David Bowie ist «friedlich eingeschlafen»

Mit 69 Jahren ist der britische Musiker David Bowie gestorben. Er erlag einem Krebsleiden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit 69 Jahren ist der britische Musiker David Bowie gestorben. Er erlag einem Krebsleiden, an dem er seit 18 Monaten litt. Laut einem Facebook-Post auf dem Kanal des Sängers ist er am Sonntag im Kreis seiner Familie «friedlich eingeschlafen». Die Familie bitte darum, ihr Zeit zur Trauer zu gewähren und die Privatsphäre zu respektieren.

January 10 2016 - David Bowie died peacefully today surrounded by his family after a courageous 18 month battle with...

Posted by David Bowie on Sonntag, 10. Januar 2016

Bowies Sohn Duncan Jones schrieb bei Twitter, er sei sehr traurig sagen zu müssen, dass die Todesnachricht wahr sei. Dazu postete er ein altes Bild, auf dem zu sehen ist, wie er als Kleinkind auf Bowies Schultern sitzt.

David Bowie gehörte zu grössten und einflussreichsten Musikern der vergangenen Jahrzehnte. Der Brite hatte erst in der vergangenen Woche ein neues Album herausgebracht: «Blackstar» erschien am Freitag - an Bowies 69. Geburtstag. Es enthält nur sieben Songs. Kritiker lobten die neuste Platte des Briten. Zuvor hatte der Musiker im Jahr 2013 das Album «The Next Day» herausgebracht.

In den vier Jahrzehnten seines Künstlertums beeinflusste der Superstar mehrere Generationen von Musikern. Er war als Texter, Komponist und Interpret aktiv. Berühmt war Bowie für seine exzentrische, schrille Art. Sein erster Welthit war 1969 «Space Oddity» aus seinem Debüt-Album «David Bowie». Der Erfolg war überwältigend. Mit Songs wie «Let's Dance», «China Girl», «Modern Love», «Fame» und «Heroes» feierte er seine grössten Triumphe. Kultstatus erreichten Alben wie «Aladdin Sane» und «Diamond Dogs». Er lebte von 1976 bis 1979 auch in West-Berlin.

Grösste Erfolge in den 70ern

Bowie wurde als David Jones am 8. Januar 1947 in Brixton geboren. Er wuchs in dem noblen Londoner Vorort Bromley auf. Bowie liess sich für einen grafischen Beruf ausbilden, ehe er Saxofon lernte und Schauspielunterricht nahm. In den 70er Jahren feierte er seine grössten Erfolge mit «The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars». Dabei schuf er auch die Figur des bisexuellen Ziggy. Sein androgynes Aussehen wurde zu einem Markenzeichen.

Sein letzter Streich: «Blackstar» von David Bowie. (Quelle: Youtube/DavidBowieVEVO).

Einer seiner grössten Hits: «Space Oddity» aus dem Jahr 1969. Quelle: Youtube/David Bowie)

Kein Kostüm war ihm zu verrückt

Im Anschluss kreierte Bowie Lieder und Figuren wie «Major Tom», «Thin White Duke» oder «Young American». «Die Zeit» schrieb 1989, keiner habe «dem Publikum so viele Gesichter gezeigt» wie Bowie, und wenn er Aufmerksamkeit wollte, sei ihm keine Pose zu exzentrisch, kein Kostüm zu verrückt gewesen.

In Berlin produzierte Bowie mit Brian Eno eine avantgardistische Pop-Trilogie aus den Alben «Low», «Heroes» und «Lodger». Er arbeitete auch mit anderen Topstars der Branche zusammen. Anfang der 80er Jahre nahm er etwa mit der Band Queen den Song «Under Pressure» auf.

Mitte der 80er Jahre wirkte Bowie jedoch ausgebrannt, wie Kritiker monierten. Ende der 80er Jahre versuchte Bowie ein Comeback und tourte mit der Hardrock-Band «Tin Machine». Der durchschlagende Erfolg blieb ebenso aus wie bei seinem 1993 veröffentlichten Solo-Album «Black Tie White Noise».

Auch als Schauspieler tätig

2002 brachte Bowie sein Album «Heathen» auf den Markt, mit dem er nach Kritikermeinung an alte Erfolge anknüpfen konnte. Danach wurde es ruhiger um ihn. Er soll einen Herzinfarkt erlitten haben. Vor drei Jahren dann brachte er das Album «The next day» auf den Markt.

Auch als Schauspieler hatte Bowie Auftritte. Zu sehen war er unter anderem in Filmen wie «The Man Who Fell To Earth», in «Christiane F.», dem Vampirfilm «Begierde» und «Ziggy Stardust». Bowie, bekennender Buddhist, war zwei Mal verheiratet und hat zwei Kinder. Das Supermodel Iman hatte er 1992 geheiratet.

Bowie und die Schweiz: Lesen Sie hier, warum der Musiker sein Chalet in Vevey hasste und welche Gründe sonst noch für die «Flucht» in die Schweiz sprachen.

«Ich habe nie einen Performer mit stärkerer Präsenz erlebt»: Popkritiker Christoph Fellmann über den verstorbenen Musiker. (dia/sda/afp/ap)

(Erstellt: 11.01.2016, 07:56 Uhr)

Stichworte

Artikel zum Thema

André Béchir: Wie er Bowie privat erlebte

Der Veranstalter hat vier Konzerte mit David Bowie in der Schweiz organisiert. Jetzt spricht er über den Menschen Bowie. Mehr...

Bowie und die Schweiz – das Chalet bei Vevey hasste er

Über zwei Jahrzehnte lang lebte der gestern verstorbene Musiker in der Schweiz. Über seine zwei Ehen, das Steuerasyl und die Flucht vor den Drogen. Mehr...

TA-Journalist: Erinnerung an 1996 im Hallenstadion

Video Popkritiker Christoph Fellmann spricht über den verstorbenen Künstler David Bowie. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Promotion

Kostenlose Ebooks

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Werbung

Kommentare

Werbung

Auswärts essen? Die Gastrokolumne.

Per Mausklick zur Gastrokritik: Wo es der Redaktion am besten mundet, kommen vielleicht auch Sie auf den Geschmack.

Ein Schulterklopfen vom Thin White Duke

Drei Begegnungen, die mein Bild von David Bowie prägten. Mehr...

David Bowie, ein Gast auf dieser Erde

Am Freitag hatte er sein kühnes neues Album veröffentlicht, am Sonntag ist David Bowie an Krebs gestorben. Ein Nachruf. Mehr...

Bowie: Der Mann, der in den Himmel fiel

Kritik David Bowie hat mit einer jungen New Yorker Jazzband ein grossartiges Album aufgenommen. Mehr...