Versprecher ins Abseits

Von Rico Bandle. Aktualisiert am 12.03.2010 12 Kommentare

Regula Späni kam vor ihrem Abgang beim SF arg in die Kritik, einer deutschen Sportmoderatorin reichte ein Versprecher, um ein Leben lang gebrandmarkt zu sein. Haben es Frauen in dem Metier schwerer?

1/4 «Schalke 05» statt «Schalke 04»: Carmen Thomas' verhängnisvoller Versprecher von 1973 im ZDF-Sportstudio.
Quelle: Youtube

   

Mehr als 4500 Personen haben bei der Umfrage auf DerBund.ch/Newsnet teilgenommen, in der nach einer Nachfolgerin für Regula Späni gesucht wurde, die das Schweizer Fernsehen verlässt. Als klare Siegerin ging die Wirtschaftsredaktorin Patrizia Laeri hervor, der Shooting-Star des Schweizer Fernsehens.

Was sind die Eigenschaften, die eine Sportmoderatorin mitbringen muss? Kompetenz? Gutes Aussehen? Schlagfertigkeit? Gemäss dem Resultat der Umfrage scheint die Sportkompetenz für das Publikum nur zweitrangig zu sein, Patrizia Laeri war noch nie in dem Bereich journalistisch tätig.

«Schalke 05» statt «Schalke 04»

Was sicher ist: Frauen haben es in der Männerdomäne schwer. Kommentatorinnen von Live-Veranstaltungen sind so selten wie Fussball-Schiedsrichterinnen; als Moderatorinnen von Sportsendungen sind Frauen durchaus willkommen – aber wehe, sie machen einen Fehler. 1973 unterlief Carmen Thomas, der ersten Sportmoderatorin im ZDF, jener Versprecher, der in die deutsche TV-Geschichte einging: Sie sagte «Schalke 05» anstatt «Schalke 04». Die Moderatorin war gebrandmarkt, eineinhalb Jahre nach dem Vorfall verliess sie das «Sportstudio».

Der «Schalke 05»-Lapsus oder auch die vielen kleinen Versprecher Regula Spänis im Schweizer Fernsehen wären sicherlich auch bei Männern Anlass für Kritik und Spott. Ob im selben Ausmass wie bei Frauen, darf angezweifelt werden. Es gibt aber durchaus auch Beispiele von äusserst beliebten Sportmoderatorinnen: In Italien ist die ehemalige Miss-Universe-Teilnehmerin Simona Ventura höchst erfolgreich mit ihrer Fussballsendung «Quelli che il calcio...» auf dem Staatssender Rai Due.

Die Angst der Monica Lierhaus

In Deutschland gehört Monica Lierhaus in der ARD-«Sportschau» zu den beliebtesten Moderatorinnen. Als sie vor einem Jahr verunfallte und lange im Koma lag, litt ganz Deutschland mit. Lierhaus' und Venturas Erfolgsrezept lässt sich allerdings nicht auf einen Nenner bringen: Simona Ventura fällt hauptsächlich durch ihr Aussehen auf, Monica Lierhaus überzeugt auch durch ihre hohe Kompetenz und Seriosität.

In einem Interview von 2003, als sie von Sat1 zur ARD wechselte, bestätigte Lierhaus, dass sie Angst davor habe, so wie Carmen Thomas zu enden: «Bei der ersten ‹Ran›-Sendung hatte ich Riesenangst. (...) Ich hatte vor allem die Sorge, dass es mir ein Berufsleben lang anhängt, wenn es nicht gut geht. Wenn man sich beim Fussball einmal einen Riesenschnitzer leistet, dann interessiert es keinen mehr, dass man jahrelang als Reporterin für die Nachrichten unterwegs war, dass man Landtagswahlen moderiert oder aus Belfast und Brüssel berichtet hat. Das ist dann alles weg.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.03.2010, 13:47 Uhr

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12 Kommentare

Pierre Stoller

12.03.2010, 14:58 Uhr
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Nur schade, dass Frau Späni nicht auch gleich noch Stefan Bürer, ihren Mann mit der Schneidbrenner-Stimme, und Dani "die Kreissäge" Wyder zum Gehen animieren konnte... Antworten


Mark Meier

12.03.2010, 13:58 Uhr
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also beim sf sind eigentlich alle moderatoren nicht das gelbe vom ei. teilweise zu euphorisch, oder zu sehr für eine partei (beispiel fcz vs basel, immer zu baselfreundlich!!!) allgemein sollte sich das sf mal gedanken über die sportübertragungen machen, mehr analyse und weniger belangloses gequatsche, ich bin teilweise froh, dass es einen mute schalter gibt!! Antworten



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