Kultur
Entspanntes Biest
Von Denise Jeitziner. Aktualisiert am 12.09.2012
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«Your Sister's Sister» handelt von Jack, der sich in die lesbische Halbschwester seiner besten Freundin Iris (Blunt) verliebt und mit ihr im Bett landet. Diese wiederum sucht einen Samenspender, während Iris heimlich in Jack verliebt ist. Die Tragikomödie startet am 13. September in den Deutschschweizer Kinos.
Trailer zu «Your Sister's Sister»
Trailer zu «Devil Wears Prada»
Trailer zu «The Adjustment Bureau»
Trailer zu «The Young Victoria»
Trailer zu «Gulliver's Travel»
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Für die gemeine Öffentlichkeit gibt es keine Emily Blunt. Für die meisten ist sie bloss die boshafte Assistentin aus «The Devil Wears Prada», die einen fast noch mehr erschaudern lässt als Meryl Streep in der Rolle des Teufels. Eine hochgezogene Augenbraue reicht aus und es wird frostig.
Mit ihrer betont britischen Steifheit und ihrem Anschissgesicht war die Schauspielerin die ideale Besetzung für den Part, der ihren Durchbruch in Hollywood bedeuten sollte. «Ich werde über die Rolle definiert und das ist okay», ist Emily Blunts entspannte Reaktion darauf, die so bezeichnend für sie ist – und vielleicht auch für ihren Erfolg.
Rund 20 Rollen in sechs Jahren
«The Devil Wears Prada» war 2006. Seither arbeitet Emily Blunt fast ununterbrochen, bald werden es zwanzig Filme sein, in denen die 29-Jährige seither zu sehen war – in verschiedensten Rollen: als historische Figur («The Young Victoria»), Fantasyprinzessin («Gulliver's Travels») oder als Ballerina, die in einen Thriller verstrickt wird («The Adjustment Bureau»). Als Nächstes folgt «My Sister's Sister», eine Low-Budget-Tragikomödie, die diese Woche in den Deutschschweizer Kinos anläuft, und die Dreharbeiten zum Actionfilm «All You Need Is Kill» mit Tom Cruise sind auf diesen Herbst geplant.
Klingt alles sehr nach karriereorientierter, verbissener Jungschauspielerin, die den Erfolg mit allen Mitteln sucht. Wie die Assistentin in «The Devil Wears Prada», mit der sie jedoch einzig den Vornamen Emily teilt. Ins Schauspielbusiness sei sie ohne grosse Hoffnungen eingestiegen, was Regisseur Peter Hall bestätigte, in dessen Stück «A Royal Family» sie als 18-Jährige in London debütierte. Sie sei entschlossen gewesen, aber nicht wie eine dieser neurotischen Schauspielerinnen. Ihren TV-Durchbruch schaffte sie zwei Jahre später im Historiendrama «Boudica», für ihre Nebenrolle als vernachlässigte Tochter in «Gideon's Daughter» gewann sie einen Golden Globe. Daran, vorsorglicherweise eine Rede zu schreiben, hatte sie nicht gedacht.
Diagnose: Zwangsneurose
Eine Ironie des Schicksal ist es, dass ausgerechnet die so entspannt wirkende Emily Blunt an einer Zwangsneurose leidet, die in den vergangenen Monaten wieder verstärkt auftrat. «Ich wurde sehr abergläubisch und auf Dinge fixiert. Ich hatte das als Kind», erzählte sie vor ein paar Wochen dem «Guardian». Sie habe diese obsessiven Momente erlebt, als sie mit ihrem Vater im Auto gesessen sei. Jedes Mal, wenn sie an einer Strassenlaterne vorbeigefahren seien, habe sie ein klickendes Geräusch mit der Zunge machen müssen. Warum diese Zwangsneurosen nun wieder aufgetreten sind, kann sie sich nicht erklären.
Auch nicht, warum sie als Schulkind stotterte, bis sie mit zwölf überhaupt keinen Ton mehr herausbrachte. Jahrelange Therapien nützten wenig. Eines Tages wurde sie von einem Lehrer dazu überredet, auf der Bühne einen Text in einem anderen Dialekt zu sprechen – das Stottern verschwand. Die Schauspielerei half ihr dabei, ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Darum und auch um ihre Zwangsneurose macht Emily Blunt kein Geheimnis. Andere Dinge dagegen bringen sie in Verlegenheit. Etwa, wenn sie darauf angesprochen wird, dass ihre inzwischen gute Freundin Meryl Streep sie einst als beste Jungschauspielerin, mit der sie jemals zusammengearbeitet habe, bezeichnet hat. Auch über ihr Privatleben spricht die Britin ungern. Seit zwei Jahren ist sie mit dem amerikanischen Schauspieler und Drehbuchautor John Krasinski («Away We Go», «It's Complicated») verheiratet und lebt mit ihm in Los Angeles. George Clooney und andere Prominente waren an der Hochzeit dabei. Davor war sie drei Jahre mit dem kanadischen Sänger Michael Bublé liiert.
So bescheiden wirkt Emily Blunt auch auf der Leinwand. Unaufgeregt ist ihr Spiel, ihre Figuren wirken glaubhaft, vielleicht auch, weil sie das Stottern jahrelang in die Rolle der Beobachterin verbannt hat. Seither sei sie fasziniert von menschlichem Verhalten, das sie immer wieder überrasche. Auch ein Grund, weshalb sie gerne in andere Rollen schlüpft.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.09.2012, 11:27 Uhr







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