Kultur

Wenn Künstler Steuergelder vernichten

Von Boris Müller. Aktualisiert am 09.05.2012

Der Amerikaner Chad Person kreiert Waffen und Kampfgeräte aus echtem Geld, das sonst in der Kriegskasse landen würde.

1/8 Für sein Werk «Tax Cut» (Steuerkürzungen) zerschnipselt Chad Person Dollarnoten und formt daraus Waffen und Kriegsmaschinen.
Bild: Chad Person

chadperson.com

   

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Subventionierten Kunstschaffenden wird gelegentlich unterstellt, sie vernichteten mit ihren unnützen Werken, die eh nur innerhalb elitärer Zirkel verstanden würden, bloss Steuergelder. Die vom gemeinen Volk Verschmähten weisen dann gerne etwas herablassend darauf hin, dass die Welt ohne subversive Künstler intellektuell verdorren würde wie ein Rolf-Knie-Clown in der Sahel-Zone.

Der Amerikaner Chad Person zeigt mit seiner Serie «Tax Cut» (Steuerkürzung), dass es zwischen esoterischen Wartezimmerbildern und sperrigen Videoinstallationen aber durchaus immer wieder auch Kunst gibt, die beiden Lagern die Hand reicht.

Persons Idee ist einfach: Er zerschneidet Dollarnoten (auch grosse) und formt daraus allerhand Kriegsgeräte und Waffen. Seine Aussage, er wolle damit potentielles Steuergeld auf eine kreative Art und Weise vernichten und so der Kriegskasse entziehen, mag naiv wirken und ist natürlich auch nicht ganz ernst zu nehmen. Aber die witzige und effektvolle Symbolik ist ebenso engagiert wie leicht verständlich. Und da die Bilder auch optisch was hergeben, spricht sein Projekt Kunstexperten und -banausen gleichermassen an. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.05.2012, 10:46 Uhr

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