Polen und Frankreich verlangen von Schweiz die Freilassung Polanskis
Aktualisiert am 28.09.2009 61 Kommentare
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Polanski-Festnahme
Auch Kunstschaffende fordern Freilassung
Filmschaffende und Künstler aus aller Welt verlangen die sofortige Freilassung des in der Schweiz inhaftierten Regisseurs Roman Polanski. Sie unterzeichneten eine Petition, die am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP übermittelt wurde. Unter den Erstunterzeichnern sind zahlreiche Filmemacher wie Costa-Gavras, Wong Kar-Wai, Ettore Scola und Marco Bellocchio sowie Schauspielerinnen wie Fanny Ardant und Monica Bellucci. Die Unterzeichner sind entrüstet, dass eine internationale kulturelle Veranstaltung missbraucht worden sei für eine polizeiliche Aktion. Unannehmbar sei zudem, dass Polanski in einem neutralen Land verhaftet worden sei, in dem er bis dahin glaubte, sich frei bewegen zu können.
Reaktionen aus den USA
Reaktion des französischen Kulturministers Frédéric Mitterrand
(Quelle: Reuters)
Polen und Frankreich wollen sich nach polnischen Medienberichten gemeinsam für die Freilassung des festgenommenen Star-Regisseurs Roman Polanski einsetzen. Der Warschauer Aussenminister Radek Sikorski und sein französischer Kollege Bernard Kouchner hätten sich darauf verständigt, die Schweiz um die Freilassung Polanskis zu bitten, meldete die Nachrichtenagentur PAP am Sonntag.
Die USA, auf Grund deren Haftbefehl der Regisseur am Wochenende in der Schweiz festgesetzt wurde, sollten gebeten werden, Gnade gegen den 76-Jährigen walten zu lassen. Polanski verbrachte seine Jugend in Polen und lebte in den vergangenen Jahrzehnten in Frankreich. Er hat die französische Staatsbürgerschaft.
Strafverfahren in USA noch hängig
Die USA fahnden seit Ende 2005 weltweit nach Polanski. Er floh im Februar 1978 aus den Vereinigten Staaten. Dort war ein Prozess gegen ihn anhängig, nachdem er 1977 den sexuellen Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens gestanden hatte. Polanski flüchtete, nachdem der Richter ihn mit einer höheren Gefängnisstrafe bedroht hatte, als vereinbart. Im Mai dieses Jahres wies ein US-Richter den Antrag Polanskis ab, den Missbrauchsprozess einzustellen.
Seit 1978 lebte Polanski unbehelligt in Frankreich und reiste nie mehr in die USA - auch nicht im Jahr 2003, als er mit dem Oscar für die beste Regie im Holocaust-Drama «Der Pianist» ausgezeichnet wurde. Vor dem Grosserfolg mit «Der Pianist» hatte Polanski bereits andere bekannte Kinofilme gedreht, so etwa «Ekel» (1965 mit der noch jungen Catherine Deneuve), «Tanz der Vampire» (1967), «Rosemary's Baby» (1968) bis hin zu «Chinatown» (1974) und «Frantic» (1988).
Polanski kann gegen seine Verhaftung und eine mögliche Auslieferungsentscheidung gerichtlich vorgehen. Die USA haben 60 Tage, ein formelles Auslieferungsgesuch nachzureichen. Polanski sollte am Wochenende beim Zurich Festival für sein Lebenswerk mit dem «Goldene Auge» geehrt werden. (vin/ap)
Erstellt: 28.09.2009, 09:00 Uhr
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61 Kommentare
Warum ist er denn abgehauen? Weil ihn in den 70er Jahren kein fairer Prozess erwartet hätte. Dies hat auch das Opfer so gesehen. Die damaligen Richter haben mit einem Strafmass gedroht, das wohl so hoch gewesen wäre wie die Strafe für die bestialischen Mörder seiner Frau Sharon Tate. Rechtsstaat?? Antworten
polanski muss für seine taten rechenschaft ablegen, das recht gilt auch für ihn, er steht nicht über dem gesetz, ich verstehe länder nicht die ihn über das gesetz stellen, dass er bisher überall ungehindert einreisen konnte ist ein anderes lied... Antworten
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