Wie Grübel auf den Hund kam
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 14.04.2010 5 Kommentare
Oswald Grübel, liest man heute im «Tages-Anzeiger», sei ein wenig diplomatischer Chef. Ständig auf dem schmalen Grat zwischen Ehrlichkeit und Unfreundlichkeit balancierend, bedenke er selbst Top-Banker mit grantigen Einzeilern. Wobei solche oft auf dem Begriff «Hund» beruhten. «Das kann mein Hund besser!» Und: «Als Hund sollte man Sie einschläfern!» Oder: «Wenn Sie in der Bank einen Freund wollen, kaufen Sie einen Hund!»
Gut gebrüllt, Hund!..äh, Löwe, will man schon rufen – wären die Aphorismen auch wirklich von Grübel. Zumindest den Hund als bester Freund des Bankers hat sich Grübel bei Michael Douglas im Film «Wall Street» abgeschaut.
Der Beweis:
«Wall Street» war jener Film, der in den 80ern das Bild des risikobereiten und konsumorientierten Yuppies zementierte. Douglas gab darin den skrupellosen Über-Banker Gordon Gekko. Tatsächlich teilt Gekko mit Grübel nicht nur den Beruf, sondern auch die Vorliebe zu markigen Sprüchen. Auf sein Konto geht etwa «Ich schaffe nichts - ich besitze» oder «Mittagessen ist für Weicheier» und natürlich die inoffiziellen Gründerworte des Heuschreckenkapitalismus: «Gier ist gut».
23 Jahre nach Oliver Stones Kinoerfolg, im Jahr eins nach dem Finanzmarkt-Gau, soll nun die Fortsetzung von «Wall Street» in die Kinos kommen. Der Film spielt offenbar in der Zeit, als Gekko aus dem Gefängnis kommt (wohin ihn seine Insider-Geschäfte in Teil eins gebracht haben). Bestätigt ist auch, dass Stone wieder Regie führen wird und Michael Douglas als Gekko zurückkehren darf. Doch ausgerechnet einer fehlt: Drehbuchautor Stanley Weiser, aus dessen Feder Gekkos Sprüche stammen.
Tut sich hier für Oswald Grübel ein Türlein auf? Immerhin bringt er es fertig, Topmanager, die in hellen Anzügen erscheinen, mit «Sind Sie in den Ferien?» anzugurken. Wenn das ein Original-Grübel ist, sollte er sich bei Oliver Stone melden. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.04.2010, 14:24 Uhr
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5 Kommentare
Es ist traurig dass die Gesellschaft zulässt dass Leute wie Grübel bezahlt werden "wie ein Gott" der Wunder vollbringt. In der Regel ist das Gegenteil der Fall und ausser dem Image steckt meist wenig dahinter was nicht auch jeder andere halbwegs gebildete Mensch fertig bringt. Ganz sicher aber gibt es niemanden der mehr als 20'000 Fr. im Monat wert ist. Antworten
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