Kultur

Explosionen ohne Tote

Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 26.04.2010

Das «A-Team», diese Serien-Ausgeburt der 80er-Jahre, kehrt als Film zurück. Leibchen weg, Sonnenbrille aufgesetzt und los geht der Testosteron-Rausch. Eine Trailer-Kritik.

1/6 A wie Action: Trailer des A-Team-Films.

   

Intro der 80er-Serie



Der Film «A-Team» kommt im Juni 2010 ins Kino.

«Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer militärischen Spezialeinheit wegen eines Verbrechens verurteilt, das sie nicht begangen hatten. Sie brachen aus dem Gefängnis aus und tauchten in Los Angeles unter. Seitdem werden sie von der Militärpolizei gejagt, aber sie helfen anderen, die in Not sind. Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden, aber ihre Gegner müssen sie ernst nehmen. Also wenn Sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiter wissen, suchen Sie doch das A-Team!»

Das war das Intro vom «A-Team». Das wussten Sie nicht mehr? Halb so schlimm, genau begriffen, um was es in der Serie ging, hatte damals in den 80ern sowieso niemand. Warum auch? Explosionen, lässige Sprüche und natürlich der fliegende schwarze Van (oder hiess das damals «Transporter»?) waren Existenzberechtigung genug. Dann die hochmotivierte Titelmelodie! Und erst Mr. T als B.A. Baracus! So stellte man sich in den 80ern einen schwarzen Amerikaner vor.

25 Jahre später kommt die Serie nun als Film zurück. Das heisst, eigentlich erst im Sommer. Doch die Saison der Blockbuster beginnt ja bereits im Winter, jedenfalls bombardieren die grossen Studios uns mit den ersten Trailern. Im Fall vom «A-Team» waren wir besonders gespannt. Wie würde Hollywood uns die hirnlose 80er-Actionserie schmackhaft machen? Was hatte man verändert?

Wie bei Bud Spencer

Nun: Nichts. Leibchen weg, Sonnenbrille aufgesetzt und los geht der Testosteron-Rausch. Zu allerlei Explosionen ertönt martialische Musik und ja, auch der schwarze Van ist immer noch dabei. Etwas (abgesehen von den Schauspielern) ist allerdings neu. Früher stand die wackere Truppe in erster Linie Kleinunternehmern zur Seite, etwa gegen grössere Mitbewerber oder Banditen. Heute scheinen die Gegner grösseren Kalibers zu sein: Liefern sie unseren Söldnern doch einen krachenden Luftkampf.

Trotz exzessiver Gewalt, gab es im «A-Team» nie Verletzte oder Tote. Wie bei Bud Spencer standen Verprügelte binnen Sekunden wieder unversehrt auf den Beinen. Das war sympathisch – genauso wie die Pavatexwände, die man als Deckung vor einem Kugelgewitter nutzte. Die grosse Frage, die der schnell geschnittene Trailer leider nicht beantwortet, lautet deshalb: Fordert das A-Team zum ersten Mal Verletzte? Gar Tote? Wir bleiben dran. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.04.2010, 16:41 Uhr

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