«Bundesratssohn und Schauspieler: Das hat mich skeptisch gemacht»
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«Zu Beginn habe ich nur auf mich geschaut - und gesehen, was ich alles hätte anders machen können. Jetzt glaube ich, der Film ist recht gut. Ich habe mich mit ihm versöhnt». Das sagt Schauspieler Manuel Löwensberg im Interview mit der Zeitung «Sonntag» auf die Frage, wie ihm sein neuer Film «Hugo Koblet» gefalle. Er nehme sich nicht mehr so ernst wie einst: «Früher hätte ich aus Prinzip nie für die ‹Glückspost› in die Kamera gelacht, jetzt habe ich es gemacht. Die Publizität verhilft mir vielleicht zu mehr Rollen.»
Auch sei er nicht mehr verärgert, wenn die Medien mit ihm vor allem über seinen Vater reden möchten, über Bundesrat Moritz Leuenberger. «Nein, ich nerve mich nicht mehr. Zu Beginn dachte ich ja, die Medien wollten mich interviewen, weil ich ein toller Schauspieler bin. Aber dann habe ich schnell gemerkt: Viele meiner Kollegen, die gleichviel arbeiten wie ich, werden nie interviewt. Medial attraktiv war die Konstellation: Bundesratssohn und Schauspieler. Das hat mich skeptisch gemacht. Ich wollte kämpfen, dass ich für meine Arbeit geschätzt werde. Jetzt sehe ich es nicht mehr so eng.»
«Ein Leben lang möchte ich aber nicht so leben»
Die Kritik an seinem Vater habe ihn persönlich getroffen. «Er hat sieben Tage die Woche für das Amt gearbeitet, er hat seine ganze Energie hineingesteckt, hat sich nichts zuschulden kommen lassen - und jetzt sagt man: Sein Glanz sei weg. Ich staune schon, wie er damit umgeht.»
Ausserdem sagt Löwensberg, er habe sein Geld immer selber verdient. Vor der Schauspielschule habe er noch als Velokurier gearbeitet, aber schon während der Schule beim Fernsehen einen Vertrag gehabt. Er brauche sehr wenig zum Leben, habe in Zürich und Wien je ein billiges Zimmer. «Ein Leben lang möchte ich aber nicht so leben. Mich würde es reizen, jetzt für ein paar Jahre nach Deutschland an ein gutes Theater zu gehen. Ich habe in der Zwischenzeit auch das Gefühl, dass ich das könnte.» (jak)
Erstellt: 29.08.2010, 09:04 Uhr
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