Dem Establishment den Hintern gezeigt

Aktualisiert am 24.08.2010 2 Kommentare

Was sie tun, ist meist illegal – trotzdem haben es einige von ihnen in grosse Museen geschafft. Ein Buch widmet sich den bedeutendsten Graffiti- und Street-Art-Künstlern. Wir zeigen die verblüffendsten Werke.

1/16 So macht man sich über etablierte Kunst lustig: Nick Walker, Mona Lisa, London, England, 2007
Bild: Nick Walker

   

Buch

Carlo McCormick: «Trespass. Die Geschichte der urbanen Kunst». Kuratiert von Marc und Sara Schiller, herausgegeben von Ethel Seno. Taschen Verlag, 320 Seiten.

Dass Kunst nicht bloss eingerahmt an einer Wand oder modelliert auf einem Sockel daherkommen muss, ist noch nicht lange eine Selbstverständlichkeit. Noch heute gilt die Kunst im öffentlichen Raum in der Regel eher als Schmiererei denn als Kunst interpretiert. Darin ändert auch nicht, dass Werke des anonymen Graffiti-Künstlers Banksy mittlerweile in grossen Museen ausgestellt sind und an Auktionen Höchstpreise erzielen oder dass die letzten Sprayereien eines Harald Naegeli in Zürich aufwendig konserviert werden.

Das Buch «Trespass» widmet sich der Geschichte der urbanen Kunst. Vier Generationen «visionärer Outlaws» werden gezeigt, der Autor Carlo McCormick, Chefredaktor der US-Magazins Paper, zählt rund 150 Künstler zu den entscheidenden Figuren der Szene. Darunter befinden sich auch die Schweizer Eisenplastiker Jean Tinguely und der «Sprayer von Zürich» Harald Naegeli.

McCormick beschränkt sich nicht nur auf Graffitis; Strassenkunst geht für ihn viel weiter. So ist auch Spencer Tunick mit seinen Massenaufnahmen von Nackten im Buch enthalten oder der Guerilla-Gärtner Richard Reynolds, der in der Grossstadt Blumen pflanzt. Meist sind es die kleineren Eingriffe, jene, die man erst auf den zweiten Blick als Kunst erkennt, die für Irritation im Alltag sorgen und damit umso wirkungsvoller sind. (rb)

Erstellt: 24.08.2010, 15:56 Uhr

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2 Kommentare

Claude Monet

24.08.2010, 17:55 Uhr
Melden

Soso, das ist jetzt also Kunst? Man braucht es nur in ein Buch zu schaffen und fertig. Oder gehört dazu mehr z.B das die Reichen und Berühmten die (Street) -Art Werke kaufen und die andern sie dann nachäffen können? Lärm wird zu Musik, Schmierereien zu Kunst und Massenmord zu Krieg... es kommt nur drauf an auf welcher Seite man steht. Das "Establishment" greift sich alles woraus es Profit schlagen Antworten


Dario Piemontese

25.08.2010, 15:22 Uhr
Melden

Es war schon Kunst bevor es in einem Buch erschien. Antworten



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