Vom Rabenflüsterer zum Madenfresser
Von Christoph Lenz. Aktualisiert am 10.01.2012 1 Kommentar
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Wie schnell es doch gehen kann: Im Oktober noch fragte eine Schweizer TV-Zeitschrift: «Was macht eigentlich Vincent Raven?» So ruhig war es um den Bümplizer Magier und Rabenflüsterer geworden, den das deutsche Fernsehpublikum 2008 zum legitimen Nachfolger von Löffelbieger Uri Geller gekürt hatte.
Doch bald weiss die ganze TV-Nation nicht nur, was Raven so treibt, sondern auch, wie sein Speiseplan aussieht und wie es um seine Körperpflege bestellt ist: Ab Freitag futtert Vincent Raven Kakerlaken (lebend), verspeist Känguruhoden (roh), lässt sich mit Schleim (grün) abduschen und auf sonst wie spektakuläre Weise vorführen. Und das alles zur besten Sendezeit. Jawohl, Vincent Raven zieht ins RTL-Dschungelcamp.
Erster Schweizer im Camp
Raven ist der erste Schweizer, dem diese zweifelhafte Ehre zuteil wird. Offenbar trauen die RTL-Sendungsmacher ihm just jenes trashig-krawallige Unterhaltungstalent zu, das auch die übrigen Campbewohner schon mehrfach bewiesen haben. Der einstige Kinderstar Radost Bokel («Momo») ebenso wie die DSDS-Casting-Versager Kim Debkowski und Daniel Lopes, Schauspielerin Brigitte Nielsen oder Ex-Bundesliga-Profi Ailton. Dieser will übrigens – wie so viele – seine ins Schlingern geratene Karriere im Dschungelcamp nochmals richtig in Schwung bringen. Zweifellos: Die sechste Staffel von «Ich bin ein Star – holt mich hier raus!» wird eine prickelnde Sache.
Warum Vincent Raven sich das antut? Dass er seine Karriere neu lancieren will, erscheint eher unwahrscheinlich. Seit seinem Erfolg bei «The Next Uri Geller», der ihm rund 160'000 Franken einbrachte, äusserte er sich zunehmend kritisch über Ruhm und Medienrummel. Nicht zuletzt, weil er von der Schweizer Zauberergilde angefeindet wurde. Die Vereinigung der Berufs- und Amateurzauberer verbietet es, zu behaupten, über übersinnliche Kräfte zu verfügen. Vincent Raven setzte sich darüber hinweg. Worauf ihm der Präsident des Magischen Rings der Schweiz prompt «Scharlatanerie und mittelalterlichen Okkultismus» vorwarf.
Mit 14 zimmerte er sich einen Sarg
Bekannte des Magiers erzählen, der ohnehin scheue Raven lebe heute noch zurückgezogener als früher. Glücklich machten ihn vorab die Shows in seinem finsteren Rabenkeller an der Berner Kramgasse. Auch wenn sich dort nur selten mehr als zehn Besucher einfinden. Vincent Raven freut sich über Publikum. Doch er tut nicht alles dafür.
Sehr entschlossen gibt sich Andreas Plörer, wie Vincent Raven mit bürgerlichem Namen heisst, jedoch seiner Faszination für die Schattenseiten der Welt hin. Schon als kleiner Junge soll er sich zu Friedhöfen hingezogen gefühlt haben. In der fünften Klasse bastelte er im Keller seines Wohnblocks mit Tüchern und toten Mäusen eine Geisterbahn und lud seine Mitschüler zum Gruselerlebnis. Mit 14 Jahren zimmerte er sich einen Sarg, in dem er fortan nächtigte.
Dem Reiz des Geldes erlegen
Dass er sich Anfang der 90er-Jahre in Grindelwald mit dem Rabenweibchen Corax anfreundete – gemäss Vincent Raven sind die beiden inzwischen «verheiratet» –, hat in Ravens Umfeld kaum mehr für Verwunderung gesorgt. Er sei schon früher ein Sonderling gewesen, sagen Nachbarn.
So dürfte Vincent Raven letztlich dem Reiz des Geldes erlegen sein. Seine Gage für die Teilnahme am Dschungelcamp wird gemäss «Bild»-Zeitung auf rund 30'000 Euro geschätzt. Darüber hinaus winkt ein Preisgeld von weiteren 50'000 Euro. Und was kann ihm schon passieren? Mit Rabenfrass kennt er sich ja bestens aus. Und falls er vorzeitig ausscheidet, wird er zuhause sehnsüchtig erwartet: Corax, das Rabenweibchen, darf nämlich nicht mit in den Dschungel. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 10.01.2012, 08:42 Uhr
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1 Kommentar
ich finde dieser artikel ist richtig doof geschrieben. hatte ihn schon gestern im Bund gelesen (alle zeitungen scheinen irgendwie dasselbe abzudrucken!?)
tut mir leid, aber ich kann einfach nicht verstehen, wieso die allgemeinheit (bzw. die medien) so auf jemand "rumhacken" sobald er/sie sich als "jemand der nach seinen ideen lebt" outed!? es muss neid sein! freiheit für alle sage ich!
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