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«Portmans Oscar-Leistung bestand im Abnehmen»
Aktualisiert am 29.03.2011 23 Kommentare
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Als Jeff Bridges bei den Oscar-Verleihungen Ende Februar verkündete, Natalie Portman werde als beste weibliche Hauptdarstellerin für ihre Rolle im Film «Black Swan» geehrt, war die Überraschung mässig. Schon im Vorfeld galt die zierliche Schauspielerin mit ihrer beeindruckenden Performance als Hauptfavoritin. Strahlend liess sie sich den Oscar überreichen.
Nur fünf Prozent selber getanzt
Doch nun ist ein Schatten über diesen Erfolg gefallen. Verantwortlich ist Portmans Bodydouble im Film, die Profitänzerin Sarah Lane. Vergangene Woche meldete sie sich im Magazin Entertainment Weekly zu Wort und sagte, Nahalie Portmans tänzerische Leistung sei hochgespielt worden, um ihre Chancen auf einen Oscar zu erhöhen. Tatsächlich aber sei Portman in höchstens fünf Prozent der Tanzszenen zu sehen, der Rest sei ihrem Bodydouble, also ihr selber zu verdanken.
Hat Portman ihren Oscar also zu Unrecht verliehen bekommen, wie auf Blogs bereits gefragt wird? Oder versucht hier eine Tänzerin nachträglich vom Erfolg des Films zu profitieren? Enttäuschung darüber, dass ihre Leistung nicht gewürdigt, sondern viel mehr unter dem Deckel gehalten wurde, ist tatsächlich ein Motiv, wie Lane freimütig einräumt. Sie sei von den Produzenten dazu angehalten worden, bis nach den Oscar-Verleihungen nicht über ihre Beteiligung am Film zu sprechen, sagte Lane. In den Film Credits sei sie ausserdem nur als «Hand Model» und «Stunt Double» erwähnt. Und auch bei der Dankesrede der Oscar-Nacht habe Portman sie nicht erwähnt. Das fände sie enttäuschend, so Lane.
Die Oscar-Inszenierung
Lanes Aussagen werfen ein interessantes Licht auf die Mechanismen, die einen Film für einen Oscar prädestinieren. Ihre Arbeit, so Lane, sei vor allem deshalb unter Verschluss gehalten worden, weil man die Leute glauben machen wollte, Portman sei eine so begabte Tänzerin und habe so wahnsinnig hart gearbeitet, um in nur eineinhalb Jahren zur Ballerina zu mutieren – dies alles, weil man wusste, dass solch grosse persönliche Opfer die Chancen für einen Oscar erhöhen. Tatsächlich stand die Transformation Portmans zur Balletttänzerin im Zentrum der erfolgreichen Oscar-Kampagne für den Film. Denn wie man weiss, prämiert die Academy nicht unbedingt die Qualität der Filme, sondern mindestens genauso sehr die persönlichen Opfer, die eine Schauspielerin oder ein Schauspieler für eine Rolle bringen müssen.
Im Fall Portmans sei das Publikum allerdings an der Nase herumgeführt worden, sagt Lane. Für einen professionellen Tänzer sei sofort ersichtlich, dass Portman keine Tänzerin sei. Portman könne nicht in Spitzenschuhen tanzen und mache auch keinen sehr geschmeidigen Eindruck, sie wirke eher steif. Die tatsächliche Leistung Portmans habe darin bestanden, Diät zu halten und sich in den Kopf einer Tänzerin hineinzuversetzen. Doch die Vorstellung, eine Schauspielerin könne in nur einem Jahr in eine professionelle Tänzerin verwandelt werden, sei eine Beleidigung für ihren ganzen Berufsstand. «Ich tanze seit 22 Jahren. Kann man jemanden in eineinhalb Jahren zum Konzertpianisten machen? Selbst einen Schauspieler?»
Gestern nun meldete sich auch Black-Swan-Regisseur Darren Aronofsky in der Sache zu Wort. Er habe den Film und alle Tanzszenen nochmals durchgezählt und rein rechnerisch sei Portman in 80% der Tanzszenen zu sehen und sie habe auch in Spitzenschuhen getanzt. Zum Vorwurf, man habe mit der Stilisierung Portmans zur Instant-Ballerina ihre Oscar-Chancen erhöhen wollen, äusserte Aronofsky sich nicht.
Link (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.03.2011, 15:25 Uhr
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23 Kommentare
sarah Lane hat sicher nicht unrecht. Freischaffende KünstlerInnen (Tänzer, Musiker, Schauspieler, Autoren...), die keinen grossen Namen haben, bringen extraordinäre Leistungen und sind vertraglich und generell immer benachteiligt - logisch! Antworten


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