Kultur
In der Romantik-Comedy-Falle
Von Denise Jeitziner. Aktualisiert am 23.04.2012
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«One For the Money» startete letzten Donnerstag in den Deutschschweizer Kinos.
Trailer zu «One For The Money»
Trailer zu «New Year's Eve»
Trailer zu «Life As We Know It»
Trailer zu «Killers»
Trailer zu «The Ugly Truth»
Trailer zu «27 Dresses»
Trailer zu «Knocked Up»
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Katherine Heigl, die Izzy aus «Grey's Anatomy», war in den vergangenen fünf Jahren ganz schön oft mit der Liebe beschäftigt: In «Knocked Up» (2007) lässt sie sich im Suff von einem Loser aus der Disco schwängern, um sich dann in ihn zu verlieben. In «27 Dresses» (2008) ist sie 27-mal Brautjungfer, schafft es aber selber nicht, den Richtigen zu finden. In «The Ugly Truth» (2009) sucht sie als Karrierefrau ebenfalls das Liebesglück und findet es schliesslich – nach den obligaten Umwegen – in einem Frauen verachtenden TV-Moderator.
In «Killers» (2010) findet sie zwar den Traummann, doch der entpuppt sich als Mogelpackung. «Life As We Know It» (2010) ist dann quasi nochmals dieselbe Story wie in «The Ugly Truth», bloss mit einem Baby. In «New Year's Eve» (2011) dann reiht sich eine unrealistische Liebesgeschichte an die nächste und Katherine Heigl ist eine davon. Seit letzten Donnerstag ist die 33-jährige Blondine erneut im Kino zu sehen. In «One For the Money» mimt sie eine tollpatschige Detektivin, die plötzlich ihrer Jugendliebe gegenübersteht. Und Ende Herbst läuft «The Wedding» (2012) an. Der Filmtitel lässt erahnen, dass es sich auch hier nicht um einen Thriller handelt.
Finanziell erfolgreich, imagemässig fixiert
Das macht also total acht romantische Komödien in fünf Jahren. Damit hat sich Katherine Heigl zur Meg Ryan der Gegenwart gemausert, die abwechselnd mit Jennifer Aniston die grosse Leinwandliebe sucht. An den Kinokassen ist die Amerikanerin aus Washington damit durchaus erfolgreich: Vergangenes Jahr schaffte es Heigl mit 19 Millionen Dollar Gage pro Jahr auf Rang 6 der bestverdienenden Schauspielerinnen der Gegenwart, obwohl ihre Filme nicht zum Erhellensten gehören, was Hollywood je geschaffen hat.
Finanziell ist Katherine Heigl erfolgreich, doch imagemässig sitzt sie in einer Schublade fest. Dabei hatte sie es nach ihrem Ausstieg aus der erfolgreichen Ärzteserie «Grey's Anatomy» in der Hand. Sie wollte nicht mehr die Rolle der publikumswirksamen blonden Assistenzärztin Izzy spielen, sondern sich um ihr Adoptivbaby und ihre Leinwandkarriere kümmern. Warum sie seither ausgerechnet und ausschliesslich auf romantische Komödien setzt, ist auch deshalb schwer nachzuvollziehen, weil sie selber schon mehrmals über Filmstoffe hergezogen ist, die sie qualitativ schlecht findet.
2009 wäre sie für ihre Rolle in «Grey's Anatomy» für den Fernsehpreis «Emmy» nominiert gewesen, den sie zwei Jahre zuvor gewinnen konnte. Diese Nomination zog sie jedoch selber zurück, weil sie ihre Figur nicht mehr als preiswürdig erachtete. Auch «Knocked Up» soll sie in einem Interview als «ein bisschen sexistisch» bezeichnet haben. Mitgespielt hat sie trotzdem. Ob es des Geldes und Ruhms wegen ist, oder ob sie einfach nicht Nein sagen kann? So oder so täte sie wohl gut daran, sich nach der Ärzteschiene auch von der Singlefrau-Schiene zu entfernen.
Männertraum wird langweilig
Zwar entspricht sie mit ihren mehr oder weniger blonden Haaren, ihren Rundungen, die sie in jedem Film mindestens einmal mit einem hautengen Kleid betont, und ihrem Lächeln so sehr dem Prototyp eines Männertraums, dass es fast schon kitschig ist; also die ideale Besetzung als eroberungswürdige Single-Frau. Andererseits sieht sie in jedem Film haargenau gleich aus (bis auf ihre braune Mähne in «One For the Money») und auch ihre tollpatschigen Rollen ähneln sich so sehr, dass die Filme sich fast nur durch die männliche Hauptrolle unterscheiden. Starke Frauen spielt sie selten. Das nutzt sich ab, vor allem in den kurzen Zeitabständen, in denen sie momentan auf der Leinwand zu sehen ist.
Dabei hätte Katherine Heigl klar das Potenzial, auch facettenreichere Rollen zu spielen, wie sie in «Grey's Anatomy» andeuten konnte. Jetzt wäre die Gelegenheit, sich auf andere Genres zu berufen. Keine dusseligen Frauen in romantischen Komödien mehr! Sonst läuft sie Gefahr, eines Tages wie Meg Ryan zu enden; wenn das mit der karrierebewussten Singlefrau auf der Suche nach dem Traumprinzen nicht mehr zieht und jeder Versuch misslingt, sich in einer völlig anderen Rolle zu behaupten.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.04.2012, 12:55 Uhr
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