Kultur

Drei Frauen halten die Stellung

Von Hanna Jordi. Aktualisiert am 02.02.2012

Ein neuer Dokumentarfilm zeigt die ägyptische Revolution aus der Sicht dreier Künstlerinnen.

Tänzerin und Choreografin Karima Mansour.

Tänzerin und Choreografin Karima Mansour.
Bild: zvg

Aufführung

Kino Kunstmuseum Sa, 4. Feb., 14.30 Uhr. Anschliessend Diskussion mit Regisseur Mohsen und Choreografin Karima Mansour.

«Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, ob in meinem Land eine Revolution geschehen würde, ich hätte gelacht», sagt Karima Mansour zu Beginn des Films «Laila, Hala und Karima – Ein Jahr im revolutionären Kairo». Mansour ist eine von drei ägyptischen Kunstschaffenden, die die Filmemacher Ahmed Abdel Mohsen und Eduard Erne während eines Jahres immer wieder aufgesucht und aufgezeichnet haben. Vergangenen Sonntag im Schweizer Fernsehen uraufgeführt, wird der 50-minütige Film diesen Samstag im Kino Kunstmuseum im Rahmen einer Sondervorstellung gezeigt.

Unter Spionageverdacht

Der Film beginnt im Heute, am 25. Januar 2012, dem Jahrestag der Revolution: Auf dem Tahrir-Platz haben sich Menschen versammelt, die noch dieselben Sprechchöre skandieren wie vor einem Jahr. Der Film ist die Chronik einer unvollständigen Revolution. An wichtigen Stichtagen ist das Filmteam vor Ort, wenn das Gerücht vom Rücktritt Mubaraks die Runde macht, eine Woche später, als es bestätigt wird. Laila, Hala und Karima bleiben weiterhin Aktivistinnen, unter den Augen des Militärs entrollen sie Banner, produzieren Sticker, spielen Theater, wählen erstmals, fordern den Wandel. «Der Film bietet Platz für die Aussagen und Forderungen der Künstlerinnen», sagt der Regisseur, «diese Botschaften sprechen für sich.»

Dabei war es besonders zu Beginn der Revolution nicht einfach, die Vorgänge auf dem Tahrir-Platz, dem Epizentrum der Revolution, zu dokumentieren. Die Anreise war schwierig, weil der öffentliche Verkehr lahmgelegt war. Und nicht ohne weiteres konnte das Team sein Equipment auf den Platz bringen. «Jeder stand unter Spionageverdacht», sagt Mohsen. Einmal auf dem Platz angekommen, hätten die Menschen das Filmteam aber sofort akzeptiert. «Für die Menschen auf dem Tahrir-Platz waren wir ihre Botschafter», sagt er. (Der Bund)

Erstellt: 02.02.2012, 09:21 Uhr

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