Die Messe des einen mit den vielen
Von Jean-Martin Büttner. Aktualisiert am 18.08.2011 37 Kommentare
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«We are here», singt er, wiederholt es mehrmals, und wir glaubens: Prince ist bei uns angekommen. Mit Gitarre, Klavier, Begleitband und einer grosszügigen Auswahl seiner 900 Lieder. Das klingt selbstverständlicher, als es ist. Vor einem Jahr hätte Prince in Genf spielen sollen; doch wurde sein Konzert erst verschoben, dann abgesagt. Und die wenigsten haben ihr Geld zurückbekommen.
Dass einige von ihnen das Hallenstadion deshalb boykottiert haben, zeigt sich daran, dass das Konzert vom Mittwochabend nicht ganz ausverkauft ist. Der Messe des einen mit den vielen kann das nichts anhaben. Nach kurzer Aufwärmphase mit etwas aufdringlich eingefordertem Mitklatschen und Switzerland-are-you-here-Anmache bestätigt der Star spielend und spielerisch, was er auf seiner laufenden Tournee fast jeden Abend demonstriert hat: wie gerne er auf der Bühne steht. Wie gerne er spielt und singt, wie gut er noch immer ist dabei.
Originale und Covers
Erstaunlich viele bekannte und entsprechend gefeierte Songs bestimmen das Konzert, darunter «1999», «Nothing Compares 2 U», «Cream», «Kiss» natürlich, ein grossartig gesungenes «Little Red Corvette» oder eine schnelle, scharfe Version von «Alphabet St.». Man hört diese Lieder umso lieber, als er die meisten von ihnen ausspielt, statt sie in hastigen Medleys abzufertigen wie auf früheren Tourneen.
Zwischendurch streut der Sänger Coverversionen ein, zitiert Zeilen von Michael Jackson oder Sly Stone. Dabei macht er jeden fremden Song zu seinem eigenen und führt jeden eigenen Song so auf, als habe er ihn gerade erst geschrieben. Das mag damit zu tun haben, dass Prince die Routine meidet: Über 150 Lieder hat er alleine in seinen letzten zwanzig Konzerten abgebrannt. Auch der Zürcher Auftritt, vor einer delirierenden Klientel triumphal abgehalten, zeigt einen Künstler auf dem Höhepunkt seines Könnens.
Es stimmt, Prince bringt die Musik nicht mehr als Innovator voran. Aber er trägt sie mit einer stupender Virtuosität und Spielfreude vor, er brilliert mit den unterschiedlichsten Genres, Tempi und Arrangements. Sogar das Mitsingen wird mit der Zeit zum Song. Am Schluss behauptet er, jeden einzelnen von uns zu lieben. Zu diesem Zeitpunkt ist man dermassen hinüber, dass man ihm sogar das abnimmt, für einmal widerspruchlos und in seltener Seligkeit. Dann kommt er zum nächsten Zugabenblock zurück. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.08.2011, 07:00 Uhr
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37 Kommentare
Prince war fantastisch! Zwar wars eine Oldies-Show (der aktuellste Song war wohl aus 1995: Gold), aber die Funk-Maschine lief wie geölt, die alten Hits liessen echt keinen kalt, die Stimmung im Hallenstadion war so gut wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe und Prince singt immer noch göttlich! 2 1/2 - Stunden vollgepackt mit guter Laune: solche Konzerte sollte es öfters geben! Antworten
Das war eine 80er Jahre Retroshow. Geboten wurde fast das komplette Album „Purple Rain“ dazu passend Songs, die unter dem Prince Pseudonym „The Starr“ von den Gruppe „The Time“ und „The Family“ veröffentlich worden sind, garniert mit Songs aus den Alben Controversy, 1999, Around the World in a Day, Parade, Sign O the Time. Zwischendurch 50 Leute aus dem Publikum auf der Bühne…TOLL! Antworten
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