Kultur

Moderne Kunst ist Müll

Aktualisiert am 02.02.2010 1 Kommentar

In einer Galerie in London wird missratene Kunst entsorgt. Auch Damien Hirst nahm beim Zerstörungs-Happening teil.

Kunst für den Abfalleimer: In London werden Werke von Hobby-Künstlern sowie von etablierten Kunstschaffenden wie Damien Hirst zerstört.

Kunst für den Abfalleimer: In London werden Werke von Hobby-Künstlern sowie von etablierten Kunstschaffenden wie Damien Hirst zerstört.
Bild: Martin Godwin

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Es ist ein Projekt für Kunstliebhaber und –Hasser zugleich. Der englische Künstler Michael Landy hat in einer Londoner Kunstgalerie einen riesigen Abfalleimer für Kunst aufgestellt. Bei «ArtBin» handelt es sich um einen Glasbehälter, in den man Kunst, die einem nicht gefällt, entsorgen kann.

Doch nicht nur frustrierte Hobbykünstler schauen bei Landy vorbei. Auch Stars wie Tracy Emin oder Damien Hirst haben das Angebot genutzt. Hirst wollte gar ein sechs Meter hohes Gemälde entsorgen, doch es wurde für zu gross befunden. Also warf er ein Bild, das einen Totenkopf zeigt, in den «Eimer». Freilich gäbe es irgendjemanden, der für Hirsts Werk eine beträchtliche Summer hingeblättert hätte – doch Michael Landy ist unerbittlich: «Wenn Hirst es als misslungen ansieht», so der Engländer gegenüber der Zeitung «The Guardian», «dann ist es das auch. Nichts ist zu gut für der Kunstabfalleimer.»

Besitztümer zerstört

An dem Projekt gefällt Landy, dass es keine Hierarchie gebe. Einmal im Eimer, unterschieden sich die Werke nicht mehr voneinander. Ausserdem würden wichtige Fragen aufgeworfen: Wer bestimmt den Wert von Kunst? Wer hat das Recht, sie zu zerstören? Und ist moderne Kunst Müll?

Landy hat als Zerstörungskünstler einschlägige Erfahrung, vor zehn Jahren zerstörte er alle seine 7227 Besitztümer. Von seinem Wagen über die Zahnbürste hin zum Pass. Was damals vor allem in Boulevardzeitungen für Schlagzeilen sorgte, gilt heute als eines der interessantesten Kunstwerke der Nuller-Jahre.

Bild wegradiert

Ganz neu ist die Idee der Kunstzerstörung allerdings nicht. 1953 hatte der junge Robert Rauschenberg eine ähnliche Idee. Er fragte sein Idol Willem de Kooning, ob er eines seiner Bilder ausradieren dürfe. Der Altmeister rückte tatsächlich ein Bild heraus, Rauschenberg verbrachte einen Monat damit, das Bild wegzurubbeln. «Erased de Kooning Drawing» hängt heute, unschätzbar wertvoll, im Museum of Modern Art von San Francisco.

Auch zu unfreiwilliger Kunstentsorgung ist es übrigens schon gekommen. In der renommierten Tate Gallery warf ein Putzmann einst ein Kunstwerk fort. Der Schaden hielt sich jedoch in Grenzen - beim Objekt handelte es sich um einen gefüllten Abfallsack aus einer Installation. (phz)

Erstellt: 02.02.2010, 11:25 Uhr

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1 Kommentar

Giovanni Baptista

02.02.2010, 14:22 Uhr
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Wer sich schon etwas länger mit zeitgenössischer Kunst befasst, der weiss, dass für die Entsorgung sogenannter "Kunst" früher die handwerklichen Fähigkeiten einer guten Putzfrau ausreichten. So zum Beispiel für die Entfernung des "Fettflecks" von Beuys... nachzulesen in der Wikipedia unter Fettecke Antworten



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