Kultur
Anti-Brumm-Härtetest
Von Ane Hebeisen. Aktualisiert am 26.04.2012
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Tour-Blog
Der «Bund» begleitet die Tour der Faranas durch Burkina Faso. Im Blog «Afroboogie - mit den Faranas in Burkina Faso» sind täglich neue Abenteuer aus Afrika nachzulesen.
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Tag 1. Ouagadougou. Temperatur: 40 Grad. Stimmung: zwischen freudiger Erwartung und linder Paranoia. Sie sind angereist, um Afrika den helvetischen Afrobeat zu unterbreiten und nun sitzen sie im Frühstücksfernsehen der burkinischen TV-Station Canale 3 und sprechen über die Demokratie, die nicht nur in der Schweiz, sondern auch in der zehnköpfigen Band hochgehalten wird.
Vom Tourplan gestrichen: Mali
Die Berner Gruppe Faranas wurde vom Festival Jazz a Ouaga an den Äquator geladen. Von der Schweiz aus hat man weitere Konzerte organisiert, darunter wäre auch ein Auftritt am Festival Bamako Jazz in Mali gewesen, aber als dort finstere bärtige Herren die Macht ergriffen, denen es gefiel, ihre Pressekonferenzen in Tarnanzug und mit Maschinengewehren zu absolvieren, wurde von berufener Stelle geraten, diese Gegend aus dem Tourplan zu streichen. Und nun ist also Öffentlichkeitsarbeit in der Hauptstadt von Burkina Faso angesagt.
Eigentlich war der Auftritt im Frühstücksfernsehen als Live-Happening geplant, aber weil der Strom in Burkina Faso ein launischer Gespiele ist, musste kurzerhand umdisponiert werden. Das Warten hatte zur Folge, dass nicht nur die Schweizer Faranas-Abgesandten unschön in Schwitzen geraten sind, auch der Moderator glänzt puderlos in die Kamera. Der Kameramann empfängt während der Aufzeichnung Telefonate, und die Studiotür quietscht hemmungslos ins Geschehen.
Zwei schaurig schwitzende Schweizer
Mittendrin Trompeter Oggier Adrien und Vibrafonist Alig Dominik, die dem neugierigen Fernsehmann plausibel machen, warum man auch in der Schweiz der afrikanischen Musik zugetan ist. Die Sendung heisst Bonjour le Faso, das Studiodekor besteht aus Frischbackgipfeli, Plastikfrüchten und farbigen Tassen - und morgen dann wird Burkina Faso also von zwei schaurig schwitzenden Schweizern in den Tag geleitet.
Die eingangs erwähnte Paranoia, die in der Gruppe kursiert, rührt übrigens nicht von den etwas hartnäckigen Strassenhändlern, die sich um das Hotel der Schweizer postiert und offensichtlich bereits die Vornamen der einzelnen Musiker recherchiert haben und nun stündlich mit neuen Geschäftsideen vorsprechen.
Harassenweise importiert: Anti-Brumm
Nein, die Paranoia rührt vom Umstand her, dass Schlagzeuger Bürgin Fabian nach der ersten Nacht in Burkina Faso bereits erste Moskitoeinstiche zu beklagen hat. Gesprächsstoff Nummer eins ist nun, ob das harassenweise importierte Anti Brumm zur lebenserhaltenden und malariaabwendenden Substanz taugt oder vielleicht doch eher nicht. Der Bund wird es als erster erfahren.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.04.2012, 12:06 Uhr
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