«Wenn ich die Haie nicht verkaufe, kommen sie in meine Stube»
Interview: Rico Bandle. Aktualisiert am 25.01.2010 5 Kommentare
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Die Ausstellung
Damien Hirst, «Theology, Philosophy, Medicine, Justice», Galerie Caratsch, Zürich, bis 30. April.
www.galeriecaratsch.com
Haben Sie schon einen Käufer gefunden für die Haifischskulptur?
Nein.
Wer kommt überhaupt als Abnehmer infrage?
Alle Menschen auf der Welt. Das Werk ist so fantastisch, dass jeder daran Freude hätte. Ich kann mir sowohl Privatsammler als auch Stiftungen oder Museen als Käufer vorstellen. Bisher haben sich aber noch keine Interessenten gemeldet.
Das Werk gehört Ihnen, Sie haben es bei der letzten Hirst-Auktion ersteigert. Was geschieht, wenn Sie es nicht weiterverkaufen können?
Dann kommt es zu mir nach Hause.
In die Stube?
Ja, weshalb nicht? Hier handelt es sich um eines der interessantesten Werke der neueren Kunstgeschichte, dies zu Hause zu haben, wäre grossartig.
Nach der grossen Hirst-Auktion 2008 sackten die Preise in den Keller. Haben Sie sich verspekuliert?
Nein. Schauen Sie, die Haifisch-Skulptur ist einmalig und die einzige, die zurzeit auf dem Markt verfügbar ist. Wenn ich sie jetzt nicht für 10 Millionen Franken verkaufen kann, so vielleicht nächstes Jahr für 20 Millionen oder mehr. Man redet viel zu viel über den Geldwert von Kunst. Doch wenn jemand das Werk wirklich möchte, so spielt es keine Rolle, ob es nun 10 oder 100 Millionen Franken kostet, schliesslich handelt es sich um etwas Einmaliges. Hirst ist für mich der grösste Künstler seit Andy Warhol, sowohl was die Qualität und Bedeutung der Werke betrifft, als auch seine intelligente Art sich zu vermarkten. Die Versteigerung fand ja just an dem Tag statt, als die Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach. Dass die Kunstpreise seither leicht oder zum Teil auch stark gesunken sind, beschäftigt mich nicht; da gibt es immer mal wieder Schwankungen.
Wie ist eigentlich das Echo auf Ihre Ausstellung?
Fantastisch. Es kommen auch viele Leute, die sich sonst nicht für Kunst interessieren. Vor allem viele junge. Sie sind aber nicht nur von der Haifisch-Skulptur fasziniert, sondern auch von den anderen Werken, zum Beispiel jenem mit den Fliegen oder jenem mit den Zigarettenstummeln. Darauf kommt es mir vor allem an: Gute Ausstellungen zu machen, damit viele Leute an der Kunst teilhaben können.
Nehmen wir einmal an, ich möchte die Haifisch-Skulptur kaufen. Wie gehe ich vor?
Sie kommen zu mir, ich stelle Ihnen eine Rechnung aus. Wenn das Geld bei mir eingetroffen ist, gehört die Skulptur Ihnen. Nach Ausstellungsende im April organisiere ich auch den Transport zu Ihnen nach Hause oder in eine Lagerhalle. Aber Achtung: Die zweiteilige Skulptur wiegt insgesamt elf Tonnen, die kann man nicht in irgendeine Wohnung stellen.
(DerBund.ch/Newsnetz)
Erstellt: 25.01.2010, 14:23 Uhr
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5 KOMMENTARE
ja klar, herr caratsch stellt sich elf tonnen in die stube und atmet täglich ein bisschen formaldehyd ein. find ich gut.
Eingelegter Hai soll Kunst sein? Da zieh ich Hering in der Dose vor. Aber in Zürich ist das sicher Kunst. Sofern die Zürcher Kultur Maifa ihr "ja" dazu gibt. Kopfschüttel
Ich gehe davon aus, dass Caratsch weiss, dass sich Hirst auf dem internationalen Kunstmarkt nicht mehr verkaufen lässt. Hirsts Galerie in London sitzt auf -zig Werken, die keinen Käufer mehr finden. Aber eben, vielleicht findet sich ja unter den ach so urbanen Zürcher Trendbünzlis noch jemand mit genügend Kleingeld aber mangelndem Kunstverstand. Bin da recht optimistisch...
Ja ich habe auch noch eine sehr grosse Klangskulptur "Hatschepsut" von mir zu verkaufen. Ich bin ein noch etwas grösserer Künstler als Damien Hirst. Ob ein Künstlername nach vorne generiert wird oder eben nicht, entscheiden eben solche selbsternannten Kunstfunktionäre wie Andrea Caratsch und die gläubigen Finanzgewichte. Also bei mir im Atelier zu besichtigen die weltberühmte "Hatschepsut"
Sehr geehrter Herr Caratsch, versuchen Sie es doch mal mit einem Tier aus unseren Wäldern - so wenigstens verstehen wir Ihre Kunst und dann kostet es auch weniger!
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