Oscar-Preisträger Martin Landau ist tot

«Kobra, übernehmen Sie» im Fernsehen, «Ed Wood» im Kino: Der Schauspieler Martin Landau ist tot. Eine Rolle, die er ablehnte, hätte ihn wohl noch berühmter machen können.

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Der US-amerikanische Schauspieler und Charakterdarsteller Martin Landau ist tot. Wie sein Pressesprecher Dick Guttman am Sonntag mitteilte, starb er nach unerwarteten Komplikationen bei einem kurzen Aufenthalt im Universitätsklinikum von Los Angeles. Landau hatte erst kürzlich seinen 89. Geburtstag gefeiert.

Im Fernsehen brillierte der Schauspieler als Verwandlungskünstler Rollin Hand in der Serie «Kobra, übernehmen Sie», die 1966 direkt zum Hit wurde und in der auch seine Frau, Barbara Bain, mitspielte. Ein der Masse noch bekannterer Superstar hätte er durch eine Rolle werden können, die er schlussendlich ablehnte – Mr. Spock in «Star Trek». «Ein Charakter ohne Gefühle hätte mich verrückt gemacht», begründete er in einem Interview im Jahr 2001 seine Entscheidung von damals. Während Landau zu «Kobra, übernehmen Sie» ging, bekam Leonard Nimoy den Job und erntete dafür bis heute andauernden Ruhm. Ironischerweise übernahm Nimoy später auch Landaus Rolle in der Kobra-Krimiserie.

Martin Landau in «Ed Wood». (Video: Youtube/Firebrandhand)

Seine erste Oscarnominierung gewann Landau für die Darstellung in «Tucker», einer Biografie aus dem Jahr 1988 von Francis Ford Coppola. Nach einer weiteren Nominierung in Woody Allens Film «Verbrechen und andere Kleinigkeiten» nahm er die Trophäe schliesslich Anfang der 1990er Jahre mit nach Hause: In Tim Burtons «Ed Wood» stellte er den alternden Horror-Schauspieler Bela Lugosi aus Ungarn – besonders bekannt für seine «Dracula»-Verkörperung – dar.

Hitchcock holte in vor die Kamera

«Ich sah mir 35 Lugosi-Filme an, darunter auch welche, die schlechter waren, als die, die Ed Wood je gemacht hat», erinnerte sich Landau 2001. «Trotz des (Film-)Mists hatte er eine besondere Würde, egal, in welcher Rolle.»

In einem Interview mit der Tageszeitung «Die Welt» von 2014 bezeichnete er sich selbst als jemanden, der eigentlich lediglich Theater spielen wollte. Star-Regisseur Alfred Hitchcock habe ihn beispielsweise auf der Bühne entdeckt und ihn lediglich deshalb für einen seiner Filme angesprochen. Landau spielte in Hitchcocks Film «Der unsichtbare Dritte» mit.

Landau und Bain hatten zwei Töchter, darunter die ebenfalls als Schauspielerin tätige Juliet Landau. Das Paar liess sich 1993 scheiden. (chk/AP)

Erstellt: 17.07.2017, 03:17 Uhr

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