Lebensfreude auf der Krebsstation
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Am Donnnerstag kommt sein mutiger Film, der von krebskranken Jungs handelt, in die Deutschschweizer Kinos. Schaerer gelingt es, das anspruchsvolle Thema über weite Strecken stimmig und berührend darzustellen. Dabei kann er sich auf eine neue Schauspieler-Generation verlassen, die das Potenzial hat, das Deutschschweizer Kino auf lange Sicht zu prägen.
Der Berner Max Hubacher, der in «Stationspiraten» den kämpferischen Michi spielt, hat als «Der Verdingbub» im Film von Markus Imboden bereits eine weitere Hauptrolle in einer Grossproduktion ergattert. Neben ihm übernehmen in dem Krebsdrama Scherwin Amini als Kevin und Vincent Furrer als Benji zentrale Rollen.
Sport und Mädchen
Während der 16-jährige Kevin, dem wegen eines Knochentumors ein Bein amputiert werden musste, schon recht erwachsen wirkt, ist Benji noch fast ein Kind. Manchmal ist die Fröhlichkeit aufgesetzt, mit der er seinen Freunden und dem väterlichen Arzt (Stefan Kurt) bisweilen auch auf die Nerven geht - aber längst nicht immer.
Die Stationspiraten sind ein eigentlicher Kampfverband im Ringen um lebenswerte Momente: ein wildes Rollstuhlrennen etwa oder ein Bad im Spitalweiher. Bisweilen fetzen sie sich auch.
Und bei allem Leid, mit dem sie viel, viel zu früh konfrontiert sind, bleiben sie Jungs - mit den verbreiteten Interessen Sport und Mädchen. So entwickelt sich in dem Film natürlich auch eine zarte Liebesgeschichte: zwischen Kevin und der schüchternen Laura (Jill Gioia Mühlemann), die an Magersucht leidet.
Gar plakative Bilder
Wenn Schaerer nicht seine Darsteller spielen lässt, sondern auf die Kraft von Bildern setzt, geraten diese bisweilen gar plakativ. Als etwa Sascha (Nicolas Hugentobler), ein begeisterter Tennisspieler, neu auf der Krebsstation ankommt, stellt er bald seinen Schläger an die Wand und spielt Pingpong mit den Leidensgenossen.
«Stationspiraten» zeichnet das Auf und Ab der jungen Patienten nichtsdestotrotz auch für ein erwachsenens Publikum packend nach. Schaerer, der in Schweizer Erfolgsfilmen wie «Achtung, Fertig, Charlie!» (2003) für den Schnitt verantwortlich war, legt einen sehr beachtlichen Erstling vor. (phz/sda)
Erstellt: 01.11.2010, 10:46 Uhr
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