Violonistin gibt Geige nach Österreich zurück

Von Susanne Kübler. Aktualisiert am 28.04.2010 56 Kommentare

Die vom Schweizer Zoll beschlagnahmte Instrument ist wieder auf dem Weg nach Wien. Geigerin Patricia Kopatchinskaja ist nach eigenen Angaben «traumatisiert».

Kampf mit Zollbehörden: Patricia Kopatchinskaja.

Kampf mit Zollbehörden: Patricia Kopatchinskaja.
Bild: pd

Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja hat die wertvolle Guarneri del Gesù, die sie am 8. April als Leihgabe von der österreichischen Nationalbank erhalten hatte, wieder zurückgegeben. Inzwischen befindet sich das Instrument auf dem Weg in einen Wiener Tresor.

Sie sei traumatisiert von ihren Erfahrungen am Schweizer Zoll, hat Kopatchinskaja ihren Entscheid begründet. Das Verhör durch einen Fahnder, der sich an Drogenschmuggler und kriminelle Importeure von Giftschlangen gewöhnt ist, war kein Vergnügen. Um die Violine legal in die Schweiz bringen zu können, hätte sie rund 450'000 Franken bezahlen müssen. Und die Aussicht, irgendwann an irgend einem anderen Zoll wieder stecken zu bleiben mit dem Instrument, war auch nicht erfreulich.

Einen definitiven Strich kann Kopatchinskaja trotzdem noch nicht ziehen unter die Geschichte. Das Strafverfahren läuft, zunächst war von einer Busse von bis zu 700'000 Franken die Rede. Inzwischen geht man von Fahrlässigkeit aus, was das Strafgeld auf rund 10'000 Franken schrumpfen liesse. Was immer noch genug ist für eine Geige, die sie kaum drei Wochen gespielt hat. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.04.2010, 15:00 Uhr

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56 Kommentare

Sandra Fürer

28.04.2010, 15:21 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wenn man mit millionenteuren Güter über die Grenze geht, ist es von Vorteil, sich VORHER zu erkundigen. Unsere Gesetze gelten für alle, auch für Berühmtheiten. Antworten


Roman Racine

28.04.2010, 16:28 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ursula Jungo: Mit einem Carnet ATA und einer korrekten Deklaration am Zoll wäre die Einfuhr sicher kein Problem gewesen. Mit unserem Urheberrechtsgesetz, das die Kopie von Tonträgern verbietet und Zwangsabgaben auf Leermedien vorsieht, sind Künstler und ihr Management gegenüber allen anderen Berufsgruppen ohnehin schon bevorteilt. Antworten



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