Kultur
Rihanna darf Schiffe versenken
Schiff vs Raumschiff: «Battleship»-Trailer.
Mit grosser Kanone: Rihanna im Film «Battleship».
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«Battleship», USA 2012, 131 Minuten, FSK: 12, Verleih: Universal, Regie: Peter Berg, Darsteller: Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna, Brooklyn Decker, Liam Neeson u.a.
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Bei einem internationalen Seemanöver rund um Pearl Harbor auf Hawaii wird im Ozean ein mysteriöser Riesenobelisk entdeckt. Er entpuppt sich als die Kommandozentrale einer ausserirdischen Macht, die mit ihren Superwaffen umgehend die Schiffe der Navy attackiert. Doch als der draufgängerische Offizier Alex Hopper ans Ruder kommt, gibt er den Aliens Saures. Tatsächlich basiert das krawallige Actionspektakel «Battleship» auf dem guten alten «Schiffe versenken»- Spiel, für das man vor der Computer-Ära nur zwei Blatt Papier, zwei Bleistifte und viel Ruhe benötigte.
In diesem mit 200 Millionen US-Dollar budgetierten «Game-to-Film»-Projekt jedoch, das wie «Transformers» vom Spielekonzern Hasbro mitproduziert wurde, herrscht ein extrem hoher Testosteron- und Geräuschpegel. Konsequent peilt Regisseur Peter Berg, der zuvor den schrägen Superheldenthriller «Hancock» drehte, die taschengeldstarke Jungs-Zielgruppe an. Im Zentrum steht Alex, der ständig Mist baut, bevor er dem Rat seines vernünftigen älteren Bruders folgt und sich in der Navy verpflichtet. Dort macht der Rowdy schnell Karriere und verliebt sich überdies in die sexy Blondine Samantha, die ausgerechnet die Tochter seines Admirals ist.
Geradliniges Krawallkino für die Jungs-Zielgruppe
Alex' Angst, bei seinem Chef um die Hand seiner Tochter anzuhalten, bildet die Rahmenhandlung für das Geballer. Da werden etwa à la 9/11 mal kurz die Wolkenkratzer von Hongkong zum Einsturz gebracht. Hauptschauplatz ist aber der Pazifik, wo Aliens und Erdlinge aus allen Kanonen aufeinander feuern. Dabei kommen die «Schiffe versenken»-Regeln des Traditionsspiels doch noch zu ihrem Recht, wenn die Menschen quasi im Nebel stochern und die Alien-Flotte ohne Sichtkontakt und Radar, nur aufgrund der Rückschlüsse, die sie aus dem Raster der Messbojen und ihrer Wassertiefe ziehen, beschiessen.
Überhaupt spielen strategische Tricks eine überraschend grosse Rolle. Am Ende wird gar ein betagtes Museums-Schlachtschiff reaktiviert und mit Hilfe markiger Koreakrieg-Veteranen unter Dampf gesetzt. So nervt das Schlachtengetümmel einerseits mit seinem penetrant patriotischen Getue. Wenn Japaner und Amis sich zunächst beim Fussballspiel prügeln und dann beim Abwehrkampf gegen die intergalaktischen Angreifer versöhnen, wird überdeutlich auf den japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 angespielt. Und auch ein verkrüppelter Veteran aus den jüngsten Kriegen trägt sein Scherflein zur Landesverteidigung bei.
Noch ein Treffer an der Kinokasse
Doch wer das Nationalpathos dieses Navy-Werbefilms als unvermeidliches Hintergrundrauschen akzeptieren kann, fühlt sich andererseits wie auf einem Abenteuerspielplatz. Peter Berg hat sich nicht nur beim Alien-Design von den «Transformers»-Blechkameraden inspirieren lassen, sondern kann auch an die sorglose Tonart der «Transformers»-Filme anknüpfen. Taylor Kitsch, der schon in «John Carter» einen ausdruckslosen Draufgänger spielte, beschränkt sich auf den Part eines schwer erziehbaren Heisssporns, der bei der Navy zum Mann gemacht wird. Auch Liam Neeson, stets schmuck in weisser Uniform, spielt die Vaterrolle wie auf Autopilot.
Als blonder Hingucker dient das kurvige Ex-Model Brooklyn Decker. Popsängerin Rihanna in ihrer ersten Kinorolle tritt als kesse Waffenexpertin auf und darf mit seliger Miene den Abzug von Riesenknarren betätigen: «Boom!» Somit stehen die Chancen gut, dass dieses ebenso infantile wie unterhaltsame Popcornspektakel an der Kinokasse ebenso zündet wie «Transformers». Und weil die Spielzeugfirma Hasbro noch viele Pferdchen im Stall hat, sind zukünftig noch mehr «Game-to-Film»-Spektakel zu erwarten. Neben einem Horrorfilm über das Brettspiel Ouija wird 2013 sogar das Monopoly-Spiel, unter der Regie von Ridley Scott, ins Kino kommen. (phz/dapd)
Erstellt: 11.04.2012, 08:16 Uhr









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