zeilen. Überheblich und anmassend sei das Gebaren von Züri West, klagen die einen, die andern werten die Zeilen als überfälligen Ausdruck eines vollkommen zu Recht kerngesunden Selbstvertrauens der geschmackssichersten Mundartrockband dieser Stadt. Doch die Kunst des Dissens, dieses im Hip-Hop etablierten verbalen Scharmützels am Frontmikrofon, ist in der Berner Mundartrockszene bis zum heutigen Tag noch nie versucht worden.

Zum grossen Showdown zwischen Kuno Lauener und dem angesprochenen Büne Huber von Patent Ochsner, die sich mit ihren Veröffentlichungen bisher geschickt aneinander vorbeikoordiniert haben, wird es nächstens ohnehin kommen. Das neue Züri-West-Album ist für den 23. März angesagt, Patent Ochsner bringen ihr neues Tonwerk Ende Mai heraus. Und beide werden sie in diesem Jahr am Gurtenfestival auf der Bühne stehen. Der Sicherheitsdienst der Broncos wird sich deeskalierende Massnahmen überlegen müssen. (Der Bund)

Erstellt: 03.02.2012, 13:29 Uhr

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2 Kommentare

Doris Wyssmann

03.02.2012, 15:43 Uhr
Melden 3 Empfehlung

;o)
Schöner Schlussabsatz!
Antworten


Mark Falb

03.02.2012, 16:23 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wer Peugeot 404 gefahren ist macht eh die bessere Musik. Gruss aus der Kramgasse Antworten



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